»Wie niveaubefreit muss man sein, um ein Schild zu schreiben auf dem Freiheit und Gleichheit gefordert wird, um in der dritten Zeile eben diese beiden Forderungen ad absurdum zu führen? « Eine mehr als berechtigte Frage an die SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle, die aktuell dazu aufruft, die AfD zu fi**en.

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Katja Pähle (SPD) – SPD Landtagsvorsitzende in Sachen-Anhalt (Bild: Screenshot Twitter vom 15.12.2016)

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann wetterte vor einem Jahr, die AfD sei »eine Bande von Zynikern und geistigen Brandstiftern«. Wolfgang Schäuble (CDU), beschimpfte am annähernd zeitgleich am zweiten Weihnachtstag sämtliche AfD-Mitglieder – und damit auch AfD-Wähler – als »Dumpfbacken«. Frank-Walter Steinmeier (SPD) sah am gleichen Tag Übergriffe auf Asylbewerber als »ein Ergebnis geistiger Brandstiftung«. Seither immer wieder vertreten in der Liste der rhetorischen Kraftmeier Justizminister Heiko Maas (SPD).

»Liberté, Égalité, Fuck AfD! «

Solch ein geschlossenes, geradezu kampagnenartiges Auftreten kommt nie zufällig zustande. In der Politik gebe es keine Zufälle, so Autor Heinz-Wilhelm Bertram, und es kann getrost davon ausgegangen werden, dass die SPD-Generalattacken und deren martialischen Semantik mutmaßlich auf Absprache beruhe. Aktuelles Beispiel für diese These: Katja Pähle, SPD-Fraktionsvorsitzende im sachsen-anhaltinischen Landtag. Ihre Landtagsfraktion twittere letzte Woche ein Bild ihrer »Frontfrau« Pähle, die fröhlich grinsend ein Blatt mit der Aufschrift »Liberté, Égalité, Fuck AfD! « in die Kamera hält.

Anfang September sorgte die rote Pähle mit einer ganz ähnlich gearteten Botschaft im Magdeburger Landtag für Aufsehen. Die SPD-Fraktionschefin zierte ein T-Shirt mit den Buchstaben »FCK NZS«. Der AfD-Abgeordnete Volker Olenicak fragte laut der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) bei Pähle nach, was der Schriftzug bedeuten solle. Die 39-Jährige erwiderte: »Die Frage beantworte ich Ihnen gerne. Diesem Spruch fehlen die Vokale. Das ist ein englischer Ausspruch und heißt Fuck Nazis. « Sie wolle damit ausdrücken, so die studierte Soziologien und Psychologin, dass sie sich gegen Nationalsozialisten wehre und sie schlecht für das System halte. Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) scheint sich ebenfalls über Pähles Kleidungsstil gewundert zu haben, da sie der Kollegin darauf hinweisen wollte, dass ihre Kleiderwahl nicht zu den Gepflogenheiten des Hohen Hauses passe. Aber ganz offensichtlich ganz zu Pähles Partei.

»Wie niveaubefreit muss man sein?«

Die studierte Soziologien und Psychologien, wie viele ihrer politischen Genossen nie in der freien Wirtschaft tätig – Pähle war sofort nach ihrem Studium sechs Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Universitäts-Forschungsprojek um 2008 nahtlos in das magdeburgsche Gesundheits- und Sozialministerium als persönliche Referentin im Ministerbüro zu wirken, bevor sie 2009 in den Sozialausschuss des Stadtrats, 2011 in den Landtag von Sachsen-Anhalt und 2016 schlussendlich als SPD-Fraktionsvorsitzende im sachsen-anhaltinischen Landtag wurde- sollte um die Wirkung ihres Tuns wissen.

Aber vielleicht ist genau dies der Grund, weshalb Berufspolitiker wie Frau Pähle und Genossen in die »Hass-Kiste« greifen? Oder wie soll es der, durch Heiko Maas (SPD) und seine Zensurtruppe strafbewährt zur »Mäßigung« gerufene Internetnutzer verstehen, wenn die »Frontfrau« der SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt stolz wie Bolle ihre Haltung und den Grad ihres Niveaus in Form eines Schmähplakats online verbreitet?

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Retweet von Katja Pähle (SPD) (Bild: Screenshot Twitter vom 25.11.2016)

»Wie niveaubefreit muss man sein, um ein Schild zu schreiben auf dem Freiheit und Gleichheit gefordert wird, um in der dritten Zeile eben diese beiden Forderungen ad absurdum zu führen», so die mehr als berechtigte Frage einer Facebook-Kommentatorin, die ganz offensichtlich Paehle darauf hinweisen muss, dass auch AfD Mitglieder Menschen und Bürger dieses Landes seien. »Auch wir haben ein Recht auf die Freiheit unsere Meinung zu sagen. Ob das Ihren Verständnishorizont überschreitet, vermag ich nicht zu beurteilen. Dümmlich grinsend ein Schild hochzuhalten erfordert zumindest keine große Intelligenzleistung. Billiges Beifallhaschen ebenfalls nicht«.

Die Nachfrage durch die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch, ob es sich bei Pähles Posting um Satire handle, muss verneint werden. Besonders grotesk wird es, wenn man sich getätigte Tweets der SPD-Frau Pähle ansieht, die der AfD vorwirft, regelmäßig zu provozieren und sich dann über das Aufheizen des »politischen Klimas« beklagt. (BS)

 

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