Dem obersten Hirten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, scheinen die Zehn Gebote, die ihm sein christlicher Glaube vorgibt, nicht ganz geläufig zu sein. Insbesondere mit dem achten Gebot nimmt es der Kirchenmann nicht so genau.

Bedford-Strohm (Bild: metropolico.org)
Bedford-Strohm (Bild: metropolico.org)

Mitte Oktober machten sich Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) – darunter Kardinal Reinhard Marx (DBK) und Heinrich Bedford-Strohm (EKD) zu einer ökumenischen Pilgerreise ins Heilige Land auf. Beim Besuch des Tempelbergs, für den die islamische Behörde Wakf zuständig ist, sowie an der jüdischen Klagemauer in Jerusalem haben die Kirchenmänner ihr Amtskreuz teilweise nicht getragen.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm erklärte laut evangelisch.de, sie seien sowohl von muslimischen als auch von jüdischen Begleitern gebeten worden, ihre Kreuze abzunehmen, um nicht zu »provozieren«.

»Wie halten Sie es mit dem achten Gebot, Herr Bedford-Strohm?«

Der israelische Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar hatte die Aussage, dass von jüdischer Seite diese Bitte die Kreuze abzulegen geäußert worden sei, scharf zurück gewiesen. Auf Facebook schrieb Shalicar an Bedford-Strohm gerichtet: »Ich fordere Sie hiermit auf, es öffentlich zu machen, welcher Sicherheitsdienst von jüdischer Seite aus bei Ihrem Besuch der Klagemauer in Jerusalem von Ihnen gefordert haben soll, ‚aufgrund der angespannten Lage in Jerusalem‘ Ihre Glaubenssymbole nicht offen zu tragen, um angeblich ‚eine Provokation zu vermeiden‘.« Shalicar habe laut eigener Aussage den Vorwurf überprüft und »man war empört über diese Behauptung«, so das Magazin Israelnetz. Der Militärsprecher kritisierte die Abnahme der Kreuze und nannte es »fraglich genug, warum Sie vor den radikal-arabisch-muslimischen Gastgebern auf dem Felsendom eingeknickt sind«. Noch mehr empöre ihn jedoch, »noch zu behaupten, dass aus ‚Sicherheitsgründen‘ ähnliche Forderungen von den jüdischen Gastgebern geäußert wurden«.

Gerd Buurmann, Autor, Regisseur und Schauspieler erinnert den islamaffinen Oberhirten der evangelischen Kirche Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, daran, dass es ihm aus glaubenstechnischen Gründen nicht erlaubt sei, falsch Zeugnis seines Nächsten zu reden und veröffentlichte diese »Erinnerung« an das achte Gebot in der Jüdischen Rundschau:

»Sehr geehrter Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm,

Das achte Gebot lautet: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!“

So wie es aussieht, haben Sie dieses Gebot gebrochen und wollen es nun auch noch vertuschen. Ich bin weder in der Lage noch verspüre ich den Drang, einen Stein zu werfen, aber einen Brief möchte ich schreiben.

Bei einem Besuch des Tempelbergs in Jerusalem nahmen Sie als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammen mit ihrem katholischen Kollegen Kardinal Reinhard Marx ihre Brustkreuze ab, bevor sie den Tempelberg besuchten. Sie rechtfertigten die Entscheidung mit diesen Worten: „Wir haben aus Respekt vor den Gastgebern gehandelt“ und fügten hinzu, es habe sich „um eine Antwort auf den Wunsch der Gastgeber“ gehandelt.

Diesem „Wunsch“ ausgerechnet auf dem Tempelberg nachzukommen, war so falsch, wie etwas nur falsch sein kann. Es gab da mal einen Mann, der sagte, genau dieser Ort, „soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein.“ Wissen Sie, wer das gesagt hat? Jesus! So steht es jedenfalls bei Markus 11, 17. Jesus stand zu seinen Überzeugungen und er leugnete seinen Glauben nie. Sie, Herr Bedford-Strohm, haben Ihren Glauben jedoch geleugnet und erklärten später sogar, in dieser besonderen Situation in Jerusalem wäre es falsch gewesen, dem Wunsch der islamischen Gastgeber nicht nachzukommen.

Zu dieser Leugnung habe ich bereits in einem offenen Brief an Sie Stellung genommen, den unter anderem die JÜDISCHE RUNDSCHAU veröffentlicht hat. Auf meinen Brief haben Sie nicht geantwortet, aber an anderer Stelle haben Sie Ihre Leugnung auch noch durch ein falsches Zeugnis über Juden erweitert:

„Man inszeniert einen Kulturkampf mit dieser Sache, um zu zeigen, der Islam sei intolerant. Warum wird nicht gleichzeitig darauf hingewiesen, dass wir bei beiden Religionen, die wir besucht haben, von den Betreuenden gebeten wurden, das Kreuz nicht zu tragen, um nicht zu provozieren?“

 

Sehr geehrter Herr Bedford-Strohm,

darf ich fragen, wer von jüdischer Seite Ihnen aufgetragen haben soll, das Kreuz nicht zu tragen? Als ich bei der Klagemauer war, habe ich eine solche Aufforderung nicht vernommen. Auf den öffentlichen Plätzen Israels und an der Klagemauer gibt es eine solche Regelung nämlich nicht. Wissen Sie jedoch, wo es eine solche diskriminierende Regelung gibt? Auf dem Tempelberg!

Der Tempelberg wird heute von der sogenannten „Frommen Stiftung des Islams“ (Waqf) kontrolliert. Sie sorgt dafür, dass im Jahr 2016 an einigen Tagen im Monat für den Tempelberg gilt, was im Jahr 1942 für Parks in Deutschland galt: „Nicht für Juden!“ Der Zugang zum Tempelberg ist über elf Tore an der Nord- und Westseite der Anlage möglich. Allerdings ist der Zutritt dort nur Muslimen erlaubt. Sollten Zweifel bestehen, müssen ausländische Muslime ihre Zugehörigkeit zum Islam belegen. Andersgläubigen ist der Zutritt nur von Samstag bis Donnerstag über das Marokkanertor bei der Klagemauer erlaubt. Das Betreten ist dort nur nach scharfen Sicherheitskontrollen außerhalb der Gebetszeiten möglich. Juden werden, wenn überhaupt, nur in kleinen Gruppen und oft mit Aufsicht eingelassen. Der Felsendom darf nur von Muslimen betreten werden! Verboten sind zudem das Mitbringen von Büchern und Kultgegenständen und das Abhalten von Gebeten anderer Religionen. Wenn Juden den Tempelberg betreten, werden sie nicht selten bedroht.

Auch Christen können auf dem Tempelberg Probleme kriegen.

Stellen Sie sich mal vor, Christen würden sich so benehmen. Was würde wohl geschehen, wenn der Vatikan jeden christlichen Feiertag Muslimen den Zutritt ins Land verweigern würde oder wenn Juden am Sonntag den Platz vor dem Kölner Dom nicht betreten dürften. Der Islam aber erklärt, zu welchen Zeiten welche öffentlichen Orte in der islamischen Welt judenrein zu sein haben und Sie ehren dieses Verhalten, indem Sie Ihr Kreuz abnehmen.

Das allein schon ist schlimm genug und geht gegen die Erklärung Ihres Chefs Jesus, der Tempelberg solle allen Gläubigen offenstehen, Sie haben vermutlich sogar noch ein Bruch des achten Gebots hinzugefügt, indem Sie ein falsches Zeugnis abgelegt haben. Israels Militärsprecher, Arye Sharuz Shalicar, erklärt dazu, in Israel sei man „empört über diese Behauptung“ und schreibt in Richtung Bedford-Strohm:

„Ich fordere Sie hiermit auf, öffentlich zu machen, welcher Sicherheitsdienst von jüdischer Seite aus bei Ihrem Besuch der Klagemauer in Jerusalem von Ihnen gefordert haben soll, ‚aufgrund der angespannten Lage in Jerusalem‘ Ihre Glaubenssymbole nicht offen zu tragen, um angeblich ‚eine Provokation zu vermeiden‘.“

 

Sehr geehrter Heinrich Bedford-Strohm,

dieser Forderung schließe ich mich an, denn mittlerweile haben sowohl der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, als auch der Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland, Carsten Splitt, auf Nachfrage eingeräumt, von Sicherheitskräften nicht zur Kreuzabnahme aufgefordert worden zu sein. Da aber auch sie darauf beharren, von ihren jüdischen „religiösen Gastgebern“ darum gebeten worden zu sein, möchte ich wissen, wer diese Gastgeber waren. Matthias Kopp jedoch erklärt: „Wir werden das nicht weiter konkretisieren.“ Auch Carsten Splitt will „nicht weiter vertiefen“, welche jüdischen Geistlichen ihn angeblich gedrängt haben.

Entschuldigen Sie, Herr Bedford-Strohm, aber so geht das nicht. Ich erwarte, dass Sie die Sache nicht nur vertiefen, sondern klären, denn es darf nicht angehen, dass der Verdacht im Raum stehen bleibt, ein Landesbischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland widersetzt sich erst der Lehre Jesu und bricht dann auch noch eines der zehn Gebote, indem er ein falsches Zeugnis über Juden abgibt. Gerade als Bischof, der in der Tradition von Martin Luther steht, muss diese Angelegenheit geklärt werden, denn das falsche Zeugnis, das Luther einst über Juden abgab, vergiftet heute noch die Beziehungen. Hier ein paar Zitate:

„Wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht daran, dass du nächst dem Teufel keinen bittereren, giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“

„Sie sind eitel Diebe und Räuber (…) Denn ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen sollte.“

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke sehe ewiglich (…) Zum zweiten: dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre.“

 

Sehr geehrter Herr Bedford-Strohm,

ich erwarte eine Antwort von Ihnen! Es geht mir nicht darum, Sie zu verurteilen. Es geht mir nur darum, Ihnen die Möglichkeit zu geben, entweder eine Sache zu klären oder sie wiedergutzumachen. Denken Sie immer daran – sogar Petrus hat Jesus verleugnet. Sie sind also in guter Umgebung. Petrus ließ jedoch nicht später durch einen Sprecher verlauten, er werde die Angelegenheit „nicht weiter vertiefen“.

Klären Sie die Sache, Herr Bedford-Strohm, wie Petrus einst am See Genezareth. Ich bin mir sicher, Sie verstehen mich, wenn ich Sie im Sinne von Johannes Kapitel 21 bitte: Sorge für seine Schafe!

Mit freundlichen Grüßen,

Gerd Buurmann«

 

Bedford-Strohm und sein außergewöhnliches  Engagement für den Islam

Wie metropolico mehrfach berichtete, engagiert sich Bedford-Strohm in ganz außergewöhnlichem Maße für den Islam. So saß der EKD-Ratsvorsitzendene im Kuratorium Mega-Moscheeprojekt »Münchner Forum für Islam« (MFI) und machte laut des Vorsitzenden der »Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands« (IKBG), Pfarrer Ulrich Rüß, unverhohlen Werbung für den Islam. Die Mitwirkung des Landesbischofs sei eine »Zumutung und nicht hinnehmbar« und das Bischofsamt sei zudem »beschädigt und diskreditiert«

Das vorläufige Aus des Megamoscheeprojektes des mehr als zwielichtige Imam Bajrambejamin Idriz wurde von Bedford-Strohm wie auch vom Münchner Stadtoberen Dieter Reiter (SPD) laut und ausgiebig beklagt. Vor zwei Jahren zur Weihnachtszeit betonte der Kirchenmann im Interview, dass das christliche Gebot der Feindesliebe auch für »IS-Kämpfer« gelte. Auf die systematische Ermordung und Unterdrückung arabischer Christen durch die IS-Terroristen jedoch ging der EKD-Chef nicht ein. Auch für die Angst der Menschen in Deutschland vor islamistischen Terror-Anschlägen hatte Bedford-Strohm kein einziges Wort übrig.

Stattdessen sprach er im Zusammenhang mit den wöchentlichen Kundgebungen der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) von „Neo-Nazis“, die „versuchen, Menschen vor ihren Karren zu spannen und dumpfe Fremdenfeindlichkeit und die Diskriminierung einer ganzen Religion propagieren“. Dagegen müsse Flagge gezeigt werden, so der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland. (BS)

 

Luther, Türken und Islam von Ehmann, Johannes

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