Am Samstag findet in Berlin die Verleihung des I’slam-Kunstpreises statt. Das harmlos erscheinende Projekt, das »Junge Muslim_innen in ihrer Identität und in ihrem Selbstbewusstsein» stärken will, wird durch die Bundesregierung mit Steuergelder gefördert. Eine Bühne für  Personen, die Milli-Görüs oder den Muslimbrüder nahe stehen. Viele davon höchst engagiert im Arbeitskreis »Muslime in der SPD».

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I’slam-Kunstprojekt – Bühne für islamistisches Gedankengut, gefördert durch die Bundesregierung mit Steuergeld (Bild: Screenshot Facebook)

In edler Event-Location direkt am Pariser Platz, findet am Samstag die Verleihung des I’slam-Kunstpreises statt. Die Internetseite  informiert darüber, wie in einem Kunst- Literatur und Dialogprojekt Namens »I’slam« junge Muslime zusammen gefunden haben, um »Poetry-Slam auf muslimisch, ganz sauber, ohne Blasphemie, Sex oder Alkohol und mit viel Apologetik und Arroganz» zu betreiben. Themen sind in unvermeidlicher Weise die mannigfaltigen Diskriminierungserfahrungen der muslimischen Teilnehmer. Ein scheinbar harmloses Ereignis, bei dem gläubige junge Muslime eine Ausdruckweise und eine Bühne finden.

Milli-Görüs, Muslimbrüder und ein reaktionäres Islambild

Schaut man sich auf der Seite weiter um, entdeckt man jedoch unter der aufgelisteten Jury Mitglieder, die so gar nicht in das angeblich aufgeschlossene muslimische Weltbild passen. Einige gehören der Milli-Görüs -Organisation an, andere stehen den Muslimbrüdern nahe. Noch haarsträubender wird es, betrachtet man, wer als Kooperationsparnter aufgeführt wird.

Genannt wird die »Muslimische Jugend Deutschland«, die, wie Hamed Abdel-Samad darstellt, wegen des Verdachts, den Muslimbrüdern nahezustehen, seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird und diesen Verdacht auch in zahlreichen Klagen auch nicht ausräumen konnte (Artikel aktualisiert 17.12.2016).

Ebenfalls aktiv beim i’Slam-Projekt: Das   Netzwerk »JUMA – Jung, muslimisch«. Abdel-Samad berichtet auf Facebook, dass er die Gruppe kennen lernte, als er von Sawsan Chebli – ehemalige Sprecherin von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und zukünftig als Bevollmächtigte vom Regierenden Bürgermeister von Berlin in die Senatskanzleiberufen, um die Koordinierung von Bund- und Länderangelegenheiten zu übernehmen (metropolico berichtete)  – eingeladen wurde. Die JUMA-Leute, so der bekannte Autor und Islamkritiker, wollten ihm kritische Fragen zu seinen Islam-Thesen stellen. Die jungen Muslime vertraten die These, Abdel-Samads Bücher würden ihr Leben in Deutschland erschweren. Bei einer Sendung, die Abdel-Samad für den öffentlich-rechtlichen Senders ARTE drehte, kam es zu einer weiteren JUMA-Begegnung. Dort verweigerte die Gruppierung gänzlich das Gespräch mit dem streitbaren Autor, als dieser kritische Fragen zu deren Arbeit stellen wollte. Auf die Frage, wie die Gruppe es finde, dass Hamed Abdel-Samad wegen seiner Arbeit Morddrohung bekomme und nur unter Polizeischutz leben kann, antwortete eine junge Dame: »Ich lach darüber! «

Angehörige rund um die i’Slam und JUMA-Gruppierung würden ein reaktionäres Islamverständnis, das unter anderem in der Befürwortung des muslimischen Kopftuchs, der Geschlechtertrennung oder in der Ablehnung von Homosexualität seinen Ausdruck findet, vertreten. Abdel-Samad kritisiert weiter, dass einige Mitglieder dieser Gruppen und Netzwerke immer wieder den Rassismus und die steigende Islamfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft betonen und so gerne instrumentalisieren, um ihr reaktionäres Islamverständnis hierzulande zu etablieren. »Sie geben nur das wieder, was Ayman Mazeyk in jeder Talkshow von sich gibt«, so seine Bewertung.

Warum fördert die Bundesregierung und die SPD nur reaktionäre, konservative junge Muslime?

Die Verantwortlichen der Veranstaltung haben sich zudem einen »würdigen« Ehrengast geladen. Angekündigt ist die palästinensischstämmige Sawsan Chebli, die als Mentorin des JUMA-Netzwerkes gilt. Jene hatte jüngst in einem Interview behauptete, Grundgesetz und Scharia seien vereinbar. Adel-Samad fragt sich bei dieser Personalie, warum die Bundesregierung und die SPD nur reaktionäre, konservative junge Muslime fördert. »Was ist mit kritischen Muslimen? Was ist mit EX-Muslimen? Haben sie nicht auch das Recht, ein Forum für ihre Gedanken und Beschwerden zu haben? Was ist mit Jesiden und orientalischen Christen?«, so die mehr als berechtigte Frage.

Denn, gefördert wird die ganze Veranstaltung vom SPD geführtem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie Leben! «. Der Umstand, dass Sawsan Chebli SPD-Mitglied ist und einige Jugendlich von JUMA sowie I‘slam sich im Arbeitskreis Muslime der SPD wiederfinden, macht diese Veranstaltung noch fragwürdiger.

»Wer hat sie alle in die Partei geschleust? Und mit welcher Intention?«

Endgültig bizarr wird das Geflecht durch die JUMA-Unterstüzerin Lydia Naufal. Naufal, die seit 2002 im Vorstand des Vereins Inssan sitzt, wollte vor einigen Jahren eine Moschee in Berlin-Charlottenburg bauen. Die Kosten dafür betrugen rund sechs Millionen Euro. Nach Recherchen des amerikamischen Journalisten Ian Johnson hatte Inssan Verbindungen zur Muslimbruderschaft. In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel räumte die Islamfunktionärin Naufal ein, Verbindungen zu Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) und zu Ibrahim al-Zayat zu haben.

Naufal, wie auch der höchst umstrittene Penzberger »Lügen-Imam« Bajrambejamin Idriz, der für eine Großmoschee in München kämpfte (metropolico berichtete im Schwerpunkt), erhofften sich für ihre neue Moscheen Gelder aus den wahhabitishen Golfstaaten. Mittlerweile ist Frau Naufal auch Mitglied der SPD und dort Sprecherin des Arbeitskreises »Muslime in der SPD».

Naufal und Chebli sind nicht die einzigen. »Wer hat sie alle in die Partei geschleust? Und mit welcher Intention?«, fragt sich nicht nur Adel-Samad, der aus eigener Erfahrungen und Recherchen ganz genau weiß, wie die Muslimbrüder ihre Netzwerke aufbauen und wie sie Institutionen unterwandern. »Sie schicken immer sympathisch wirkende junge Menschen los, die nicht den Anschein machen Islamisten zu sein. Und unsere naive Politik glaubt doch, jeder junger Muslim, der nicht gerade einen Kaftan und einen langen Bart trägt, ist gleich super integriert und demokratisch gesinnt. Die Bundesregierung sollte aber längst wissen, dass die Muslimbrüder viele trojanische Pferde in Deutschland haben, leider auch in einigen Parteien, oder, Frau Chebli?«

Mit diesem Wissen wird die Ankündigung der Veranstalter des i’Slam-Projektes zu einer klaren Botschaft: Die gekürten Preisträger werden die »nächste Generation an Kulturschaffenden dieses Landes« sein. Finanziert mit Geldern des deutschen Steuerzahlers. (BS)

 

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