Mehr als 400 illegale Immigranten aus dem südlichen Afrika haben die spanische Exklave Ceuta in Marokko gestürmt und feiern euphorisch ihr erfolgreiches Eindringen auf europäisches Gebiet. Mit Video.

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Massenanstrum auf spanische Exklave Ceuta (Bild: Screenshot Youtube)

Am frühen Freitagmorgen wurden zwei Grenzzäune und in der spanischen Exklave Ceuta in Marokko von 400 illegalen Immigranten gestürmt. Die laut Behördenangaben aus dem südlichen Afrika stammenden jungen Männer feierten ihr Eindringen mit lautem Jubelgeschrei. Etliche davon bedankten sich mit lauten »Allahu akbar«- Rufen für das gelungene Überwinden zweier Grenzzäune. Einige schwangen euphorisch Korane in der Luft, andere hielten die IS-Zeigefingergeste in die Kameras.

Wie die Zeitung »El Faro de Ceuta« berichtet, sei dies die größte Gruppe in einem Jahrzehnt, der es gelang, die Grenzanlage zu überwinden. Die Behörden konnten erst rund 20 Prozent der Eindringe ausfindig machen.

Tor nach Europa

Seit Jahren versuchen immer wieder Menschen aus der Subsahara Afrikas über Algerien und Marokko nach Ceuta oder die Exklave Melilla zu gelangen, um von dort nach Spanien oder in andere Länder der Europäischen Union einzureisen (metropolico berichtete mehrfach). Rund um Melilla sowie auch um Ceuta, verlaufen die einzigen Festlandgrenzen zwischen Afrika und der Europäischen Union.

Nachdem es 2005 zu einem Massenansturm auf die Exklaven kam – Tausende von Afrikanern versuchten in immer neuen Wellen von marokkanischem Gebiet aus in die Exklaven zu gelangen – hatte Spanien in den letzten Jahren die Kontrollen zu Land und zu Wasser drastisch verschärft und unter anderem Grenzbefestigungen mit sechs Meter hohen Zäunen mit Stacheldraht und Kameras errichtet. Im Juni 2008 stürmten in zwei Wellen Dutzende afrikanischer Immigranten die spanischen Exklaven. Ähnliches wiederholte sich in den Jahren 2012 und 2013.

Der vorletzte »erfolgreiche« Massenansturm ereignete sich Ende Oktober, bei dem 232 Afrikaner durch aufgebrochene Türen die Grenzanlage Ceutas passierten. Auch hierbei konnte nur ein Teil der Eindringlinge von Sicherheitskräften in Auffanglager verbracht werden. (SB)