Leitartikel: Wie kommt die SPD nur auf die Irrsinnsidee, ihre massiv schwindende Popularität dadurch aufhalten zu können, die personifizierte Unpopulariät in die erste Reihe zu stellen. Das ist ja fast so, als ob man eine Terrorreligion dadurch bekämpft, indem man sich Hunderttausende seiner Vertreter ins Land holt. So dämlich kann doch wirklich niemand sein. Nicht mal die SPD, oder?

Zum Totlachen (Bild: metropolico.org)
Zum Totlachen (Bild: metropolico.org)

Der neueste Super-Coup der SPD scheint nicht nur nichts gebracht zu haben, sondern geht sogar nach hinten los. Wie die FAZ berichtet, habe die Rückkehr von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in die Bundespolitik der SPD keinerlei weitere Sympathiewerte für die ehemalige Volkspartei gebracht. Wie das? Martin Schulz – der menschgewordene Größenwahn aus dem EU- Olymp – soll etwa doch kein Wählerstimmengenerator für die Sozialisten sein?

Kein Zugewinn für die Paradegarde der SPD, in deren vorderster Reihe so Ausnahmepersönlichkeiten wie Heiko Maas oder Andrea Nahles, die seit ihrer Volljährigkeit keinen einzigen Tag sich außerhalb des steuerfinanzierten Polittheaters verdingen mussten, marschieren.

Anscheinend putzt »Alle-Macht-zu-mir-Martin« nichts. Denn selbst das SPD-affine Meinungsforschungsinstitut eines Herrn Güllner stellt fest, dass die SPD an Zustimmung in der Bevölkerung verliert und verliert und verliert. Zähneknirschend muss Forsa hingegen attestieren, dass die AfD »ein bisschen« zulegen konnte.

Zugutehalten muss man der SPD, dass ihre Personaldecke ein wenig arg ausgedünnt daherkommt, nachdem der unspektakuläre Genosse Frank-Walter Steinmeier nun der Präsident der »alten und der neuen Deutschen« werden soll. Sebastian Edathiparambil  alias Knabenliebhaber Sebastian Edathy steht ebenso wenig zur Verfügung wie Crystal-Meth-Hartmann. Durch das SPD-Geschäftsmodell »Miete Dir einen SPD-Minister« kommt man hier auch nicht wirklich weiter. Dann bliebe ja nur noch Sigi. Aber dass aus dieser Verzweiflung, Ratlosigkeit und dem eklatante Personalmangel heraus die SPD so weit geht, den Würselener Buchhändler, der »den Machtanspruch aus jeder Pore schwitzt« in die erste Reihe zu bugsieren, lässt einen doch mit der ungläubigen Frage zurück: »Ihr habt wirklich gedacht, das funktioniert?«

Das ist ja fast so, als ob man eine Terrorreligion dadurch bekämpfen möchte, indem man Hunderttausende seiner Vertreter sich ins Land holt. So dämlich kann doch wirklich niemand sein. Nicht mal die SPD, oder? (BS)