Schlaglicht: Vierzig Minuten brauchte ein ziemlich runder Typ im Kanzleramt, um das vorzutragen, was schon seit Wochen bekannt war: Steinmeier for President. Gravitätisch nickenden Hauptes goutierte Mutti Merkel den Vorschlag, der so alternativlos war, wie ihre Auswahl an Gegnern.

Walter Steinmeier (SPD) (Bild: metropolico.org)
Walter Steinmeier (SPD) (Bild: metropolico.org)

Es dauerte eine Nacht, bis endlich klar war: Die Deutschen dürfen demnächst für fünf Präsidenten zahlen und nur einen bekommen: den SPD-Mann Frank Walter-Steinmeier, den mit dem Double aus der Muppet-Show (alias »tatler«“, einer der beiden Alten aus der Loge). Vier andere erhalten Ehrensold und verschwinden in der Versenkung. So schreibt man dies, bevor man damit noch das hohe Amt beschädigt und in Haft genommen werden kann, wie bei Erdogan.

Alle sind damit zufrieden. Sogar die CSU. General Andreas Scheuer nannte ihn einen »guten Kandidaten in diesen außenpolitisch so herausfordernden Zeiten.« Gehofft hatte er auf dessen blödes Gesicht, wenn er bei seinem ersten Antrittsbesuch im Weißen Haus dem orangegesichtigen Hausherren erklären muss, wen er mit Hassprediger neulich noch meinte.

Stilles Schweigen auch bei der Tante SPD, wo man einen gefährlichen Konkurrenten in der Spitzenposition los wird. Bei den Grünen hat sich die Sache mit Winni Kretschmann seit dem Besuch seines Freundes und Mercedesbosses »Zetsche« auf dem jüngsten grünen Parteitag erledigt. Jetzt kann er mit Cem gemeinsam einen neuen CDU-Landesverband aufmachen und vielleicht in ein paar Jahren wieder vorsprechen.

Bleibt nur eins zu hoffen: Vielleicht verzichtet der neue Bundespräsident wie der Amerikanische ja auch auf seine Bezüge bis auf einen Dollar. Das wäre wirklich mal etwas Erfrischendes.

Alles Friede, alles Freude, ein Problem weniger für Mutti.