Schlaglicht: Der rote Kanal des Deutschen Gebühren-Fernsehens, das Morgenmagazin, spuckt mal wieder Gift und Galle über den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Er, die Personifizierung des Bösen, hat keinen Plan. Und dafür auch noch 200 000 Stimmern weniger, als Hillary! Er, der Frauenfeind und Kinderesser mit den vielen Ex-en und Kindern auf der Bühne, darf aber trotzdem regieren. Wie böse ist das denn?

kfldkfj (Bild: metropolico)
Stellt mehr Fragen, liefert mehr Antworten, bietet mehr Argumente. (Bild: metropolico)

Offensichtlich extra fies und gemein! Die Schlagzeilen in den Online-Foren überschlagen sich. Jeder drischt auf Trump ein, als wäre schon wieder Reichskristallnacht in Deutschland. Ja, da gibt es massendynamische Parallelen.

Selten war der Anti-Amerikanismus größer. Auf der Straße sollte man heute nicht laut sagen, dass man stolz auf Amerika ist. Spiegel-Online brettert wie einst der „Völkische Beobachter“: „Washington zittert“ und liefert auch gleich eine Ratgebergeschichte: „Wohin US-Amerikaner auswandern könnten“. Zu uns, denn nur wir schaffen das!

Auch die Außenpolitik ist nicht mehr sicher, Europa vor dem Exit des US-Präsidenten schon gar nicht. So fabuliert der ehemalige US-Botschafter John Kornblum: „Amerikas Schirm über Europa ist für immer weg.“ Freundschaft aufgekündigt zu den Krauts, und das sogar für immer! Woher weiß der Mann das? Die Massenpsychose erreicht völlig ungeahnte Höhepunkte: „Tausende Menschen demonstrieren gegen Trump.“ Offensichtlich ist den Machern dieser Schlagzeile entgangen, dass in den USA gerade Wahlkampf war und Tausende auch für Trump demonstrierten und den Mann sogar wählten. Ist die neue Variante nun eine Ansammlung von schlechten Verlierern?

Der Spiegel geht weiter: Er bleibt in der Schmuddelkiste der Wahlkampf-Hillary und packt schonungslos aus: Die bitteren Tränen der Frauen, die ganze Wahrheit….“Die Wahrheit hinter Trumps Milliarden.“ Ja, das Stehaufmännchen war mehrfach pleite, ist es aber irgendwie auch wieder nicht, denn: „Er zapfte geschickt öffentliche Gelder an.“ Macht der Donald es also genauso, wie die meisten SPD-Bundestagsabgeordneten, die in Staatsdiensten stehen und ebenfalls nur von der öffentlichen Hand leben? Und das bis ins hohe Rentenalter gar nicht mal schlecht? Nein, das darf man nicht so sehen. Man muss das zweite, das rechte Auge zuhalten.

Mit dem Linken sieht man derzeit mehr. Denken die Medienverantwortlichen. Vor allem mehr Blödsinn und Unsachlichkeiten, die sich bei Schönling Marcus Lanz in seiner Talkrunde abends gleich mehrfach manifestierten: Die Chefredakteurin des berühmten Politmagazins „IP“, die man namentlich nicht extra erwähnen muss, sagte: Trump sei eine populistische Bewegung, keine Partei. Dieter Kronzucker, ZDF-Urgestein und US-Altweiser, stimmte heftig nickend zu. Nur den Unterschied zwischen Bewegung und Partei erklärte keiner. Hitler sprach damals von seiner NSDAP auch von einer Bewegung. Und es war nur eine Partei, leider eine schlimme, die aber offensichtlich so viele Wähler fand, dass sie durch Wahlen an die Macht kam. An sachlicher Kritik fehlte es damals wie heute.

Wenn also niemand weiß, was der Donald so vor hat, würde ich nicht mutmaßen und spekulieren. Ich würde fragen, fragen, fragen. Aber in den meisten deutschen Medien kriegt man nur halbgare Antworten von Menschen, die sich selber gerne reden hören. Und deswegen nimmt die Sympathie für den ewig Gescholtenen mehr und mehr zu. Woran das wohl liegt? Bestimmt nicht an den zu kurz Gekommenen. Nur an den argumentativ zu kurz Gekommenen. Also Bitte, ihr bedeutsamen Journalisten: Stellt mehr Fragen, liefert mehr Antworten, bietet mehr Argumente. Sonst macht ihr euch schuldig. Ihr seid die vierte Macht. Kein Hass- und Hetz- Vakuum bitte!