Die Tagesschau will zukünftig bei Nennung der AfD auf das Prädikat »rechtspopulistisch« verzichten. Die Nachrichtensendung der ARD erhebe keine Deutungshoheit über das politische Geschehen und habe sich den Begriff »abgewöhnt«. Man müsse lernen, die AfD als eine demokratisch legitimierte Partei zu behandeln, so der Erste Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke.

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ARD (Bild: metropolico.org)

Beim 4. Evangelischen Medienkongress letzte Woche in Hamburg teilte Kai Gniffke, Erste Chefredakteur von ARD-aktuell, mit, dass die Tagesschau die AfD nicht mehr als »rechtspopulistisch« bezeichnen werde.

Die Tagesschau erhebe keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit – auch wenn ihr das immer wieder unterstellt werde. Zudem erhebe das Format auch keine Deutungshoheit über das politische Geschehen, so Gniffke laut übereinstimmender Medienberichte und stellte fest: »Wir schreiben den Leuten nicht vor, was sie zu glauben haben.«

Viele Zuschauer hätten den Zusatz »rechtspopulistisch« bei Nennung der Alternative für Deutschland als belehrend empfunden. Die Tagesschau habe sich den Begriff deshalb »abgewöhnt«. Man müsse es lernen, die AfD als eine demokratisch legitimierte Partei zu behandeln.

»Eigentlich selbstverständliche – journalistischen Praxis«

Dr. Bernd Baumann, Vorsitzender des Landesverbandes der AfD Hamburg erklärte zur Entscheidung des Ersten Chefredakteurs der ARD Tagesschau, Kai Gniffke in einer Pressemitteilung: »Die Entscheidung der ARD-Tagesschau-Redaktion ist längst überfällig. Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten sind per Staatsvertrag daran gebunden, nicht tendenziös über bestimmte Parteien zu berichten. Die bisherige Praxis, die AfD mit dem Zusatz »rechtspopulistisch« zu brandmarken, haben viele Bürger – darunter nicht nur AfD-Wähler – als bevormundend und diskreditierend wahrgenommen. Schließlich wurde nur die AfD mit einem solchen Zusatzbegriff per se abgewertet.«

Baumann habe jedoch wenig Verständnis dafür, dass dies erst aufgrund massiver Zuschauerbeschwerden geschah. Er wünsche sich, so Baumann abschließend, dass Herr Gniffke mit seinem Einfluss auch die anderen Redaktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von dieser neuen – eigentlich selbstverständlichen – journalistischen Praxis überzeugen werde. (BS)