Schlaglicht: Man ist Syrer, 22, wird in einem bürgerkriegsgeschüttelten Land groß. Die Familie wird vom Diktator mit Gasbomben beworfen. So verschüchtert man, kehrt seinen Hass nach innen und sucht Verbündete. Religiöse Fanatiker geben einem ein neues Ziel: Tod den Ungläubigen, Hass und Gewalt! Dann hört man von Deutschland.

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Terror ohne Ende (Bild: metropolico.org)

Viele Nachbarn gehen dorthin, weil es dort alles umsonst gibt. Die Behörden dort sind deutsch, das heißt, sie sind überorganisiert und kriegen so ziemlich gar nichts auf die Reihe. Ja, es ist ähnlich wie daheim. Nur wenn`s ums Geld geht: Sparkasse. Dahin kommt nämlich das geschenkte Geld des Landes, in dessen Kasse man nie eingezahlt hat. Gut. Also macht man sich auf, ab ins viel gelobte Land zwischen Rhein und Oder. Es geht via Balkan in Bussen durch Österreich, dann ins sonnige München zum Registrieren. „Sie kommen aus Syrien? Na dann…“

Drei Jahre darf man erstmal bleiben. Geld und `ne Wohnung gibt`s auch. Nur die ist irgendwo in Sachsen. Was ist Sachsen? Egal. Die Sprache dort wird man eh nie lernen. Warum auch? Man ist ja hier nicht für Studienzwecke, sondern wegen etwas ganz anderem. Hier gibt es wirklich alles. Aceton in der Internetapotheke, Schwefelsäure in der normaler Apotheke und Peroxid im Baumarkt. Alles, was das Bombenbastlerherz begeht. Die Geheimdienste haben einen Tipp bekommen. Natürlich aus dem Ausland. Der BND geht der Sache nach. Mitte September haben die Schlapphüte einen genauen Plan: Da ist ein gefährlicher Mann aus Syrien, den es zu beobachten gilt. Blöderweise haben die Herren noch ein paar hundert andere auf dem Schirm. Und das sind nur die, von denen sie wissen…

Unser Mann findet es spitze,, nimmt Urlaub von der Flucht und reist erstmal in die Türkei, dann in seinen vaterländischen IS-Staat. Geld hat er ja. Nur Zünder für ein paar verträumte Bomben hat er noch nicht. Im Herbst kehrt er nach Deutschland zurück und lädt drei Freunde zum Bomb-Inn nach Chemnitz ins Arbeiterviertel. Es klopfen auch ein paar Polizisten, die es gar nicht erwarten können, bis ihre GSG-9-Vertstärkung kommt. Blöderweise entwischt den Unformierten der Syrer, denn sie haben kein Foto von ihm. Dann bekommen sie eins. Doch es dauert 36 Stunden, bis die eifrigen Fahnder die vierzeilige Meldung ins Arabische übersetzen lassen. Unser Syrer reist vorbei an Kameras in Chemnitz, aus der angeblich scharf bewachten Stadt, per Zug nach Leipzig. Vorbei an dutzenden von Überwachungskameras. Aber die funktionieren ja nicht, denn die Gesichtserkennungssoftware ist aus Datenschutzgründen ja nicht vorhanden. So schützt das Land die Daten eines Mannes, der hier einen Flughafen sprengen will. Er ruft auf Arabisch und wird erhört.

Drei weitere flüchtige Syrer nehmen ihn mit in ihre Leipziger Wohnung. Dort erkennen sie, dass ihr neuer Freund im Internet gesucht wird. Sie rufen beim nächsten sächsischen Polizeirevier an. Dort versteht man sie nicht, weder Englisch, noch Französisch, noch Arabisch. Also machen sie ein Handyfoto und fahren selber hin. Auf  der Wache wollen die Beamten die Herren schon festnehmen. Erst dann geht den Beamten ein Licht auf: Ah, der Mann, den die Flüchtlinge festgenommen haben, ist der Gesuchte! Endlich, drei Tage nach Zugriff, dem Zugriff des Mannes, der sich und andere als Selbstmordattentäter in die Luft jagen will. In der Gefängniszelle fummelt er an der Steckdose herum. Den Schließern fällt nichts auf. Bis er drei Tage später erhängt gefunden wird. Den Beamten fällt jetzt auf: Er rührt sich nicht mehr. Ende einer traurigen Geschichte?

Nein. Denn ein paar verwirrte Politiker der SPD wollten die Namen der syrischen Flüchtlinge veröffentlichen, ihnen sogar das Bundesverdienstkreuz verleihen. Jenen, die der Rache eines fallenden, fundamentalistischen Terrorstaates ausgesetzt sind, dessen Helfer unentdeckt in diesem Land leben. Nein, die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.