Meinungszensoren haben einen neuen Skandal offengelegt. Die Buchhandelskette Thalia bewirbt Bücher des Kopp-Verlags. Thalia beruft sich hierbei auf das Recht der Kunden auf freie Kaufentscheidung und freie Meinungsbildung. Kein Argument für linke Gesellschaftsklempner.

Thalia verteidigt das REcht auf freie Kaufentscheidung und Meinungsfreiheit (Bild: gemeinfrei)
Thalia verteidigt das Recht auf freie Kaufentscheidung und Meinungsfreiheit gegen linke Meinungsdiktatur (Bild: gemeinfrei)

Die Thalia Buchhandelskette, in Deutschland, Österreich und der Schweiz Arbeitgeber für annähernd 5 Tausend Menschen, hat sich den Unmut einiger Meinungszensoren aus dem linkspolitischen Spektrum zugezogen.

Wie die taz vermeldet, habe der Buchhändler in einer Bremer Filiale neben »harmlosen Kinder- und Pokémon-Go-Ratgebern« doch tatsächlich und auch noch direkt am Ladeneingang seit mehreren Wochen Bücher aus dem Kopp-Verlag ausliegen. Das im Baden-Württembergischen ansässige Unternehmen würde laut der taz »auch extrem rechte Literatur« verlegen und lässt im betreffenden Artikel die Frage, ob solch eine Buchwerbung durch Thalia mit Pressevielfalt und Meinungsfreiheit vereinbar sein, von berufener Stelle klären.

»Freie Kaufentscheidung und freie Meinungsbildung« – nicht für linke Meinungszensoren

Ein Sprecher von »Pro aktiv gegen rechts«, eine mobile Beratungsstelle in Bremen und Bremerhaven, gefördert mit Steuergeldern durch das Bundesfamilienministerium, stellt klar: Der Buchhandel dürfe »geistigen Brandstiftern vor dem Hintergrund der zunehmenden rassistischen Angriffe im Land keine Bühne bieten«.

Das Thalia-Unternehmen indes habe den Verkauf von Titeln aus dem Kopp-Verlag verteidigt. Durch ein breitgefächertes Sortiment biete man dem Kunden verschiedene Perspektiven zu aktuellen Diskussionen. Dadurch hätten die Leser die Möglichkeit, »sich umfassend zu einem Thema zu informieren, sich mit verschiedenen Blickwinkeln auseinanderzusetzen und sich so eine eigene Meinung zu bilden«, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber der taz. Und dazu gehören auch »umstrittene« Buchtitel.

»Rechtsextremismus-Experte« Max Wengel des Bremer »Anti-Rechts-Bündnisses« halte die vorgetragenen Argumente – Thalia sprach unter anderem von freier Kaufentscheidung und freier Meinungsbildung – für eine Ausrede. Der Buchhändler wolle sich so aus der Verantwortung stehlen: »Durch den Verkauf solcher Bücher bietet Thalia den Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, ihre in Teilen rechtspopulistischen, rassistischen und verschwörungstheoretischen Inhalte zu verbreiten.«

Die Fraktionsvorsitzende der Bremer Linkspartei, Kristina Vogt (Die Linke), springt Wengel bei und zeigt sich ebenfalls von Thalia enttäuscht. »Von einer großen Buchhandlungskette wie Thalia wünscht man sich schon eine Meinung und vor allem auch eine Haltung.« Vogt hat indes weniger Probleme, wenn es um die Unterstützung islamischer Belange geht (metropolico berichtete).

Noch kein Termin für öffentliche Bücherverbrennung anberaumt?

Eine ganz ähnliche linke Entrüstungswelle brach über die Thalia Bücherabteilung im Schweizer Bern im April 2015 herein. Dort hatten Späher der linksradikalen Internetseite Indymedia gemeldet, dass in der betreffenden Buchhandlung Bücher des »rechtspopulistischen Kopp Verlag« gesichtet wurden. Konkret ging es um das im Kopp-Verlag verlegte Buch »Gekaufte Journalisten« des Erfolgsautors Udo Ulfkotte. Dieses »offene Angebot mitten in Bern« suggeriere, dass der Konsum des Verlags, des Autors und die Verbreitung der Inhalte bedenkenlos seien.

Die Berner »Antirassisten« forderten auf ihrer linksextremistischen Internetkampfseite von den Thalia-Verantwortlichen eine schriftliche Stellungnahme ein und verlangten, dass ab sofort keine Bücher des Kopp-Verlags mehr verkauft werden dürften. Des Weiteren habe eine »finanzielle Entschädigung in Form einer Spende an ein antifaschistisches / antirassistisches Projekt in Bern« zu erfolgen.

Ob in Bern oder aktuell jetzt in Bremen eine öffentliche Verbrennung von Kopp-Büchern verlangt wurde, ist nicht bekannt. (BS)