Gedenkstättenleiter des Stasi-Knasts Berlin-Hohenschönhausen stellt Strafanzeige gegen die späten Ziehkinder der ehemaligen FDJ-Sekretärinnen für Agitation und Propaganda – Angela Merkel und Katrin Göring-Eckhardt – wegen »uniformierte Auftretens« in der Öffentlichkeit.

FDJ Lady bei Gegendemo zur Sicherheitskonferenz 2016 in München (Bild: metropolico.org)
FDJ-Lady bei Gegendemo zur Sicherheitskonferenz 2016 in München (Bild: metropolico.org)

Auf jeder linken Demo sind sie fester Bestandteil: Die Jungs und Mädels im Hemd der ehemaligen Jugendorganisation der DDR – der »Freien Deutschen Jugend (FDJ)«.

Im feschen, blauen FDJ-Hemd, »kämpfen« sie neben den Jungen Sozialisten (Jusos), den Genossen der Grünen Jugend und jenen aus den Reihen von verdi und Co. gegen den »Klassenfeind«.

Die späten Ziehkinder von Merkel und Göring-Eckhardt 

Die späten Ziehkinder von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der grünen Spitzenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) – beide FDJ- Funktionärinnen in der DDR, zuständig für Agitation und Propaganda – trugen während einer Demonstration am Rande der Einheitsfeierlichkeiten in Dresden einmal mehr geschichtsvergessen sowohl ihre blaue Uniform, wie auch ihre Gesinnung zur Schau.

Dr. Hubertus Knabe, Historiker und Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen stellte am Donnerstag Strafanzeige gegen die militanten DDR-»Romantiker« bei der Staatsanwaltschaft Dresden. In ihren Blauhemden der früheren DDR-Jugendorganisation hätten die Demonstranten gegen das Versammlungsrecht verstoßen. Es sei »in Deutschland verboten, öffentlich oder in einer Versammlung Uniformen, Uniformteile oder gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu tragen«.

Während die rechtspopulistischen Proteste bundesweit Aufsehen erregt hätten, sei der Aufmarsch von uniformierten Anhängern der FDJ weitgehend unbeachtet geblieben, so Knabe. Auf Twitter stellt er die Frage, warum die Polizei Sachsens nicht gegen die FDJ eingeschritten sei. Bei Rechtsbrüchen müsse die Polizei, wie die Staatsanwaltschaft aktiv werden, egal aus welchem politischen Spektrum diese Verstöße kommen würden, so der Gedenkstättendirektor, der seit Jahren gegen den faktischen Fortbestand von Strukturen der ehemaligen SED-Diktatur ankämpft. In seinen Publikationen weist der Historiker auf personelle, programmatische und finanzielle Kontinuitäten zwischen SED, PDS und Die Linke hin und kritisiert die SED-Nachfolgepartei für die fehlende Distanz zu ihrer DDR-Vergangenheit.

»Werde Vaterlandsverräter und schließ dich uns an! «

In einem Flugblatt der FDJ riefen die Blauhemden dazu auf »Großdeutsche Brücken zerschlagen bevor es andere tun müssen!« und schließen ihren Kampfaufruf mit dem Satz: » Dieser BRD die Brücken zu zerschlagen, die sie in ihrer langen Geschichte der Kriege gegen andere Völker zu bauen gelernt haben und es dabei oft genug so aussehen ließen, als würden sie etwas neues aufbauen, steht auf der Tagesordnung, bevor es erneut andere für uns tun müssen. Werde Vaterlandsverräter und schließ dich uns an! « (BS)