Deutsche Medien halten die iranische Aufregung rund um den Handschlag der fälschlicher Weise als männlich wahrgenommenen Bundesumweltministerin und ihrer muslimischen Amtskollegin für erwähnenswert. Wirklich interessant und beschämend: Wen hat die SPD-Ministerin Hendricks da eigentlich empfangen?

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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) empfängt Terror-Patin (Bild: Twitter ebtekarm)

Riesenhafte Aufregung im staatlich kontrollierten Fernsehen der Islamischen Republik Iran: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat bei einem Treffen in Berlin ihrer iranischen Amtskollegin, der islamisch korrekt verhüllten Umweltministerin und Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar, die Hand geschüttelt.

Die maskuline Optik der bekennenden Lesbe Hendricks löste einen Entrüstungssturm im Iran aus, als der staatliche iranische Fernsehsender IRIB Bilder des Treffens zeigte. Die muslimische Zuschauerschaft mutmaßte, dass ihre Umwelt-Muslima einem Mann die Hand geschüttelt habe, was der gläubigen islamischen Frau auf das strengste untersagt ist. Wäre das Missverständnis nicht aufgeklärt worden, dass Hendricks nur wie ein Mann aussehe, Ebtekar, eine Vertraute des iranischen Präsident Hassan Ruhani, hätte bei einem Handschlag mit einem Mann definitiv zurücktreten müssen. Medien wie RP-Online oder die FAZ beenden hier ihre Berichterstattung und begnügen sich damit, über die islamische Empörung berichtet zu haben.

Bundespolitiker heißen Terror-Patin willkommen 

Mit Ausnahme der Bildzeitung scheint es den deutschen Medien nicht erwähnenswert zu sein, wen die maskuline SPD-Politikerin Barbara Hendricks, Parteigenosse Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) in Berlin empfangen haben.

Massoumeh Ebtekar nahm bei der Geiselnahme in der Teheraner US-Botschaft nach der Islamischen Revolution 1979 eine prominente Rolle ein. Damals wurden 444 Tage lang 52 US-Bürgern von den Glaubensbrüdern der Terror-Patin gefangen gehalten. Ebtekar fungierte damals als Sprecherin der Geiselnehmer und erklärte in einem Fernsehinterview (siehe Ende des Artikels), dass sie auch bereit sei, den Geiseln in den Kopf zu schießen. Ebtekar, deren Vater in den USA studierte, lebte als Kind mehrere Jahre in den USA. Jährlich nimmt Ebetkar am Quads-Tag teil, der die Vernichtung des jüdischen Staates befeiert und unterstützt Terrorgruppen der Hamas und der Hisbollah um diesem Ziel möglichst schnell nahe zu kommen.

»Wie können Sie nur, Frau Hendricks? «

Auf Hendricks Facebookpräsenz macht sich derweilen Entsetzen breit. Viele Kommentatoren fragen, wie Hendricks diese »iranischen Schwerverbrecherin und Terroristin« nur empfangen könne. Andere halten es für eine »Rückgratlosigkeit und eine schallende Ohrfeige« für alle Homosexuellen, wenn sich eine deutsche Politikerin mit der Repräsentantin eines der »extremsten homphoben und anti-semitischen Terrorländer« treffe.  Die Zahl der an Kränen aufgehängten Homosexuellen in der islamischen Republik Iran geht in die Hunderte.

Die Grenz- wie Maßlosigkeit der Anpassung konnte Anfang 2015 bei der deutschen Vizepräsidentin des Bundestages, der Grünen-Politikerin Claudia Roth beobachtet werden, als diese zusammen mit einer Delegation des Bundestages, darunter ebenfalls vertreten Dagmar Wöhrl (CDU) und  und Stefan Rebmann (SPD),  zu einem offiziellen Besuch im Iran weilte. Die Damen der steuerfinanzierten Reisegruppe trugen artig und wie den entrechteten Frauen der islamischen Republik Iran vorgeschrieben, ein Kopftuch. Das beschämende an der peinlichen Veranstaltung: Sie taten dies ohne Zwang, da diese islamische Entwertung für westliche Politikerinnen nicht vorgeschrieben ist. Sie taten dies wohl aus »vorauseilenden Gehorsam« und im Falle von Claudia Roth aus besonderer Sympathie für die Politideologie namens Islam.

Mitte des Jahres brachte die »Gemeinsame Wirtschaftsdelegation für den Iran der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt« ein besonderes Lehrstück zum Thema »Unterwürfigkeit« zustande. Die Damen der Delegation wurden den iranischen Gastgebern in der zweisprachigen Broschüre züchtig in Kopftuch oder mit dem islamkonformen Tschador gewandet präsentiert (metropolico berichtete). Auch dies ohne Not und mit einer anschließend mehr als dürftigen Rechtfertigung.

Mit einer politischen Vertretung ein Treffen anzuberaumen, die ohne mit der Wimper zu zucken, Mensch in den Kopf geschossen hätte, Israel das Existenzrecht abspricht und Frauen- wie Homosexuellenrechte nicht anerkennt, ist ein weiterer politischer Meilenstein der Schamlosigkeit. (SB)

Massoumeh Ebtekar ab 11:20 Min: