Nicolaus Fest, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Bild am Sonntag, verfasste 2014 einen Kommentar, in dem er den »Islam als Integrationshindernis« bezeichnete. Dieser löste einen Empörungs- und Distanzierungssturm aus. Fest verließ daraufhin den Springer-Verlag. Nun ist Fest der AfD beigetreten. Mit Video.

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Aufnahmeantrag der AfD (Bild: metropolico.org)

Ein kurzer Kommentar in der Bild-Zeitung mit der Überschrift »Islam als Integrationshindernis« brachte im Juli 2014 die Gemüter der Berufsempörer zum Kochen (metropolico berichtete).

Der Kommentar stammte aus der Feder des stellvertretenden Chefredakteurs der Bild am Sonntag (BamS), Nicolaus Fest.

Berufsempörer auf Hochtouren

Insbesondere die links-politischen Kreise sahen sich berufen in harsche Kritik zu verfallen. Fest betreibe »Hetze gegen Muslime«. Volker Beck (Grüne) forderte die Zeitung auf, sich bei allen Muslimen zu entschuldigen. Genosse Niema Movassat (Linke) warf der Bild-Zeitung vor, Rassismus zu schüren. Aus dem SPD-Lager wurde der Kommentar als ein »Kübel Dreck« tituliert. Und der NRW-Landtagsabgeordnete, Serdar Yüksel (SPD), stellt gegen den BamS-Redakteur Strafanzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.

Hier der Artikel in der BamS vom 27.7.2014:

»Ich bin ein religionsfreundlicher Atheist. Ich glaube an keinen Gott, aber Christentum, Judentum oder Buddhismus stören mich auch nicht. Nur der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.

Mich stören Zwangsheiraten, „Friedensrichter“, „Ehrenmorde“. 

Und antisemitische Pogrome stören mich mehr, als halbwegs zivilisierte Worte hergeben.

Nun frage ich mich: Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber beim Islam wohl ja. Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen!

Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht.«

Distanzierung aus dem eigenen Hause

Insbesondere sein Kollege und Bild-Chef Kai Diekmann hatte in einem kurz darauf erschienen Gegenkommentar beteuert, dass »bei Bild und Axel Springer kein Raum für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam und den Menschen, die an Allah glauben« gebe. Wer eine Religion pauschal ablehne, stelle sich gegen »Millionen und Milliarden Menschen, die in überwältigender Mehrheit friedlich leben«, so Diekmann. Zuletzt hatte der eingetragene Verein Deutscher Presserat e.V.  den Artikel von Fest offiziell »gerügt« (metropolico berichtete).

Fest verließ im Oktober 2014 »auf eigenen Wunsch« den Springerverlag und arbeitete seither als freier Journalist. Unter andrem betreibt er den Internetblog Nicolaus Fest.

Nicolaus Fest tritt AfD bei

Medien wie der Spiegel oder die Zeit berichten aktuell, dass Fest nun der Alternative für Deutschland (AfD) beigetreten sei und berufen sich hier auf den Tagesspiegel und Informationen aus Parteikreisen.

Neben Fest gibt es weitere prominente ehemalige Journalisten in der AfD. AfD- Parteivizechef Alexander Gauland war Herausgeber der »Märkischen Allgemeinen«. Armin Paul Hampel, Beisitzer im Parteivorstand, arbeitete unter anderem als Auslandskorrespondent der ARD in Neu-Delhi. Petr Bystron, Landesvorsitzender der bayerischen AfD war für mehrere deutsche und internationale Medien publizistisch tätig. Michael Klonovsky, »publizistischer Berater« von AfD-Chefin Frauke Petry, war bis April 2016  Redakteur und Chef vom Dienst beim Nachrichtenmagazin Focus. (BS)

Nicolaus Fest: Warum ich mich zur AfD bekenne?