Vor Monaten hypten deutschen Medien mit der »Piratenpartei« eine linke Chaostruppe. Die Folge: In die Parlamente zogen zahlreiche dubiose und instabile Persönlichkeiten ein. Kurz vor der Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus und dem absehbaren Ausscheiden der Partei tötete der »Piraten«-Abgeordnete Gerwald Claus-Brunner nun einen ehemaligen Mitarbeiter seines Wahlkreisbüros und anschließend sich selbst.

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Gerwald Claus-Brunner (Piraten) (Bild: A.Savin, Rechte: CC BY-SA 3.0-Lizenz, Original: siehe Link)

Am Anfang der neuen Legislaturperiode würden die neu gewählten Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses »mal aufstehen dürfen und eine Minute stillschweigen«. Für ihn, den auch als »Kopftuch-Piraten« bekannten Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner (Spitzname: »Faxe«). So orakelte er in der letzten Sitzung des Parlaments. Andere Anwesende machten sich Sorgen, wollten ihm psychologische Hilfe angedeihen lassen. Seinen wenigen Vertrauten gegenüber behauptete Brunner wegen einer unheilbaren Stoffwechselkrankheit nur noch wenige Monate leben zu können. Doch das war gelogen. Und auch aufstehen dürfte im Hohen Haus für »Faxe« keiner mehr wollen.

Kranke Welt des Piraten

Denn nachdem in der Zentrale der Piratenpartei ein Brief eingegangen war, in welchem Claus-Brunner mitteilte bei Eingang sei er bereits tot, fand die Polizei am Montag in dessen Wohnung nicht nur seine Leiche, sondern auch den nackten und mit Kabelbindern gefesselten Körper von Jan Mirko L. Der 29-jährige Piratenanhänger hatte einige Zeit im Wahlkreisbüro des Abgeordneten gearbeitet. Allerdings fühlte sich der zierliche Mann, den Claus-Brunner nur »Wuschelkopf« nannte, von seinem ehemaligen Arbeitgeber gestalkt. Bei der Polizei erstattete er auf Anraten eines Freundes hin Strafanzeige.

Für Gerwald Claus-Brunner, dem Parteifreunde einen Hang zum Autismus und aggressivem Verhalten nachsagen, muss das eine schwere Kränkung gewesen sein. Denn der stets mit Kopftuch und Latzhose bekleidete Hüne, nach eigenen Angaben 95 Prozent homosexuell und 5 Prozent heterosexuell, war in seinen ehemaligen Mitarbeiter verliebt. Doch der erwiderte die Gefühle des Politikers nicht.

Nach aktuellem Ermittlungsstand hat Claus-Brunner den ihm körperlich unterlegenen Jan Mirko L. daraufhin in dessen Wohnung in Berlin-Wedding verprügelt und erwürgt. Anschließend verbrachte er den Leichnam in seine eigene Bleibe im Ortsteil Berlin-Lichterfelde, wo sich der Mechatroniker durch einen Stromschlag selbst richtete. Berichte über einen vorangegangen sexuellen Missbrauch des Opfers wollen die Behörden, die sich mit Informationen unter Hinweis auf Datenschutz ohnehin zurückhalten, hingegen nicht bestätigen.

Partei der Skandale

Der Fall Claus-Brunner ist indes nur einer von vielen Skandalen in der kurzen Geschichte der Piratenpartei. So wurde gegen den nordrhein-westfälischen Vize-Landtagspräsidenten Daniel Düngel ein Haftbefehl beantragt – wegen Schulden. Dessen Fraktionskollegin Birgit Rydlewski stöhnte auf Twitter über die Länge der Plenarsitzungen und lies ihren Parteifreund vor sich wissen: »Du darfst an mir lecken, wo Du willst, aber Du darfst es nicht twittern.« Rydlewski – von Beruf immerhin Lehrerin – hatte die interessierte Öffentlichkeit schon Monate zuvor auf Twitter über ein gerissenes Kondom und einen folgenden Aids-Test in Kenntnis gesetzt.

Die Berliner Piratin Mercedes Reichstein ließ sich gar dabei fotografieren, wie sie einen brennenden Gegenstand in Richtung der russischen Botschaft in Berlin warf. Auf Twitter veröffentlichte sie zudem ein Bild von sich, welches sie mit entblößten Brüsten und dem Slogan »Bomber Harris do ist again #NoPegida« zeigt. Gemeint war der britische Luftwaffen-General Arthur Harris, der für die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg und die rund 25.000 Todesopfer (meist Zivilisten) verantwortlich ist. Bei einer ähnlichen Aktion hatte sich Reichenstein bereits mit ihrer damaligen Parteifreundin Anne Helm für ein Foto vor der Dresdener Oper entblößt. Helm war damals der Slogan »Thanks Bomber Harris« auf den Oberkörper gepinselt. Inzwischen hat sie sich von der Piratenpartei abgewandt – und wurde gerade für die mehrfach umbenannte und sich heute »Die Linke« nennende SED ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. (DB)