Der gescheiterte Großflughafen BER ist nur ein Beispiel, wie der Steuerzahler bis auf das Hemd ausgeräubert wird – und sich wundersamer Weise – nicht wehrt.

Ausgeraubt bis aufs Hemd (Bild: metropolico.org)
Ausgeraubt bis aufs Hemd (Bild: metropolico.org)

Wir sind es mittlerweile hart im Nehmen, wenn es um die von uns zu bezahlenden Lasten geht. Hatten früher Beträge in Millionenhöhe die Gemüter erhitzt, stört sich heute kaum einer mehr an Milliardenbeträgen, die für die Rundumversorgung von Immigranten aus der ganzen Welt erwirtschaftet werden müssen oder für hirnlos geplante und stümperhaft durchgeführte Prestigeobjekte wie dem hochgejubelten Flughafen Berlin Brandenburg  hingeblättert werden müssen. Um diese Begehrlichkeiten des Staates zu befriedigen, schuftet der deutsche Steuerbüttel auch dieses Jahr bis zum 12. Juli für Wolfgang Schäuble und Konsorten. Gegenwehr? Fehlanzeige!

Knallrotes Irrsinnsprojekt: BER

Der »BBI kommt mit Riesenschritten voran«, tönte Wolfgang Tiefensee (SPD), ehemaliger Bundesverkehrsminister, am 29. Juni 2009 und hakte sich hierbei freudestrahlend bei den Genossen Matthias Platzeck (SPD), dem ehemaligen Ministerpräsidenten Brandenburgs, sowie Klaus Wowereit (SPD), dem einstigen »Und-das-ist-gut-so« Party-Bürgermeister Berlins, unter um munter einem Steuergelder-Milliardengrab entgegen zu schunkeln.

Sieben Jahre und zugezählte Pannen später ist das staatliche Projekt des hochgejubelten Flughafens Berlin Brandenburg »Willy Brandt« schon längst zum nationalen und internationalen Gespött geworden. Der von den beteiligten und auch verantwortlichen Herren damals geteilte Optimismus resultierte aus der Berufpolitikern immanenten Selbstüberschätzung und der zuvor beschlossenen und dann erweiterten Finanzierung des geplanten Flughafens Berlin-Brandenburg, der Anfang November 2011 seinen Betrieb aufnehmen sollte. 2011 wohlgemerkt!

Mit einer Finanzierung von 2,4 Milliarden steuernfinanziertem Geld wurde ein Konsortium aus acht Banken durch Wowereit, Platzeck und Tiefensee beauftragt, das damals größte Bauprojekt Europas zu stemmen. Bürge für diese nun im Desaster geendete staatlich gelenkte Großprojekt ist – wie könnte es auch anders sein – zu 100 Prozent der Bürger – da durch das repressionsfreie Tun der politisch Verantwortlichen diese Bürgschaft durch Bund mit 26 Prozent und den Länder Berlin und Brandenburg jeweils zu 37 Prozent gedeckt wurde.

Beispiele für die staatliche Unfähigkeit gefällig?

Inzwischen startet noch immer kein Flugzeug vom Flughafen und so wie es aussieht, könnte dies auch für immer so bleiben. Die Kosten dagegen sind schon längst in unvorstellbare Höhen abgehoben. Die Schätzungen belaufen sich bis zur geplanten Eröffnung – derzeit Ende Oktober 2017 – auf mindestens 5,4 Milliarden Euro. Die 4,3 Milliarden, die seit September 2012 von Hartmut Mehdorn, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bahn AG und von März 2013 bis März 2015 Vorsitzenden des BER – wie der Flughafen Berlin-Brandenburg inzwischen heißt- veranschlagt wurden, reichten bis Ende 2014.

Die Fehlerliste ist bereits unfassbar lang. Angefangen von der Entrauchungsanlage, die seit Jahren für jede Menge Spott sorgt. Die Anlage war über die Jahre so groß geraten, dass sie sich nicht mehr steuern ließ. Für 11 Millionen Euro musste die » Probleme mit der Leittechnik«, die in professionellen Kreisen immer wieder für einen Lacher gut waren, »in Ordnung« gebracht werden.

Ebenfalls nicht im Griff der Planer: Die Nummerierung der knapp 4 000 Räume im Flughafen. Jeder dritte hiervon war falsch nummeriert, weil im Chaos auch noch umgeplant wurde und keiner mehr den Überblick hatte. Da Türen und Lüftungsklappen den Raumnummern folgen, kann dies schwerwiegende Folgen, nicht nur für die Rettungsdienste, die verlässliche Nummernangaben brauchen, haben.

Noch mehr Belege für staatliche Stümperei?

Sie haben noch nicht genug? Dann das hier:  Mit den Terminal-Erweiterungen legten die verschiedenen Baufirmen immer mehr Leitungen auf die Kabeltrassen, und zwar solange, bis diese komplett überbelegt waren. Das ist in Anbetracht von Hitzebildungen ein »Problem«, da dieser Kabelsalat zudem auch durch Kanäle mit Hauptleitungen für Wärme, Kälte und Wasser führen. Pläne? Tja, die fehlen leider teilweise, so dass mehr als 90 Kilometer Kabel neu gezogen werden mussten.

Und zu guter Letzt nur noch einen der vielen verbleibenden Renner auf der staatlichen Pfuschliste: die Rolltreppen, die viel zu kurz bestellt worden sind. Wer mit seinem Koffer vom unterirdischen Bahnhof zum Terminal-Vorplatz will, muss sich und sein Gepäck am Ende der Rolltreppen noch ein paar Treppenstufen hinauf hieven. Aber geschenkt. In den nächsten Jahren wird sich, so wie es aussieht, eh niemand daran stören können, weil das ganze verpfuschte, weil dilettantisch von größenwahnsinnigen Berufspolitkern verantwortete Prestigeobjekt wohl nie eröffnet werden wird.

Da sowohl die Fertigstellung insbesondere des Schallschutzes nicht abzusehen ist, hat der nun  aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Mehdorn am 10. April 2014 vorsichtshalber schnell noch weitere 1,1 Milliarden für das Großprojekt veranschlagt. Die offiziellen Gesamtkosten – ohne Zinsen, Finanzierungsaufwand und Flughafenerweiterung – dürften damit auf wenigstens 5,4 Milliarden Euro steigen. Zudem plante die Flughafengesellschaft Erweiterungsmaßnahmen in Höhe von zusätzlichen 2,19 Milliarden. Begründung: man müsse mittelfristig ausreichend Kapazitäten für das erwartete Verkehrsaufkommen schaffen. Ein Witz? Nein – eigentlich der unverkennbare Ruf nach Haftung der bisherigen Verantwortlichen.

Seit 16.03.2015 leitet nun Karsten Mühlenfeld, deutscher Industriemanager und Maschinenbauingenieur und somit »irgendwie vom Fach«, die Großbaustelle BER. Vorher war Mühlenfeld Mitglied der Geschäftsführung bei Rolls-Royce Deutschland und den Bereich Engineering zuständig.

Zahlen gefällig, um ein Gespür für die Verschwendung Ihres Geldes zu bekommen?

Um ein »Gespür« dafür zu bekommen, welche unglaubliche Steuergeldverschwendung unfähige Politiker hier einmal mehr angerichtet, aber hierfür wohl nie zur Verantwortung gezogen werden, veranschaulicht eine Homepage, die im Sekundentakt die steuerfinanzierte Last visualisiert.

Die momentan aufgelaufenen Kosten von insgesamt 4 804 668 800 Euro ergeben auf den Monat umgerechnet eine satte Summe 41 415 142 Euro oder pro Tag 1 336 000 Euro, die der Steuerzahler für den neuen, komplett unbrauchbaren Berliner Flughafen (BER) berappen muss. Die Last erhöht sich pro Minute um geschätzte 4 500 Euro und ein Ende scheint weder zeitlich noch finanziell in Sicht; die Kosten für den Steuerzahler steigen und steigen und steigen.

Der Seitenbetreiber zeigt weiter auf, dass mit diesen Unsummen durchaus auch Sinnvolles hätte bezahlt werden können: 6 Millionen Kita-Plätze wären bis jetzt finanzierbar gewesen. Weniger sinnvoll, aber vom Zahlenwerk nicht weniger beeindruckend: 401 000 Monatsgehälter des Ministerpräsidenten von Brandenburg wären mit der Summe bezahlbar oder wir könnten 600 Jahre lang den gesamten Bundestag in ein Flugzeug setzen und im Orbit kreisen lassen. Oder aber es hätten 34 900 Meter Autobahn – Kosten pro Meter Autobahn: 138 000 Euro gebaut werden können.

Der totale Raub am Bürger

Eine weite, für unsere Politiker jedoch undenkbare Option: Dem modernen, staatlegitimiertem Raubtum ein Ende bereiten und es den berufsmäßigen »Um-fair-teilern« untersagen, das Geld jener wie irre und mit vollen Händen hinaus zu schmeißen, die zum Erwirtschaften dieser Riesenbeträge ihre Lebenszeit investieren.

Schauerlich geradezu, wenn der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. (BdSt) auch dieses Jahr zum Steuerzahlergedenktag am 12. Juli um exakt 14:44 Uhr jenen Zeitpunkt erreicht sieht, wo der deutsche Steuerbüttel erstmalig in seine eigene Tasche wirtschaftet darf. Denn, so die Rechnung des BdSt, ist das gesamte Einkommen, das die Steuer- und Beitragszahler vor diesem Datum erwirtschaftet haben, an den Staat zwangsabgeführt worden.

Damit liegt die Volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote im Jahr 2016 bei voraussichtlich 52,9 Prozent. Von jedem verdienten Euro bleiben also nur 47,1 Cent übrig. Und das gilt nicht nur für die linkspolitsch so verteufelten angeblichen Großverdiener und Unternehmer – das gilt für jeden von uns, der von der Bundesregierung verdonnert wird, nicht nur fehlgeleitete Projekte wie das BER durchzufinanzieren, sondern nebenbei noch den vollumfänglichen Unterhalt für Hunderttausende von hereinströmenden Immigranten zu erwirtschaften hat.

Die Antwort auf die Frage, warum dieser Raub am Bürger durch die politisch Agierenden in diesem unglaublichen Ausmaß möglich ist: Wir – die Steuerzahler – die Melkkühe der Nation lassen es ohne zu muhen zu! (BS)