In Prag gründete sich diese Woche die »Alternative für die Tschechische Republik 2017« (APC) und wählte den Soziologen Hampl an die Spitze der neuen Partei. Die Mainstreammedien, insofern sie berichteten, schrieben sofort und systemkonform der APC das Prädikat »rechtspopulistisch« zu. 

»Alternative für die Tschechische Republik « - Petr Hampl (m) (Bild: APC - Facebook)
»Alternative für die Tschechische Republik« (APC) gegründet – Petr Hampl (m) (Bild: APC – Facebook)

Das islamkritische tschechische Bündnis »Blok proti islámu« (»Block gegen den Islam«) hatte bereits, wie KOPP Online berichtete, die Gründung einer Partei nach dem Vorbild der deutschen AfD unter dem Namen »Alternativa pro Česko« (APC) (»Alternative für Tschechien«) angekündigt.

APC – »Alternative für Tschechien«

Die Partei, die sich aus dem Umfeld des nun aufgelösten »Bündnisses gegen den Islam« entwickelt haben soll, präsentiert sich in ihrem Programm sowohl wirtschaftsliberal als auch patriotisch und islamkritisch.

So setzt sich die APC für einen massiven Bürokratieabbau ein, möchte die staatlichen Medien entmachtet sehen, lehnt die Indoktrination von Kindern und Jugendlichen durch das Gendermainstreaming ab und macht sich stark für eine Demokratie nach Schweizer Vorbild. Der Wohlfahrtsstaat soll zurückgefahren und jeder unbescholtene tschechische Bürger das Recht auf Waffenbesitz erhalten. Dem Recht der Bürger auf Selbstverteidigung muss Vorrang vor dem Rechten von Kriminellen eingeräumt werden, so die APC-Position. Der Islam werde als Religion toleriert. Jedoch soll jeglicher Versuch, islamisches Recht oder eine islamische Gesellschaftsordnung in Tschechien zu etablieren, durch den Staat rigoros unterbunden werden, so nur einige Punkte aus dem aktuellen Parteiprogramm.

Czexit-Option

In Hinblick auf die EU möchte die APC den Weg in eine Europäische Gemeinschaft realisiert sehen. Sollte die nicht möglich sein, dann werde sich die Partei für einen »Czexit“- also dem Austritt Tschechiens aus der EU – stark machen. Die Aktivitäten der Partei würden sich auf die Parlamentswahlen im Jahr 2017 konzentrieren, da es notwendig sein wird, ein gutes Ergebnis zu erzielen, um eine patriotische Regierung aufzubauen, die sich für die bürgerlichen Freiheiten einsetzt und diese verteidigt. Nur so könne die Tschechische Republik Veränderung, die in Ungarn und Polen aufgetreten und auch in Österreich zu Tage getreten sind und eventuell auch in Deutschland greifen, realisieren.

Ladislav Jakl, der frühere Chef der politischen Abteilung im Kabinett des EU-kritischen tschechischen Ex-Präsidenten Vaclav Klaus (metropolico berichtete), der am AfD-Parteitag in Stuttgart eine Gastrede hielt und sich dort als Anhänger der »Alternative für Deutschland« bezeichnete, begrüßte die Gründungsversammlung der APC : Das wichtigste Thema sei, so Jankl, ob man den Brüsseler und Pro-Brüsseler Sozial-Klempnern weiterhin ihre wilde Experimente mit den freien europäischen Völkern und deren Bürgern erlaube. (BS)