Bundespräsident Joachim Gauck wurde während eines Besuchs in Sebnitz (Landkreis Sächsische Schweiz) beschimpft. Auf dem Weg ins Rathaus, wo er sich am Sonntag ins Goldene Buch der Stadt eintragen wollte, empfingen ihn mehrere Menschen mit Buh-Rufen. Zudem riefen sie «Gauck verschwinde» und «Volksverräter». Mit Video. 

Joachim Gauck (Bild: metropolico.org)
Joachim Gauck (Bild: metropolico.org)

Das bestätigte eine Sprecherin des Bundespräsidenten laut dem Magazin Focus. Zuvor habe Gauck auf dem 116. Deutschen Wandertag in Sebnitz für das Wandern geworben und die Arbeit der Vereine gewürdigt. Bereits im Vorfeld hätten »fremdenfeindliche Bündnisse« Stimmung gegen den Gauck-Besuch gemacht und zu Protestaktionen aufgerufen, so die unkritische und mainstreamgängige Darstellung des Magazins. Ein rechter Blog habe eine Fotomontage des Bundespräsidenten mit der Ankündigung »Der Gaukler kommt!« verbreitet  und dazu aufgerufen, den Besuch zum »Spießroutenlauf« für ihn werden zu lassen.

Wie Sputnik berichtet, habe die Polizei Reizgas gegen die wütende Menge eingesetzt. Mehrere Menschen seien dabei verletzt worden.

Sebnitz Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) hatte bereits im Vorfeld davor gewarnt, dass ein Zwischenfall die jahrelange Vorbereitung und die erhofften positiven Nachwirkungen des Wandertags zunichte machen könnten.

Joachim Gauck hatte in einem Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen ARD-Sender im Zuge der bevorstehenden Brexit-Entscheidung mit seine Sicht auf die EU einmal mehr viele Bürger vor den Kopf gestoßen. Gauck gab einmal mehr zu verstehen, dass das Volk wie kleine unmündige Kinder ständig erzieht werden müssten, indem er sagte: »Die Eliten sind gar nicht das Problem –  die Bevölkerung ist im Moment das Problem.« Von Volkserziehern aus den Reihen von Politik und Medien haben allerdings immer mehr Bürger die Nase gestrichen voll. (SB)

Joachim Gauck in Sebnitz:

 

Joachim Gauck und seine Sicht auf die Bevölkerung: