Schlaglicht: Vielleicht ist es den Europäern, vorneweg den Briten, einfach zuviel Europa geworden, was man sich da mit 28 Staaten ans Bein gebunden hat? Die einfache Erklärung von der breiten Masse der Medien, dass es die dumpfen Nationalisten waren, die Europa zerstören, ist wirklich ein wenig zu einfach. Sie beinhaltet nämlich nicht die Frage des Warum.

(Bild: metropolico.org)
Wie lange? (Bild: metropolico.org)

Und das sollten Journalisten eigentlich immer zuerst fragen. So entdecken wir eher beiläufig, wie im Zeitalter der Medienkrise eben diese entstand: Es waren nicht die neuen Medien allein, sondern politisch überkorrekte, an Orthorexie (jene krankhafte Sucht nach der allerbesten Idealform) heranreichende, superkorrekte Edelfedern, die die Welt belehren und sich ins möglichst korrekteste, moralischste aller Lichter stellen wollten. Superjournalisten-Gutmenschen. Kein Wunder, dass diese den Brexit noch kurz vor der Entscheidung für unwahrscheinlich hielten. Meinungsforscher und Heere von Politologen gaben ihnen im Staatsfernsehen in Endlosdiskussionen eifrig Recht. Nur die Spatzen auf den Dächern und so ziemlich jeder Mensch, den im praktischen Leben steht, schüttelte nur den Kopf. Er musste vor der Meinungspolizei nur aufpassen. Vielleicht war das ja schon ein nationalistisch-faschistisches Kopfschütteln?

Immer weniger verstehen den Popanz Europaparlament in Strassburg mit 751 satten Abgeordneten, die Europäische Kommission, von der die Mitgliederanzahl nicht einmal auf der eigenen Webseite erfasst ist, den Rat der EU, der in seiner Kompetenz einfach kaum einem erschlossen wurde und all die anderen personalintensiven Versorgungsstellen zwischen Brüssel und Strassburg – kurz: Diese superkritischen Gutmenschen-Journalisten und Bessereuropäer haben das Volk nicht umfassend informiert. Sie haben ihren Job nicht gemacht. Dafür gibt es jetzt die Quittung. Offensichtlich waren sie mit abgehobener Selbstdarstellung intensiver befasst.

Das ist aber nur das eine. Viel wichtiger ist, dass sie jetzt wieder bei der Aufklärung versagen. Es ist nicht die dumpfe Nationalistische, sondern ein Reinigungsprozess von der ausufernden europäischen  Geldvernichtungsmaschine, besetzt mit Junker und anderen daherschwafelnden Politikern. Dagegen wehren sich jetzt viele. Ob in Dänemark, Polen, Österreich, Ungarn, Frankreich, Holland, Tschechien oder die Slowakei oder der Beppo in Italien: Sie haben alle die Schnauze voll von dauerhaften Diskussionen über absurde Griechen-Milliardenhilfen, die ins nächste Jahrhundert reichen. Vom Frontex-Versagen, von Muttis, die sich in Einwanderungsfragen über alle andere stellen, von Bankenrettungen, die niemand versteht. Von der galoppierenden Jugendarbeitslosigkeit und Altersarmut, den explodierenden Mieten etc. Sie wollen einfach wieder zurück in ihre alten, sicheren Systeme. Zurück in ein überschaubares Europa. Eins ohne Mietpreishandbremsen und anderen leeren Versprechungen.

Klar tummeln sich im Politikbetrieb rechts, mittig bis links auch immer Spinner wie Farage oder der echt blonde Wilders. Etwa so viele, wie im so genannten Journalismus. Zurück zur Realität. Schrumpfen wir Europa wieder zur realistischen Größe vergleichbarer Länder zusammen. So werden wir kleiner und stärker. So soll Zusammenwachsen, was zusammengehört, nach Brandt. Griechenland tut das eher nicht. Wie sagte schon Alt-Kanzler Helmut Schmidt: „Griechenland ist ein orientalischer Staat.“ Zurück zum Europa mit seinen in den Sozial- und Wirtschaftsstrukturen vergleichbaren Vaterländern. Die Idee ist nicht neu. Aber nicht schlecht. Wie lange dauert es wohl, bis Egomanen-Journalisten das erkennen und keinen Nazi dahinter wittern? Oder war de Gaulle auch ein Nazi?