Schlaglicht: Reisende soll man nicht aufhalten. Die Briten sind im Gehen, die Schotten im Kommen. Und wer übernimmt die gesamteuropäischen Mrd-Schulden nach dem Austritt der zweitgrößten Wirtschaftsnation aus der EU?

Und nu? (Bild: metropolico.org)
Und nu? (Bild: metropolico.org)

Natürlich die Deutschen. Germans to the front. Kennen wir schon, denn da stehen wir seit langem. Es ist, als ob wir Europäer wieder einmal zum Essen einluden und mit der Rechnung sitzen gelassen wurden. Die dummen Deutschen. Und was hat Mutti dagegen präventiv unternommen? Natürlich nix, wie immer. Wie kann man denn eigentlich einen Partner so einfach vom Tisch aufstehen und gehen lassen? Referendumm gelaufen! Hoffentlich scheidet wenigstens Nordirland bald aus der EM aus, sonst gewinnt noch ein Nichteuropäer den Europapokal.

Welche große Maßnahme – außer mit der EZB eifrig noch mehr Geld zu drucken – hat Mutti im Visier? Aus Großbritannien wird Kleinbritannien und ist immerhin mit 48,9 %  am Derivathandel beteiligt. Das sind jene Wertlospapiere zahlreicher Hedgefonds, von denen man, wie bei den Besitzern, nicht weiß, was sie darstellen, was sie wert sind und warum sie eigentlich überhaupt gehandelt werden. Das britische Pfund hat schon mal 30 % verloren, was heißt, dass Mr. Bond seit heute morgen ein Drittel weniger verdient. Seine Widersacher Blofeld und Konsorten haben längst gegen Pfund und Euro gewettet. Juan und Dollar freut es.

Die Russen in der Boykottkrise spüren eh keine Einschüsse mehr. So geht die Weltwirtschaft einmal mehr wegen der Eitelkeit weniger am Stock. Und wegen der Tatenlosigkeit Muttis. Wie lange dauert es noch, bis endlich jemand dieser überforderten Frau aus der Uckermark klar macht, dass man all das, was man selber nicht aufgebaut hat, nicht einfach kaputtmachen darf? Versuchen wir es psychologisch. Ihr Papa kam in den 50gern kurz vor Mauerbau aus Hamburg mit der kleinen Dern ins Pfarramt in die gottlose DDR und dort in die auch für DDR-Verhältnisse finstere Grenzregion zu Polen. Langsam arbeitete sich Miss Agitation und Propaganda in der Partei nach oben. Hat sie ihren Vater dafür geliebt, dass er sie in den Osten brachte? Das hinterließ sicherlich Riefen in ihrem Teenie-Ego. Schnell wurde ihr klar: Wer hier raus will, muss Karriere machen. Egal wie. Mit dem Spartenprogramm Physik schaffte sie es.

Seltsamerweise waren Professoren immer ihre besten Freunde, Männer, Vorgesetzte, Entscheider. Sicher ist sicher. Sie war in Berlin an der Humboldt-Uni angekommen, dann kam die Wende. Merkel suchte in der neuen Welt nach Aufstiegsmöglichkeiten und fand sie  als Sprecherin im Schatten einer Partei, deren Führung stasidurchsetzt war. Helmut Kohl hatte es erst mit einer anderen willigen Ostdeutschen, Claudia Nolte, probiert. Doch als diese Rüschenbluse mit Hornbrille sich pausenlos mit dem Heli im verträumten Ilmenau abholen ließ, machte er einen Rückzieher.

Das war Muttis Stunde. Vom Professoren via Ostmikropartei zu Kohls Mädchen. Es endete mit einem entmachteten Mann im Rollstuhl, zahlreichen professoralen Exen und einem angeschlagenen, dauerhaft für Pleitegriechen zahlenden Flüchtlingsintegrationscamp Deutschland. Einem Land, dem die Freunde weglaufen, so wie Mutti früher ihren Männer abhold ging. Nur Prof. Sauer harrt an ihrer Seite. Herr Nicht-Merkel, der Mann der Nicht-Mutter. Last man standing, während Europa in seine Einzelteile zerbricht und Mutti nur zuguckt. Die Geschichte wird sie an dem messen, was sie tat. Nicht an dem,  was sie nicht tat.