Schlaglicht: Wie schädigt man eine Partei, die mit deutlich zweistelligen Umfragewerten den etablierten, platt gesessenen und entscheidungsarmen Großkoalitionären das Fürchten lehrt? Man diskreditiert sie.

FAZ (Bild: metropolico.org)
FAZ (Bild: metropolico.org)

Stasi-Markus Wolf, Chef der Desinformation der DDR, hätte es nicht besser machen können, als die beiden Herren „Redakteure“ Lohse und Wehner von der angeblich überparteilichen FAZ am Sonntag. Eines Blattes, das angesichts sinkender Auflagen dringend um die Lesergunst mit nahezu allen populistischen Tricks buhlt.

Die Propagandisten legen dem Chef jener Partei einfach einen unverschämten Satz in den Mund. Am besten – angesichts der anstehenden Fußball-EM einen Satz, der unseren deutschen Hoffnungsträger Nr. 1. gemein desavouiert, besser noch: beleidigt. Es darf nur nicht zu gemein sein. Das „N…-Wort“ darf nicht fallen. Also einigt man sich still auf etwas rassistisch Abwertendes, was man Alexander Gauland von der AfD in den Mund packen könnte.

Nachdem die Pädophilenvorwürfe am Wochenende schon vom Opus Dei aufgebraucht waren und dem alten Mann von Potsdam Diebstahl, Antanzen oder Massenvergewaltigung eher nicht glaubhaft angedichtet werden kann, also jenes: Den Boateng wolle er nicht als Nachbarn haben. Wieso sollte er auch? Boateng will nicht beim SV Babelsberg in der Flüchtlingsmannschaft anheuern. Egal. Gauland soll das gesagt haben. Alter Mann gegen Hoffnungsträger. Auch wenn dieser gleich darauf widerspricht, gilt das nicht. Der Shitstorm, der medial über ihn jetzt bis zur staatlichen Medienoberpopulistin Anne Will hereinbrach, reicht noch bis ins nächste Jahrhundert. „Gauland, das war doch der, der die Kinder von unserem Weltfußballer gegessen hatte?“ wird man in einigen Jahrzehnten noch verachtungsvoll vor sich hinspucken.

Und auch der Fußballer selbst, obschon eine Entschuldigung für nicht Gesagtes vorhanden war – erklärt medienwirksam: „Es ist traurig, das so etwas heute noch vorkommt.

Lieber Jerome mit Holzbrille! Bei einem Jahresgehalt weit jenseits der Millionengrenze, geachtet als Promi und liebender Vater sollte man doch bitte die Größe und den herzlichen Verstand besitzen, sich nicht zum Spielball einer schmutzigen, populistischen Medienkampagne machen zu lassen. Hier muss die Frage – besonders an die Herren Wehner und Lohse gestellt werden: Was hat Fußball mit Politik zu tun? In der FAZ am Sonntag viel. In der Politik ist nach diesen Regeln alles erlaubt. Wieder ein Grund mehr für die deutsche Medienkrise und für ein paar Prozentpunkte der AfD. So geht Desinformation heute oft nach hinten los.