VIDEO! Erstmals hat sich die AfD gegen die Kündigung eines Wirtes zur Wehr gesetzt. Ricky Steinberg, Wirt des Münchner Hofbräukellers, hatte den Vertrag mit der AfD gekündigt – und wurde durch das Landgericht München zur Bewirtung der Partei verpflichtet. Diese vermutet hinter vielen solcher Vorgänge das Wirken des politischen Gegners. Petry nutzte die Pressekonferenz zu einem Seitenhieb in Richtung Alexander Gauland.

Petry nutzt eine Pressekonferenz über den juristischen Sieg der AfD zu einem Seitenhieb auf Alexander Gauland (Bild: metropolico.org)
Petry nutzt eine Pressekonferenz über den juristischen Sieg der AfD zu einem Seitenhieb auf Alexander Gauland (Bild: metropolico.org)

München hat eine eigene Dienststelle, die sich unter anderem damit beschäftigt, auf Gastwirte Druck auszuüben. Ob das auch im Hofbräukeller (nicht zu verwechseln mit dem Hofbräuhaus) der Fall war, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Nun will die AfD nach Angaben Petrys sich häufiger juristisch wehren, worauf man bisher verzichtet habe.

Dass ein solch juristischer Schritt erstmals in München durch die AfD erfolgreich unternommen wurde (metropolico berichtete), ist dabei sicherlich von großer Symbolik. Die bayerische Landeshauptstadt hat ein ganzes (Spitzel-)Netzwerk aufgebaut, um die politische Organisation von »Rechtspopulisten« zu verhindern.

»Gauland ist nicht der Parteistratege«

Petry ließ in der Pressekonferenz aber auch erkennen, warum sie innerhalb der Parteiführung zunehmend auf Schwierigkeiten stößt. Ohne Not erklärte sie auf Nachfrage zur Rolle der Medien, Gauland würde zu Unrecht als der Parteistratege der AfD dargestellt. Wenn sie lese, Gauland würde in der Partei die Fäden ziehen, »schmunzle« sie »auch relativ häufig«.

Zuletzt hatte Petry eine »Bunte« Love-Story über sie und den NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell dazu genutzt, auf Gauland, aber auch auf Beatrix von Storch einzuprügeln. Dies hatte nicht nur die beiden, sondern auch viele Mitglieder der Partei verstört.

Eigene Befindlichkeiten als Botschaft

Merkwürdig wirkt es auch, wenn Petry auf eine Frage zur Medienstrategie der AfD auf den Vorzug von Primärquellen verweist. Erst nach längerem Nachdenken (für Nachfragen war keine Zeit, siehe Video), kommt der Gedanke, dass sich die Parteivorsitzende wohl auf ihr berühmtes Interview mit dem »Mannheimer Morgen« beziehen dürfte.

Darin hatte sie davon gesprochen, dass das Gesetz den Einsatz von Schusswaffen beim Grenzschutz vorschreibt. Petry hatte die daraufhin sehr kritische Berichterstattung viele Mainstreammedien angegriffen, da aus diesem Interview unzureichend »zitiert“ worden sei. Doch dieser Zusammenhang bleibt eine Vermutung nach einer Pressekonferenz, die nicht in jedem Fall zur Klärung von Fragen beiträgt. Ob es der AfD nutzt, immer wieder diesen Vorgang ins Gespräch zu bringen, wird freilich ohnehin offen bleiben müssen.

Der ewige Hitler

Micky Wenngatz wird durch den Deutschlandfunk als Rechtsextremismusexpertin vorgstellt. Ihre SPD-Mitgliedschaft wird dem Leser jedoch verschwiegen. (Bild: metropolico.org)
Micky Wenngatz wird durch den Deutschlandfunk als Rechtsextremismusexpertin vorgstellt. Ihre SPD-Mitgliedschaft wird dem Leser jedoch verschwiegen. (Bild: metropolico.org)

Die Zeit wurde in der Pressekonferenz aber auch dadurch verschwendet, dass es dem Deutschlandfunk bedeutsam erschien, zu klären, ob es Petry wichtig ist, im Hofbräukeller aufzutreten. Hintergrund: Der Deutschlandfunk hatte zuvor in einem Artikel zur Kündigung gegenüber der AfD durch den Wirt darauf hingewiesen, dass auch schon Adolf Hitler dort aufgetreten sei.

Dazu hatte der Deutschlandfunk die Vorsitzende des Vereins »München ist bunt«, Micky Wenngatz, als „Expertin« ins Feld geführt. Was der öffentlich-rechtliche Sender verschwieg: Die Münchner SPD nutzt den Hofbräukeller regelmäßig.

Auch nicht unbedeutend, wenn jedoch ebenfalls den Deutschlandfunk-Lesern verschwiegen: Wenngatz ist SPD-Mitglied (metropolico berichtete). Der Verein „München ist bunt« hat zudem seinen Sitz im Oberanger 38 in München. Das ist zugleich der Sitz einer anderen politischen Organisation: Die Bayern-SPD hat dort ihre Zentrale. Dort dürfte auch die »Primärquelle« des historischen Ausfluges zu Hitler sitzen. (CJ)

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