Schlaglicht: Die einen haben einen Dieselmotor, den man vor der Umwelt schonen muss. Die anderen, die in Brandenburg bei der Polizei arbeiten, haben ein höchst eigenes automobiles Problem.

Die Medien spekulieren wild über eine Festnahme in Oberbayern und verbreiten Falschmeldungen (Bild: metropolico.org)
Discolicht in Brandenburg (Bild: metropolico.org)

Zwar kriegen die Herren um Innenminister Schröter gerade einmal mühevoll 100 Streifenwagen im ganzen Bundesland Nacht für Nacht besetzt, was wiederum am knappen Personal liegt. Doch sitzen dann die Damen und Herren in Blau im Einsatz-Kompaktvan mit Polizeiaufschrift, gibt’s erst einmal Disco. Unvermittelt drehen auf einmal die Blaulichter durch. Oder es tatütatat, wenn es gar nicht tatütataaen soll. Es geht um die eigensinnigen, nagelneuen 28 Opel Zafiras.

Deren hehre Technik ist das Problem. Eins, das sich nicht ganz so einfach lösen lässt. So lässt sich zwar per Bordcomputer erkennen, wo der nächste Zafira steht, nämlich genau nebenan auf dem Polizeiparkplatz. Aber mehr auch nicht. Als interaktiver Funkwagen sollte er einst das Dienstzimmer ersetzen. Fahndungen sollten online von unterwegs erfolgen. Jetzt geht noch nicht einmal das Licht an. Oder aus.

Ein Wochenende lang ließen die Beamten zwei Gefährte samt Elektronik in einer schalldichten Garage laufen und beobachteten. Trotz des Dauertests spielte die Elektronik weiterhin verrückt. Will man das Fenster aufmachen, springt das Blaulicht an. Manchmal geht auch nur die Tür auf.  Oder der Kofferraum. Die Zwei-Liter-Diesel-Fahrzeuge könnten, weil ihre Abgasreinigung auch an ein Zeitfenster gebunden ist, zurückgegeben werden, wenn sie a) von VW und b) in den Staaten wären.

Sind sie aber nicht. In Deutschland trägt in der Regel der Steuerzahler die Schuld und den Ausfall. Weniger Sicherheit, grundlos blinkende Autos am Straßenrand und ein nicht näher bezifferter 28-facher technischer Totalausfall. Man ist in Brandenburg. Da, wo gerade der Justizminister (Linke) seinen Posten wegen eines Dienstwagenskandals ging, könnte jetzt auch gleich noch der Innenminister (SPD) folgen. Vielleicht mit Discobeleuchtung.