Der Erdrutschsieg des FPÖ-Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl in Österreich verunsichert den österreichischen, wie auch den deutschen Mainstream massiv. Die Angst vor dem eingesetzten politischen Wandel zeigt sich jedoch nirgends so deutlich wie bei den kommenden Verlierern.  

Ralf Stegner (SPD) (Bild: Screenshot Twitter)
Ralf Stegner (SPD) (Bild: Screenshot Twitter)

Erdrutschsieg bei der Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer siegte am Sonntag im ersten Wahlgang mit rund 35 Prozent der Stimmen deutlich vor dem Favoriten, dem Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen mit etwa 21 Prozent der Stimmen.

 

Abwärtstrend der Etablierten setzt sich auch in Österreich fort

Historisch das schlecht Abschneiden der Kandidaten von SPÖ und der christdemokratischen ÖVP, die jeweils nur auf rund 11 Prozent der Stimmen kamen. Historisch deswegen, weil somit der nächste österreichische Bundespräsident erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht von den beiden Volksparteien gestellt werden wird.  Auf dem dritten Platz lag laut erster Hochrechnung die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss (19 Prozent).

Damit treten in der Stichwahl der FPÖ-Politiker Hofer und der grüne Van der Bellen gegeneinander an. Van der Bellen hatte im November letzten Jahres verkündet, dass er im Amt des Bundespräsidenten keinen FPÖ-Politiker zum Kanzler machen werde. Auch dann nicht, wenn die FPÖ über eine qualifizierte Mehrheit verfügen sollte.

Wandel unübersehbar

Trotz Anfeindungen des auch in Österreich politiknahen Medienbetriebs zeigt die hohe Zustimmung einen politischen Wandel an.

Einer jener Politiker aus den Reihen der etablierten Parteien, die mit allen Mittel  versuchen, diesem Trend entgegen zu wirken, um sich weiterhin und nach eigenem Gutdünken an dem Land und deren Menschen schadlos halten zu können, ist der dem linken Flügel angehörende SPD-ler Ralf Stegner.

Auf Twitter kommentierte Stegner , stellvertretender Bundesvorsitzender der deutschen Sozialdemokraten, die aktuell mit dem Abrutschen unter die 20 Prozent Zustimmungsmarke kämpfen, auf Twitter den FPÖ-Wahlerfolg mit den Worten: »Es ist eine Schande, dass ein Rechtspopulist den 1. Wahlgang der Bundespräsidentenwahl in Österreich gewonnen hat.«

Das Hamburger Landesgericht hatte Stegner vor kurzem auf Antrag des AfD-Landesverbands Rheinland-Pfalz eine unwahre Aussage per einstweiliger Verfügung verboten. Stegner behauptete wahrheitswidrig, dass die AfD „für die Todesstrafe für demokratische Politiker“ sei (metropolico berichtete).  (RS)