Anlässlich des Besuchs des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama reisten zur polizeilichen Absicherung drei Einsatzhundertschaften der NRW-Bereitschaftspolizei nach Niedersachsen. Dort sollten die Polizeikräfte in völlig verdreckten, als Landesaufnahmeeinrichtung für Immigranten verwendeten Unterkünften schlafen.

Polizeibeamte (Symbolbild: metropolico.org)
Polizeibeamte sollten nach Einsatz zwischen Erbrochenem, Fäkalien und Sperma schlafen (Symbolbild: metropolico.org)

In Niedersachsen herrschte wegen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama die höchste Sicherheitsstufe. Zur Unterstützung wurden deshalb drei Hundertschaften aus NRW angefordert.

Wie die JUNGE POLIZEI, die Nachwuchsorganisation innerhalb der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund, auf ihrer Internetseite darstellt, sollten die Polizeikräfte aus NRW nach ihrem Einsatz in der Linsingen Kaserne, aktuell noch Landeserstaufnahmeeinrichtung für Immigranten, untergebracht werden.

Erbrochenes, Fäkalien und Sperma auf Boden und Wänden

Wie auch andere Medien berichten, war nach einer kurzen Inspektion klar, dass die Zimmer für eine Unterbringung der Polizeikräfte nicht tragbar waren. Die Einrichtung war laut Polizei voll mit Erbrochenem, Fäkalien und Sperma auf Boden und Wänden. Matratzen, Kissen, Bettdecken und deren Bezüge waren übersät mit Haaren, Blut und Fäkalien-Flecken, die Duschen und Toiletten völlig verdreckt.

Ein Polizist, der vor Ort war, berichtete laut der Rheinischen Post von Fingerabdrücken an den Wänden, die ausgesehen hätten, als habe jemand Kot und Blut dort abgeschmiert. Auf dem Matratzenschoner habe er große gelbe Flecken gesehen. Aus dem Duschraum sei ihm ein bestialischer Gestank entgegengekommen, dass er sofort wieder habe umkehren müssen (Bilder siehe Facebookseite der Jungen Polizei).

Die fassungslosen Polizeikräfte wurden dann, nach knapp siebenstündiger Wartezeit, nach Mitternacht in einer alternativen Unterbringung verbracht.

Keine Alternativen: Unterbringung in Ekelunterkunft

Nach der Aufdeckung dieser Missstände durch die Deutsche Polizeigewerkschaft im DBB  (DPolG) am Morgen danach rückte ein zweiköpfiges Reinigungsteam an, um die Zimmer zu säubern. Eine Bodenreinigung alleine genügt indes jedoch nicht ansatzweise, so die Darstellung der polizeilichen Nachwuchsorganisation. »Nach 16 Jahren Hundertschaft und unzähligen Einsätzen bin ich fassungslos was uns zugemutet wird. Hier geht es nicht um irgendwelche Befindlichkeiten, sondern um die Gesundheit der eingesetzten Polizeibeamten«, so der zuständige Polizeibeamte, der ebenfalls von der Unterbringungsmaßnahme betroffen war.

Die Kollegen der polizeilichen Führungskräfte aus Nordrhein-Westfalen besichtigten ebenfalls die katastrophalen Zustände in der Unterkunft und befanden einstimmig, dass die Unterkunft nicht bewohnbar sei. Trotz dieser Feststellungen fiel die Entscheidung, die Polizeikräfte in den unbewohnbaren Zimmern unterzubringen, da keine alternativen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen würden.

Landrat nennt die Reaktion der Beamten »überzogen«

Die JUNGE POLIZEI, die den Einsatz begleitete, fordert die Polizeiführung auf, eine adäquate Unterbringung für die Polizeikräfte zur Verfügung zu stellen. Laut der JUNGEN POLIZEI nannte ein Hamelner Landrat die Reaktion der Beamten auf die Mängel »überzogen«. Mittlerweile sei die Unterkunft jedoch gesperrt und als unbewohnbar deklariert worden. Die Beamten bedanken sich bei der Gewerkschaft der Polizei und der DPolG sowie bei den Kollegen für ihre Arbeit. (BS)