Am Sonntag forderte die stellvertretende Leiterin des Berliner Hauptstadtbüros des Spiegels, Christiane Hoffmann, in die nächste Diskussionsrunde des NDR Presseclubs doch einen Vertreter der »Jungen Freiheit« einzuladen. Somit könne man dann auch »wirklich mit der AfD diskutieren«.

Presseclub (Bild: Screenshot Presseclub, Mediathek)
Presseclub (Bild: Screenshot Presseclub, Mediathek)

All sonntäglich, von 12 Uhr bis 12:45 Uhr, tauschen sich in der öffentlich-rechtlichen Informationssendung  »Presseclub« Vertreter der Mainstreammedien über allerlei Themen aus. Diesen Sonntag über das Thema: »Die Angst vor dem Islam – Panikmache oder berechtigte Sorgen?«. Im Themenspektrum natürlich eingebunden, die Alternative für Deutschland (AfD), die mit ihrer Islamkritik für helle Aufregung im politiknahen Medienwald sorgt.

Dem Ende der Sendung immer näher kommend, philosophierten die Anwesenden über die Muslime, die »friedlich in unserem Land leben und unsere Kultur und Gesellschaft bereichern « bis hin zum Allgemeinfeld des »politischen Islams«, den die AfD als Bedrohung für unsere Freiheit, Rechtsordnung und Demokratie bezeichnet.

»Laden Sie doch jemanden von der Jungen Freiheit ein«

In der Fazit-Runde (00:39 Min) kam Christiane Hoffmann, stellvertretende Leiterin des Berliner Hauptstadtbüros von Spiegel, zu Wort und forderte:»Laden Sie in der nächsten Sendung doch jemanden von der Jungen Freiheit ein, damit wir wirklich auch mit der AfD diskutieren können«. Nach einigen geräuschlosen Schrecksekunden in der Diskutantenrunde, fragte Moderator Volker Herres nach, ob dies wirklich Hoffmanns Empfehlung sei.

Die Spiegel-Frau bejahte die fast ungläubige Frage und konkretisierte: Wenn es die ganze Zeit heißen  würde, dass im Thema tabuiert werde, dann müsse dies auch für solch eine Runde gelten. Herres griff nochmals nach und wollte sich von Hoffmann bestätigen lassen, dass die Medien doch vieles richtig gemacht hätten. Hoffmann bestätigte auch dies, bekräftigte jedoch, dass man stärker in den Dialog treten müsse. Man habe kein Informationsdefizit über den Islam. Jedoch habe man ein Gespächsdefizit mit jenen, die den Islam kritisieren.

Ja – damit seien doch alle am Tisch mit einverstanden, so der ARD-Programmdirektor Herres zustimmungsheischend in die Runde. Dem Hoffmannschen Vorschlag widersprach keiner – breite Zustimmung sieht indes anders aus. (BS)