Schlaglicht: Sitzen drei Araber im Auto und fahren zum Baumarkt… So oder ähnlich könnten sich Witze anhören, wenn es nicht so bitter wäre.

Tausende gefälschte Pässe (Bild: metropolico.org)
(Symbolbild: metropolico.org)

Da findet die Polizei mal eben nach zahlreichen Explosionen und mehreren Dutzend Toten und hunderten von Verletzten zufällig 15 Kilo Plastiksprengstoff, 150 Liter Aceton und 30 Liter Wasserstoffperoxid in einer ortsbekannten Brüsseler Gefährderwohnung. Deswegen war sie wahrscheinlich eine Gefährderwohnung. Oder die Nachbarn haben den Kram vorbeigebracht.

Die Haare färben wollten sich die Herren wohl damit nicht. Aber auch mit einem Koffer Schrauben und Nägeln fällt man in manchen Gegenden Belgiens wohl nicht mehr auf.

So fragen sich unsere Sicherheitspolitiker: Wie gut müssen wir was vernetzen, um so etwas nicht mehr stattfinden zu lassen?

Also wenn schon der diktatorische türkische Sultan auf die Einreise eines Gefährders hinweist – was in sich schon ein trauriger Witz ist – so steht die Frage im Raum: Was für Sicherheitssysteme braucht man, um Offensichtliches zu verfolgen? Und welche hat man? Wissen wir das überhauopt noch?

Salah Abdeslam, Mohamed Belkaid und Najim Laachraoui sollen die Logistiker und Bombenbauer bei den IS-Anschlägen von Paris und Brüssel sein. Alle drei waren in Deutschland. Anfang September gerieten sie in eine Sicherheitskontrolle in Oberösterreich. Die drei vom Baumarkt  dürften an der österreichisch-ungarischen Grenze andere Attentäter abgeholt haben, die sich später in Paris in die Luft sprengen sollten. Ihre Reise führte sie von dort quer durch Deutschland. Nur warum hat dies keiner bemerkt? War unsere Willkommenskultur einfach zu ausgeprägt? Oder hat  im Staate EU keiner mehr einen Plan?

Vermutlich letzteres. Was die Sicherheitslage nicht besser macht. So sitzen die Innenminister nun und tagen und tagen. Machen wir es doch so wie die USA oder die Schweiz. Oder noch besser: Alle sicherheitsrelevanten Daten werden vernetzt und sind von jeder Dorfpolizei abzufragen. Auch wenn Datenschützer jetzt rebellieren. Offenheit ist nun einmal der Preis der Freiheit. Und wer nix zu verbergen hat, hat auch nix zu befürchten. Außer wir unsere Politiker, die mit strenger Stänkerei und Besserwisserei das nächste Attentat heraufbeschwören.