Schlaglicht: Sicher hört sich aus Edmund Stoibers Mund vieles chinesisch an. Und er meint es auch so.  Jetzt wissen wir es vom sprachrhythmusgestörten Eddi aus München, ääähh, Brüssel: Merkel ist für den Rechtsruck in Europa verantwortlich.

Edmund Stoiber (Bild: metropolico.org)
Edmund Stoiber (CSU) (Bild: metropolico.org)

Gemeint hat er ihre Flüchtlingspolitik. Na eigentlich – so ist es bei Eddi eben, ääääh – meint er: Sie ist für den Linksruck zuständig. Schließlich steht Madame Merkel ja unübersehbar alleine in Europas Mitte und fordert nach noch mehr Arabern, unter anderem auch für ihre blühende uckermärkische Heimgemeinde. Egal, was die anderen sagen. Und ob man sich mit so viel Sachverstand zu Recht ins politische Abseits katapultiert interessiert sie gar nicht. Sie schafft das.

Fürs deutsche Staatsfernsehen reichts gerade noch bei Eddi. Er hat die Clownrolle übernommen, mimt in aller Eitelkeit den Stänkerer. Mit derselben Instinktlosigkeit, mit der er sich als Entbürokratisierer nach Brüssel begab, tönt er nun zu Themen, zu denen er eigentlich besser nix sagen sollte. Etwa so, wie der bayerische Finanzminister Söder pausenlos die Bundes-Asylpolitik in seinem Ressort vermutet und planlos kommentiert. So gewinnt man keine Kriege. Man wird zum Pausenclown.

Vielleicht hat er es gebraucht, weil der politische Aschermittwoch in diesem Jahr ausfiel und auch er noch einen Kostümauftritt gut hat. Die Strategie ist wie immer verheerend. Verheerend für die eigene Partei. Vielleicht hätte der eine mal darüber nachdenken sollen, warum er im fernen Brüssel sitzt. Und der andere, warum er nur Landes-Finanzminister ist. Über die Wirkung ihrer Auftritte machen sich die Herren keine all zu tiefen Gedanken. Eines ist hingegen sicher: So schafft man Platz von der konservativen Mitte bis zum rechten Rand. Franz-Josef Strauß hätte den beiden Knaben längst den Stecker gezogen. Doch so machen die Spitzen der CSU den Weg frei für die, die ihre Politik in allen anderen Bundesländern gut und gerne betreiben: der AfD. „Vielen Dank für die Starthilfe“ hört man von dort schon.

„Schickt uns mal wieder ein Wahlprogramm.“ Und während sich demnächst die CSU-Oberen noch den Kopf zerbrechen, warum in gleich drei weiteren Bundesländern die AfD zweistellig in die Parlamente zieht, rotiert FJS im Grab. „Zum Taschentragen hat`s ja damals greicht. Aber warum lassen`s den mit seinem bayerischen Migrationshintergrund aus Brüssel einfach so unkontrolliert durch alle Grenzen? Hätte ihn nach China mitnehmen sollen.“ Und der andere bekommt nicht einmal mehr Spott ab. Der versinkt weiter in seinem ungelebten Traum vom bayerischen Ministerpräsidenten aus Franken.