Schlaglicht:  Was passiert, wenn sich angesichts einer undefinierten, glücklosen Asylpolitik Deutschlands vier Ex-Innenminister zur Plauderrunde treffen? Das Ergebnis konnte man beim 19. Polizeikongress am Berliner Alexanderplatz beobachten.

dfkfkj (Bild: metropolico.org)
Günther Beckstein (CSU) (Bild: metropolico.org)

Günther Beckstein aus Bayern, Jörg Schönbohm aus Brandenburg, Dr. Ingo Wolf aus NRW und Heiner Bartling aus Niedersachsen zeigten, dass man auch als abgemeldeter Politiker trotz weniger Haare diese noch zu Berge stehen lassen kann. Anstatt eine Abrechnung mit den Unfähigkeiten der aktiven Kollegen bemerkten die Herren lediglich, dass man in puncto Terroristen bisher ja „noch mal Glück gehabt habe,“ so Beckstein. Bartling  forderte den Staat auf, „den Bürger nicht zu verlassen.“ Auch gut. Und das in einem Land, in dem dem Staat schön längst die Einwanderungskontrolle abhanden gekommen ist. Schönbohm, der General nippte am Weiswein und  erklärte etwas „von Grenzen, die erreicht seien“ und forderte mehr Kontrolle.  Wolf fand, dass „alles sicher“ sei.

Das ganze nannte sich dann Podiumsdiskussion, bei der Deutschlands Ex-Sicherheitsgaranten auf die Diskussion vom Podium aus verzichteten. Beckstein musste zum Flieger und die anderen schnell nach Hause.

Bei soviel Sicherheit standen den meisten Zuhörern aus dem Fachpublikum wirklich die Harre zu Berge. Innenexperte Thomas Jung, AfD-Fraktionsvize im Brandenburger Landtag, fragt sich: „Haben die Herren den Schuss nicht gehört?“ Auch sein  Kollege aus dem österreichischen Innenministerium, General Franz Lang, schüttelt nur den Kopf: „I hab gedacht, der Schönbohm is besoffen!“

Dabei war der Abend durchaus kurzweilig. Vor der Plauderrunde der Alten erklärte Frontex-Chef  Fabrice Leggeri, dass es in diesem Jahr mit dem Flüchtlingsstrom so weitergehe. Er wurde konkret, nannte Zahlen, derzeit 3000, im Sommer 12 000 Flüchtlinge am Tag.

Er forderte konkrete Maßnahmen, wie etwa die Ausweitung seines Mandats. Er will endlich Zugriff auf die Daten des Schengen Info Systems (SIS), ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Eigentlich ein Witz. Denn ohne Datenabgleich können jederzeit Ausgewiesene und Terroristen an den Grenzen durchsickern. Von den EU-Staaten forderte er mehr Grenzbeamte und Boote an der EU-Außengrenze. Auch erwartet er mehr Hilfe von den Griechen bei der Registrierung und den Sicherheitschecks, was in den Hot Spots derzeit wohl eher nicht umfänglich passiere. Seine 500 Frontex-Mitarbeiter vor Ort bestätigten ihm das. Von den Türken erwartet er eine bessere Zusammenarbeit gegen Schlepperbanden. Zahlen und Fakten aus der Welt der Realitäten, bei denen einem wirklich die Haare zu Berge standen. Nur waren die Alten damit beschäftigt, sich selbst darzustellen. Schade, bei den Altersbezügen.