In Baden-Württemberg liegen Grüne erstmals vor der CDU. In Rheinland-Pfalz gerät die CDU in Bedrängnis. Und in Sachsen-Anhalt landet die SPD hinter der AfD. Die FDP könnte zum „Königsmacher im Ländle“ werden. 

Winfried Kretschmann (Grüne) (Bild: metropolico.org)
Winfried Kretschmann (Grüne) (Bild: metropolico.org)

Die aktuelle Insa-Umfrage zu den anstehenden Landtagswahlen dürfte laut der Bildzeitung, ein „Schock für die CDU und die SPD“ darstellen.

Die von Bild in Auftrag gegebene Wahlumfrage zeigt in der sogenannten Sonntagsumfrage auf, dass in Baden-Württemberg die Grünen mit 30,5 Prozent erstmals die CDU überholt haben und auf Platz eins liegen. Die CDU erhält mit ihrem Kandidaten Guido Wolf (CDU) gerade noch 30 Prozent. Die AfD kommt mit ihrem Kandidaten Dr. Jörg Meuthen auf 10 Prozentpunkte.

Baden-Württemberg: FDP wieder einmal die „Königsmacher“?

Das einzig mögliche Zweierbündnis bei diesen Machtverhältnissen ist somit eine vom grünen Ministerpräsident Winfried Kretschmann geführte grün-schwarze Koalition. Weder Grün-Rot noch Schwarz-Gelb erreichen aufgrund der Stärke der AfD eine Mehrheit. Sollte Christian Lindner (FDP)  für die FDP tatsächlich sieben Prozent erreichen können, dann würden die Liberalen wieder einmal zum „Königsmacher“ aufsteigen. Lindner sprach deshalb bereits am Wochenende von der „Deutschland-Koalition“ aus CDU, SPD und FDP.

Guido Wolf, Spitzenkandidat der baden-württembergischen CDU, lehnt laut dem Focus die Beteiligung der Union an einer grün-geführten Landesregierung ab. Gegenüber Bild zeigte sich der CDU-Mann sicher, dass am Wahlabend seine Partei klar vor den Grünen liegen werde.

Rheinland-Pfalz: SPD holt auf

In Rheinland-Pfalz konnte die SPD-Kandidatin Malu Dreyer erstmals wieder über 30 Prozent ergattern und liegt mit aktuell 33 Prozent nur noch zwei Prozent hinter der CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner, die 35 Prozentpunkte auf sich vereinigen kann. Dem AfD-Kandidaten Michael Frisch, Fraktionsvorsitzender der AfD im Stadtrat Trier, werden 8,5 Prozent zugeschrieben. Die Grünen rutschen auf neun Prozent ab. Die FDP könnte sieben Prozent erhalten.

Sachsen-Anhalt: AfD vor SPD

In Sachsen-Anhalt dürfte das Schockerlebnis bei den Etablierten am heftigsten ausfallen: die AfD kommt auf 17 Prozent und liegt somit vor den Sozialdemokraten, die auf 16 Prozentpunkte zurück gefallen sind. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) könnte 30 Prozent erhalten, die Linken kommen auf 21 Prozent. Die Grünen und die FDP müssen sich mit fünf beziehungsweise vier Prozent abfinden. Sollte die FDP und die Grünen in den Landtag kommen, hätte erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine „Große Koalition“ keine Mehrheit mehr.