Schlaglicht: Es geht um die kleine russischstämmige Lisa, 13, aus dem Berliner Bezirk Marzahn, die von sieben Arabern 30 Stunden lang entführt und vergewaltigt worden sein soll. Um Münchhausen-Journalisten, Polizisten-Maulkorb und einen russischen Außenminister.

Plakat auf einer Anti-Pegida-Kundgebung (Bild: metropolico.org)
Plakat auf einer Anti-Pegida-Kundgebung (Bild: metropolico.org)

Haben die russischen Berichterstatter des „Ersten Kanals“ vielleicht doch nicht nur antideutsche Propaganda gemacht, die sogar Russlands Außenminister Sergej Lawrow jetzt im Zusammenhang mit der unkoordinierten deutschen Asylpolitik  kommentiert? Gucken wir mal hin und reden dann: Zu sehen waren bei den Russen Bilder von schwedischen Polizisten. Untertitel: „Bei der Berliner Polizei konnte uns niemandem etwas zu dem Fall sagen.“ Das kann man sich leicht vorstellen bei schwedischen Beamten. Die danach gezeigte wöchentliche  NPD-Demo gegen Fremde vor dem Marzahner Einkaufszentrum „Eastgate“ wurde als Unterstützerdemo für Lisa verwendet. Das ist sicherlich auch nicht Ausdruck allersorgfältigster journalistischer Arbeit. Immerhin meckerten da ein paar generell gegen gefährliche Antänzer.

Nur sitzen die Lügen- und Vertuschungsbarone nicht nur bei der Presse.  Denn dass die kleine Lisa 30 Stunden verschwunden war, weiß nun mittlerweile auch die Berliner Polizei, die sonst gerne von „still ruhenden Seen“ und „friedlichen Silvesternächten“ träumt. Und Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt nun, dass doch zwei Herren mit türkischem Migrationshintergrund Sex mit der 13jährigen hatten. Also keine sieben Araber, sonder zwei Türken. Sagt man heute noch Türken zu Türken in der Diaspora?

Aber wann genau, das sei nicht klar. Gebetsmühlenartig kommt dann die Wiederholung der Polizei: „Es habe keine Vergewaltigung  und auch keine Entführung gegeben.“ Es ist ja auch völlig normal, dass sich 13 Jährige mit zwei 20jährigen sexuell verlustieren und mal eben eineinhalb Tage spurlos verschwinden. „Wir schaffen das!“ in diesem auch an Absurditäten reichen Land. Absurd ist eigentlich nur, dass das keiner absurd findet.

Natürlich ist bei einer solchen Nachrichtenlage auch immer viel Platz für Spekulation. Und wer war da gleich wieder verantwortlich? Richtig: Die mit dem „friedlichen, stillen See.“ Jene Polizei, die aus ermittlungstaktischen Gründen auch ab und zu die eigene Existenz bestreitet.

Zwar werde jetzt wenigstens mal gegen die beiden 20-jährigen wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Aber so genau wisse man das ja auch nicht. Wahrscheinlich kommt demnächst noch die amtliche Erklärung: „Lisa wollte es doch so!“

Fazit: Polizei schweigt, Presse interpretiert. Wie wäre es doch schön, würden die einen mehr reden, die anderen mehr recherchieren. Dann ersparten wir den Politikern das Phantasieren. Aber das ist offensichtlich deren Job.