In Karlsruhe schoss ein Vermummter am Samstagabend auf einen Wahlwerber der AfD. Vorher forderte der Täter den Plakatierer auf, zu verschwinden. Dann schoss er mit einer Pistole auf den AfD-Wahlhelfer. AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen erwartet ein klares Bekenntnis der politischen Konkurrenz zu völliger Gewaltlosigkeit.

Mordanschlag: Gewalt gegen AfD hat neuen Höhepunkt erreicht (Bild: metropolico.org)
Mordanschlag: Gewalt gegen AfD hat neuen Höhepunkt erreicht (Bild: metropolico.org)

In Karlsruhe ist am Samstagabend ein Wahlwerber der AfD von einem Unbekannten beschossen worden. Der Plakatierer wollte nach Darstellung des AfD-Kreisverbands ein Plakat mit der Aufschrift „Erfolg der Energiewende: Siehe Stromrechnung!“ anbringen, als dieser von einem vermummten Unbekannten aufgeordert wurde, zu verschwinden.

Der 36-Jährige stieg danach in seinen Lieferwagen, als der Täter eine Pistole aus der Tasche zog und auf den Fahrer schoss. Die Beifahrerseite wurde durchschlagen, verfehlte jedoch das Opfer.  Die Polizei sucht bislang vergebens nach dem 20 bis 25 Jahre alten Mann, der mit einem Mountainbike unterwegs gewesen sein soll.

Weitere Eskalationsstufe der Gewalt gegen die AfD

AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen teilt in einer Pressemitteilung zu dem Mordanschlag mit: „Auch wenn wir den Tathergang und die Hintergründe der Tat noch nicht genau kennen, steht fest, dass am gestrigen Abend auf einen Plakatierer von AfD-Wahlplakaten, der nur seiner Arbeit nachging und nicht einmal Parteimitglied ist, von einem vermummten Unbekannten ein Anschlag mit einer Schusswaffe verübt wurde. Der in seinem Auto sitzende junge Mann blieb glücklicherweise unverletzt, als das Geschoss aus kurzer Distanz das Auto traf und die Seitenscheibe durchschlug“.

Dieser Anschlag stelle eine dramatische weitere Eskalationsstufe der Gewalt gegen die Alternative für Deutschland dar. Mehrfach kam es bereits zu Gewalt gegen Wahlkampfstände, gegen private Wohnungen und Häuser von AfD-Parteimitgliedern, gegen Wahlkreisbüros (metropolico berichtet). Die Zerstörung von Wahlkampfmaterialien sei schon länger traurige Realität, so Meuthen. Nun würden auch Menschen, die für die AfD arbeiten, unmittelbar an Leib und Leben bedroht.

Verbale Gewalt der politischen Konkurrenz mitverantwortlich

Es sei keineswegs zu weit gegriffen, wenn man dafür diejenigen Kräfte im Land, die die AfD unentwegt vollkommen fälschlich und wider besseres Wissen als „Rechtsradikale, als Rassisten, als Ausländerfeinde und anderes mehr bezeichnen“, statt sich argumentativ mit unseren durchweg rechtsstaatlichen Positionen auseinanderzusetzen, in einer schändlichen Mitverantwortung sieht. Der unmittelbar physischen Gewalt geht die verbale Gewalt voraus, die dies scheinbar rechtfertigt und ihr den Weg erst bereitet.

Meuthen schließt in seiner Stellungnahme mit der Aufforderung an die politischen Konkurrenten der AfD, ein klares und eindeutiges Bekenntnis zu völliger Gewaltlosigkeit im politischen Konkurrenzkampf und eine unmissverständliche Verurteilung dieser abscheulichen Tat, wie auch eine eindeutige Distanzierung von Gewalt gegen unsere Wahlkampfstände und Wahlkampfmaterialien zu setzen. Alles andere, so Meuthen, wäre eine stillschweigende Tolerierung schwerer Straftaten. (BS)