Dadurch, dass Schweinefleisch in dänischen Kindertagesstätten obligatorisch gemacht werde, würde den Kita-Leitungen die Last abgenommen, sich mit muslimischen Eltern auseinanderzusetzen. Zudem sei Schweinefleisch „Teil der dänischen Essenskultur“, so die Dänische Volkspartei. Schulen, Kitas und andere kommunale Einrichtungen im dänischen Randers haben nun täglich ein Schweinefleisch-Gericht auf der Speisekarte.

Schweinebraten kommt zurück auf den Speiseplan von dänischen Kindern (Bild: metropolico.org)
Schweinebraten kommt zurück auf den Speiseplan von dänischen Kindern (Bild: metropolico.org)

In der dänischen Gemeinde Randers sind Kindertagestätten künftig verpflichtet, Schweinefleisch anzubieten. Die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti) (DF) hat im Stadtrat von Randers durchgesetzt, dass Schweinefleisch künftig ein obligatorischer Teil der Speisekarte in den Kitas der Kommune sein wird.

Es sei als Problem zu betrachten, wenn „aufgrund missverstandener Rücksichtnahme und islamischer Regeln“ Schweinefleisch in Kitas nicht mehr angeboten würde, so der integrations- und ausländerpolitische Sprecher der Partei, Martin Henriksen.

Keine Nachfrage wegen hohen Anteils an muslimischen Kindern

Es könne auch nicht sein, dass mancherorts „Teile der dänischen Essenskultur“ nicht willkommen seien. Dadurch, dass Schweinefleisch obligatorisch gemacht werde, sei den Leitungen der Kindertagesstätten die Last abgenommen, sich mit Eltern, die kein Schweinefleisch essen, auseinanderzusetzen. Kommunale Schulen und Kindergärten müssen demnach Fleisch- und Wurstwaren aus Schweinefleisch als regulären Bestandteil in ihre Speisekarte wieder aufnehmen.

Wie das Portal berichtet, sei im Kinderhaus Jennumparken in Randers das Schweinefleisch nicht auf Druck der Eltern von der Speiskarte verschwunden. Der Anteil muslimischer Kinder in der Institution sei so hoch, dass aus praktischen Gründen kein Schweinefleisch mehr serviert worden sei.

Auch in Deutschland setzt sich dieser Trend in den letzten Jahren zunehmend durch, in Kinderbetreuungseinrichtungen oder Schulen „islamkonforme“ Gerichte anzubieten.

Maßgebliche Änderungen durch Dänische Volkspartei 

Die islam- und EU-kritische Dänische Volkspartei ist seit den letzten Parlamentswahlen die zweitstärkste Kraft im Land und Mehrheitsbeschaffer der liberal-konservative Minderheitsregierung Dänemarks unter dem Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen.

Seit Mitte November ist Dänemark in Anbetracht des ungebremsten Immigrantenandrangs dazu übergegangen, die Asylregeln drastisch zu verschärfen. Dies beinhaltet Regelungen, die den Familiennachzug erheblich erschweren, Kürzungen von Hilfszahlungen und Unterbringung in Zelten trotz angeblich verfügbarer Unterkünfte. Mitgebrachte Wertgegenstände sind zur Kostendeckung während des Aufenthalts in Dänemark von Immigranten abzugeben (metropolico berichtete). Anfang Dezember letzten Jahres entschieden sich die Dänen in einem Referendum gegen eine engere Zusammenarbeit auf der EU-Ebene (metropolico berichtete).

Henriksen von der Dänischen Volkspartei hofft darauf, dass die DF-Stadträte im ganzen Lande sich ein Beispiel an den Maßnahmen in Randers nähmen. Seine Parteikollegin, Pernille Bendixen, kinderpolitische Sprecherin, kündigte bereits an, für ihre Heimatstadt eine vergleichbare Regelung anstreben zu wollen. (BS)