Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann setzt sich mit der Islamisierung auseinander. Der Grünen-Politiker zeigt dabei seine Unkenntnis in Bezug auf gesellschaftliche Realitäten, Geschichte und sozialer Dynamik. Ein Kommentar von Christian Jung.

Winfried Kretschmann offenbart seine historischen Unkenntnis. (Bild: metropolico.org)
Winfried Kretschmann offenbart seine historischen und politischen Bildungslücken. (Bild: metropolico.org)

Winfried Kretschmann war einst Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschland. Seine politischen Irrtümer, Fehlleistungen und Absurditäten seines Urteils(un)vermögens haben den nun bald 67-Jährigen augenscheinlich nicht abwägender und nachdenklicher bei der Betrachtung der Gesellschaft werden lassen. Im Gegenteil: Mit der selben Ignoranz, die in den 1970er Jahren notwendig war, trotz der Verbrechen der Kommunisten, sich den Ideen dieser Menschenschlächtern anzuschließen, beurteilt Kretschmann heute den real-existierenden Islam.

Unterdrückung ist die Geschichte vom Sieg der Minderheit

Wie die DDR einst für viele Kommunisten nichts mit Sozialismus zu tun haben sollte, so hat nun der Islam ebenfalls keine Berührung mit dem, was die Realitätsverweigerer „Islamismus“ nennen. Zugleich soll sich aber der Islam, der angeblich so überhaupt keine Probleme in sich trägt, dringend reformieren. Das hofft und verlangt auch Kretschmann in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“.

Heute gibt Kretschmann an, äußerst stark von Hannah Arendt durchdrungen zu sein. „Der Sinn von Politik ist Freiheit“, erklärt Kretschmann dazu und gibt dazu die Philosophin wieder, die unter anderem in ihrem Buch „Über die Revolution“ erklärt, dass es nichts anderes als die Freiheit gebe, für das es sich zu kämpfen lohnte.

Euro und Politik der offenen Grenzen sind Erfolge einer Minderheit

Gegen wen aber führt man diesen Kampf um und für die Freiheit? Etwa gegen die Mehrheit? Das kommt vor und deshalb muss Demokratie auch immer mit dem Rechtsstaat einhergehen. Doch meist wird die Freiheit der Mehrheit durch eine Minderheit unterdrückt. Das galt im kommunistischen China eines Mao genauso wie im Reich Lenins und nicht minder in dem Stalins. Unterdrückte im Laufe der Spanischen Inquisition die Mehrheit die Minderheit oder war es nicht vielmehr umgekehrt? Stand Robespierre und seine Politik für eine Mehrheit oder eine Minderheit der Franzosen?

Auch in der repräsentativen Demokratie setzt sich nicht immer die Majorität durch. Könnte immer nur die Mehrheit ihre Ziele erreichen, gäbe es heute weder einen Euro und die daraus folgende „Rettungspolitik“, noch eine Politik der offenen Grenzen, wie die Kanzlerin diese einem nie nach seiner Meinung gefragten Volk aufzwingt.

Die islamische Ausbreitung ist der Erfolg einer Minderheit

Sollte dagegen eine Islamisierung tatsächlich nur durch eine Mehrheit möglich sein? Mitnichten. Die Ausbreitung des Islam ist die Geschichte des Krieges einer entschlossenen Minderheit, die eine kämpferisch unterlegene Mehrheit in die eigene Religion, zumindest aber in Anerkennung des Islams als oberste Instanz zwang. Ägypten, ein einstmals christliches Land, war nicht zufällig die Wiege der Muslimbruderschaft, die sich 1928 gründete, um das Kalifat wieder zu errichten.

Islam-Propaganda als Staatsauftrag: Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) (Bild: metropolico)
Islam-Propaganda als Staatsauftrag: Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU). (Bild: metropolico)

Kretschmann würde, hätte er sein „Argument“ zu Ende gedacht, auch aus einem anderen Grund den absurden Gedanken, dass nur die Mehrheit gesellschaftliche Realitäten bestimmt, verwerfen: Wäre dem so, müssten die Gebiete des Islamischen Staates in der Mehrheit von Muslimen bewohnt werden, deren Vorstellung vom Islam denen des Islamischen Staates entspricht. Das ist natürlich möglich, doch wäre es eine erwiesene Tatsache, wenn Kretschmann recht hätte. Karikaturisten in Europa halten sich nach Charlie Hebdo und dem sogenannten Mohammed-Streit ebenfalls wegen einer Minderheit zurück.

Die Islamisierung mit Hilfe der Politik

Eine Islamisierung dieser Gesellschaft zu leugnen ist jedoch noch aus einer Vielzahl von Gründen schlicht falsch. Beständig werden in dieser Gesellschaft tradierte Einrichtungen wie Weihnachtsmärkte, St.-Martin-Umzüge und ähnliches umgedeutet, um der (noch kleinen aber schnell wachsenden) Minderheit der Muslime entgegenzukommen.

Staatliche Ausstellungen, wie die des Bundesverfassungsschutzes, „erklären“ den Bürgern, der Islamismus habe nichts mit „der großen Weltreligion Islam“ zu tun, wie dies etwa der bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck, gegen jede Faktenlage, erklärte. „Die missbrauchte Religion“ nannte sich die staatliche Propaganda-Show, die außer Acht ließ, dass bei dieser Lesart auch der Religionsstifter Mohamed seine eigene Religion missbraucht hätte (siehe Video unten).

In München etwa werden durch die Stadt und durch einen von ihr finanzierten Verein Menschen beobachtet, die wegen ihrer kritischen Haltung zum Islam als „Islamfeinde“ bezeichnet und registriert werden.

Kretschmann blieb sich selbst treu

„Merkwürdig“ dabei: Mittlerweile hat eine Mehrheit der Deutschen eine negative Einstellung zum Islam. Dennoch trauen sich viele Bürger dieses Landes ihre Ablehnung des Islams, wenn überhaupt, nur noch hinter vorgehaltener Hand zu artikulieren. Das liegt auch an Politikern wie Kretschmann, die jeden aus der Gesellschaft auszuschließen bereit sind, der eine unerwünschte Meinung hat. Ein Instrument, das gerade in Bezug auf den Islam von einer Minderheit praktiziert wird.

Insofern ist Kretschmann zuzustimmen, wenn er einst anmerkte, der Islam gehöre zu Deutschland. Der Islam gehört allerdings nicht zu einem Deutschland der Freiheit und des (Menschen-)Rechts. Sondern zu einem Deutschland, in dem eine Minderheit der Mehrheit eine Definition und im weiteren Verlaufe eine Realität aufzwingt. Ganz so, wie dies einst der Kommunistische Bund Westdeutschlands anstrebte – und mit ihm Winfried Kretschmann.