Nao, ein humanoider Roboter soll Immigrantenkindern Deutsch beibringen. Ob der Roboter dabei unterstützende Arbeit leisten kann, soll ein mit drei Millionen EU-Steuergeld finanziertes Forschungsprojekt herausfinden um dann gegebenenfalls den Android in der Immigrationsindustie einzusetzen.

NAO - flfj (Bild: Volkova t a; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)
Nao, bereit für den Einsatz in der Immigrationsindustrie? (Bild: Volkova t a; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)

Der menschenähnliche Roboter ist knapp 60 Zentimeter groß und wurde als vollständig programmierbarer, autonom agierender humanoider Roboter von der französischen Firma Aldebaran Robotics entwickelt, um Sachthemen wie zum Beispiel Programmieren, Robotik, Steuer- und Regeltechnik aber auch Kreativität, Problemlösungsfähigkeiten sowie die Ausbildung von Kooperations- und Teamkompetenzen zu erlernen und zu fördern, so der Hersteller.

Androideinsatz in der Immigrationsindustie

In einem dreijährigen Projekt soll nun erprobt werden, ob der Roboter in der Lage ist, Kindern von Immigranten die deutsche Sprache näher zu bringen. Die Universität Bielefeld beginnt 2016 mit Geldern der europäischen Steuerzahler ausgestattet, zu erforschen, wie der interaktive Roboter genutzt werden kann, „um Kindern zwischen vier und sechs Jahren eine Zweitsprache zu vermitteln“, sagt Professor Dr. Stefan Kopp, Leiter der Forschungsgruppe „Kognitive Systeme und soziale Interaktion“ laut dem JuraForum.

Nao soll die Kinder in Kombination mit einem Tablet-PC durch Sprachkurse führen. Dabei könne der Roboter während des Unterrichts auf Äußerungen, Mimik und Gestik des Kindes achten und helfen, wenn dieses nicht weiterkomme. Die Sprachförderung durch den Roboter sei eine individuelle Ergänzung zu den bestehenden Angeboten der Kindertagesstätten. So gebe man eingewanderten Kindern die Chance, sich die neue Sprache spielerisch anzueignen, ebenso wie deutschen Kindern, erste Erfahrungen mit einer Fremdsprache wie Englisch zu machen.

Für das Projekt kooperiert die Universität Bielefeld mit Universitäten in Großbritannien, den Niederlanden oder in der Türkei. Insgesamt fördere die EU das Projekt mit drei Millionen Euro. Davon gehen 355.000 Euro nach Bielefeld. (BS)