Das Bayerische Kultusministerium hat in einer Stellungnahme an metropolico die Sammelaktion für Flüchtlinge als rechtmäßig erklärt und eine unzureichende Berichterstattung durch eine Lokalzeitung als unrichtig zurückgewiesen. Es sei niemals Zwang auf die Schüler ausgeübt worden.

Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wirtschaft und Kunst (Bild: metropolico.org)
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wirtschaft und Kunst (Bild: metropolico.org)

Die Deggendorfer Zeitung hatte ursprünglich berichtet, am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf hätte eine Lehrkraft Schüler Strafarbeiten schreiben lassen, wenn diese bei einer Sammelaktion für Flüchtlinge nicht mitwirken wollten.

Der Schulleiter, Heinz-Peter Meidinger, hatte dieser Darstellung der Ereignisse vehement widersprochen (metropolico berichtete). Nach Veröffentlichung des Artikels ging zudem noch eine Stellungnahme des Kultusministeriums ein, die die Darstellung der Schule stützt.

Keine Strafarbeiten für Unwillige

Sammelaktionen seien unter bestimmten Voraussetzungen an Schulen erlaubt. So dürfe zum Beispiel das Engagement nicht zu Lasten des Unterrichts gehen. Dies sei so § 25 der Gymnasialen Schulordnung (GSO) festgelegt.

Die ursprüngliche Darstellung der Deggendorfer Zeitung, laut der Zwang ausgeübt worden sei und die sich sehr schnell über das Internet verbreitet hatte, widerspricht nun auch das zuständige Kultusministerium. „Offensichtlich liegt hier von Seiten der Deggendorfer Zeitung eine Fehlinformation oder Fehlinterpretation der Aussage einer Lehrkraft vor“, erklärte Dr. Ludwig Unger von der Pressestelle des Ministeriums gegenüber metropolico.

Soweit Schüler sich nicht hätten beteiligen wollen, hätte es keinerlei Konsequenzen gehabt: „Es gab, dies wurde mir auch von der Stellvertretende Schulleiterin heute bestätigt, und gibt keine Androhung von „Disziplinierungsmaßnahmen“, wie Sie sie nennen, wie etwa „Strafarbeiten“ oder ähnliche für Schüler, die sich daran nicht beteiligen“, versichert Unger. (CJ)