Leitartikel: Nach dem islamischen Terrorakt in Kalifornien machen linke Medien das Waffenrecht in den USA als das Problem aus. Doch der Vergleich mit Anschlägen in Frankreich zeigt: Das ist eine Gespensterdebatte. Politische Korrektheit war eine der Ursachen für den Tod von 14 Menschen.

Strenggläubige Muslime: Die Terroristen Tashfeen Malik Syed und Farook.
Strenggläubige Muslime: Die Terroristen Tashfeen Malik Syed und Farook.

Frankreich hat ein strenges Waffenrecht. Sowohl die Attentäter der beiden Anschläge auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo als auch die muslimischen Krieger auf den Pfaden Allahs, die die Anschläge vom 13. November begingen, nutzten die Waffen, die sie gar nicht hätten besitzen und schon gar nicht an die Anschlagsorte hätten transportieren dürfen.

Wäre ein Waffenverbot tauglich, hätte es keine Pariser Anschläge gegeben

Die vollautomatischen AK 47, mit denen in Paris zuletzt 130 Menschen ermordet wurden, gelten in Frankreich als Kriegswaffen. Doch trotz des Verbotes wurden sie eingesetzt. Bei dem Anschlag auf Charlie Hebdo mussten sich die ersten Polizisten wieder zurückziehen, da auch sie keine Schusswaffen trugen. Ein (muslimischer) Polizist wurde waffen- und wehrlos sowie verletzt am Boden liegend von seinen Glaubensbrüdern gnadenlos ermordet.

Trotz dieser eindrücklichen Beispiele für die Wirkungslosigkeit von Waffenverboten wird von linken Medien diesseits und jenseits des Atlantiks das vergleichsweise liberale Waffenrecht in den USA für den Anschlag von Kalifornien verantwortlich gemacht. Die Rohrbomben, die die Attentäter mutmaßlich in ihrer Garage bauten, waren im Übrigen auch in den USA illegal. Ein Verbot hatte nichts bewirkt.

Lieber tot als „Rassist“

Widersrprüche, Ungereimtheiten und Logikbrüche können einem linken Weltbild jedoch erfahrungsgemäß wenig anhaben. Ein Grund mehr, sich den Terrorakt von Kalifornien näher zu betrachten. Ganz wesentliche Fakten werden in der breiten Berichterstattung regelmäßig unterschlagen.

Ein ganz wesentlicher Umstand: Das Attentäter-Ehepaar Tashfeen Malik und Syed Rizwan Farook waren einer Nachbarin verdächtig vorgekommen. An die Polizei wandte sich die Nachbarin jedoch nicht. Grund: Sie wollte nicht als jemand erscheinen, der jemanden „profiled“. Jemand zu „profilen“ steht in diesem Zusammenhang für den Verdacht nur aufgrund der Ethnie, der sozialen Schicht oder ähnlichem. Mit anderen Worten: Die Nachbarin, die ihren Verdacht verschwieg, wollte keine „Rassistin“ sein.

Sie kann sich freuen: Rassistin ist sie keine. Aber ihre Politische Korrektheit hat die Ermordung von 14 Menschen begünstigt.

Dem Verdacht, ein Rassist zu sein, entging ein weiterer Nachbar des Terrorpaares. Diesem waren die vielen Männer offensichtlicher Herkunft aus dem Mittleren Osten aufgefallen. Doch da er den Vorwurf fürchtete, einen rassistischen Verdacht auszusprechen, schwieg er. So konnte das Verbrechen seinen Lauf nehmen.

Strafverfolgung bei Islamkritik

Auch zukünftig wird man in den USA wohl lieber seinen Verdacht verschweigen, hat doch die Justizministerin des Landes nach den Anschlägen von San Bernadino angekündigt, jeden anzuklagen, der sich in „antimuslimischer Rhetorik“ ergeht.

Das erste, was die US-Justizministerin nach den Mordanschlägen zu tun hat, ist Strafverfolgung anzudrohen, wenn man sich islamkritisch äußert. Das auch in den USA gepflegte Märchen vom Islam als der Religion des Friedens soll unbedingt aufrecht erhalten werden. Wenn es sein muss, auch mit Hilfe des Strafrechts.

Und dies erst recht nach einem Massenmord, der von einem Muslim und seiner muslimischen Frau begangen wurde. Einem Muslim, der laut diversen (amerikanischen) Medienberichten an seiner Arbeitsstelle jede Vorzugsbehandlung erfuhr, die sich ein Muslim nur wünschen kann und von dessen Radikalität seine eigenen (überlebenden) Arbeitskollegen am meisten überrascht sind.

Aus der richtigen Tatsache, dass nicht jeder Muslim ein Dschihadist ist, soll nun umgekehrt die mittels Furcht herbeigeführte „Realität“ werden, dass kein Muslim ein Dschihadist ist. Auch im britischen Rotherham sind Ermittlungen gegen einen riesigen Kinderschänderring über Jahre unterblieben, da man sich bei Ermittlung der verdächtigen Muslime der Gefahr des Rassismus hätte aussetzen können.

Auch Familien können gefährlich sein

Es dürfte aber noch einen anderen Grund geben, warum viele Medien lieber das Waffenrecht der USA unter die Lupe nehmen als die Personen, die Arbeitskollegen Farooks bei einem christlichen Fest, der Weihnachtsfeier, ermordeten. Denn Farook und seine Frau sind das Abbild der Personengruppe, die die meisten Medien in den letzten Monaten der Asyldebatte als das Flüchtlingsideal darstellten: Eine Familie mit einem kleinen Kind.

Gerade einmal sechs Monate war Maliks Baby alt, als sich die 27-Jährige entschied, dem Führer des Islamischen Staates, dem Dr. der Islamwissenschaften Abu Bakr al-Baghdadi, Treue zu schwören und möglichst viele Menschen zu ermorden. Dabei nahm die junge Mutter ihren eigenen Tod und den ihres Ehemannes billigend in Kauf.

Realitätsverweigerung bis in den Tod

„Familie“, das Zauberwort der Flüchtlingsdebatte, um Kritik an der unkontrollierten Massenimmigration zu unterdrücken, ist spätestens seit den Attentätern von San Bernadino kein Inbegriff der Harmlosigkeit mehr.

Diese Erkenntnis schmerzt natürlich. Da ist es leichter, sich mit dem Waffenrecht der USA zu beschäftigen. Jedenfalls leichter, als sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wen man sich genau ins Land holt, wenn Millionen aus jenen Regionen kommen, in denen das Gedankengut, das zu den Anschlägen von Paris und San Bernadino führte, sehr weit verbreitet und sehr tief verwurzelt ist.

Solche Gedanken sind natürlich politisch höchst inkorrekt. Lieber lässt man (hoffentlich andere) sterben, als ein verdammter „Rassist“ zu sein. Süß und ehrenvoll ist es, für linke Wunschbilder zu sterben. (CJ)