Die Demonstration gegen den Parteitag der AfD in Hannover am Samstag wurde von einem „Deutschland verrecke!“ rufenden Antifa-Pulk angeführt, dem die teilnehmenden „bürgerlichen Parteien“ und die Stadtverwaltung hinterherlaufen musste. „Der schwarze Block hat uns vorgeführt“, so die traurige Erkenntnis des Bündnis „Bunt statt braun“. Mit Video.

"Bürgerliches Bündniss" läuft der Antifa hinterher (Bild: Florian Bausch, „Rote Flora“ - schwarzer Block, Rechte: CC BY SA 2.0-Lizenz, Original: siehe Link)
„Bürgerliches Bündniss“ läuft der Antifa hinterher (Bild: Florian Bausch, „Rote Flora“ – schwarzer Block, Rechte: CC BY SA 2.0-Lizenz, Original: siehe Link)

Am Samstag fand der Delegiertenparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Hannover statt. Dagegen hatte der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), sowie ein „Mitglied aus der linken Szene“ eine Gegendemonstrationen mit bis zu 5.000 Teilnehmern angemeldet (metropolico berichtete). Dem Protest gegen die AfD schlossen sich sogenannte bürgerliche Bündnisse an, so auch das Hannover Bündnis „Bunt statt braun“.

„Deutschland, du mieses Stück Scheiße“

Am Samstag fanden sich jedoch nur ein paar Dutzend „Bunt statt Braun“-Aktivisten ein, die dann am Opernplatz auf den dort versammelten laut grölenden „Schwarzen Block“ der selbsternannten Antifaschisten der linksextremistischen Antifa trafen. Der Demonstrationszug wurde sodann vom „Antifaschistischen Block“ angeführt, aus deren Lautsprecherwagen die üblich Parolen wie „Deutschland, verrecke!“ oder „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ dröhnte.

Hinter dem Schwarzen Block reihte sich die sich selbst als bürgerliches Bündnis bezeichnende Gruppierung „Bunt statt braun“ ein. Im Demonstrationsverbund hinter dem grölenden Schwarzen Block, liefen der Bürgermeister Thomas Hermann (SPD), SPD-Chef Alptekin Kirci, Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne), FDP-Ratsherr Wilfried Engelke und weitere Politiker mit, die sich während der Veranstaltung wüst beschimpfen lassen mussten, weil diese nach Ansicht der „Antifaschisten“ den AfD-Parteitag nicht verhindert haben. SPD und Grüne wurden verbal attackiert, weil sie im Bundestag schärfere Asylregeln nicht verhinderten.

„Politischen Naseweisen, die noch in die Windeln machen“

Laut der HAZ zeigte sich Kirci ob der „Deutschland verrecke“ -Parolen der „Antifaschisten“ schockiert. „Unerhört sei es, so etwas gehöre sich nicht. Dies sei ein Angriff auf alle demokratischen Parteien“, so der SPD-Politiker. Die SPD habe eine lange Tradition im Kampf gegen den Faschismus, solche Sprüche müsse er sich von „politischen Naseweisen, die noch in die Windeln machen“, nicht anhören. „Der schwarze Block hat uns richtig vorgeführt“, so eine weitere tief betroffene Sozialdemokratin laut der HAZ.

Der Sprecher des „Bündnisses gegen Rechts“ wolle nun untersuchen lassen, wie es zu der „suboptimal gelaufenen und für das Ansehen des Bündnisses ärgerlichen“ Veranstaltung gekommen sei.

Claudia Roth und „Nie wieder Deutschland!“

Wie die WAZ berichtet, habe sich die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne) und Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) bereits vor dem Start des Demonstrationszugs „Attacken gegen die bürgerlichen Parteien anhören müssen“. Nicht erwähnt von der Tageszeitung wurde jedoch der Umstand, dass Roth sich durchaus aktiv an Antifa-Demonstrationen beteiligt hatte. Im Mai 1990 demonstrierte Claudia Roth zusammen mit Jutta Ditfurth (Grüne) und Angelika Beer (ehemals Grüne, jetzt Piraten) in Frankfurt am Main hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Nie wieder Deutschland!“

Bei der Kundgebung vor der Stadthalle interessierten sich laut der WAZ-Berichterstattung die Autonomen für andere Redner dann nicht mehr. Zum Abschluss der AfD-Gegendemonstration sprach ein Attac-Funktionär. Diesem hörten nur noch wenige der „aufrechten Demokraten“ zu. (BS)

Der Schwarze Block und linksextremistische Gruppierung bei der AfD-Gegendemonstration im Verbund mit „Bunt statt Braun“-Aktivisten am 28. November in Hannover.