Die sächsische Landesregierung streicht nach einem Zahlen- und Begriffs-Wirrwarr im Asyl-Chaos den Begriff „untergetaucht“ von ihrer Internet-Seite und ersetzt ihn durch die Umschreibung „unbekannter Aufenthaltsort“. Dass „Flüchtlinge einfach verschwinden“ scheint im nicht mehr kontrollierbaren Asyl-Chaos tausendfach vorzukommen.

Immigranten verlassen zu Tausenden die Unterkünfte und tauchen unter (Bild: metropolico.org)
Immigranten verlassen zu Tausenden die Unterkünfte und tauchen unter (Bild: metropolico.org)

Die sächsische Landesregierung habe laut „Dresdner Morgenpost“ das Wort „untergetaucht“ im Bezug auf Asylbewerber von ihrer Internetseite gestrichen und durch den Begriff „unbekannter Aufenthaltsort“ ersetzt.

Komplett den Überblick verloren

In diesem Zusammenhang veröffentlichte die Behörde eine Statistik, die aufzeigte, dass es in Sachsen 31.096 Asylbewerber gäbe die „vollziehbar ausreisepflichtig“- also nichtasylberechtigt seien. Von diesen seien allerdings 24.787 „untergetaucht“. Tatsächlich lebten jedoch im Sommer 2015 insgesamt lediglich 22.154 Asylbewerber im Freistaat . Die Behörde veröffentlichte nach Rückfrage „missverständlich dargestellte Fakten“ und berichtigte erneut ihre Netz-Seite. Die Landesdirektion gab nun bekannt, dass sich die Zahl der 24.787 verschollenen Asylbewerber auf die vergangenen 24 Jahre bezöge, diese also seit 1991 „verloren“ gingen.

Wie der sächsische Landtagsabgeordnete der AfD-Fraktion André Barth feststellt, habe das Innenministerium sowie die Staatsregierung im aktuellen Asylchaos möglicherweise komplett den Überblick verloren.Die Frage, zu welchem Zeitpunkt wie viele Asylbewerber unberechtigt im Freistaat leben, nicht registriert oder untergetaucht sind, weiß scheinbar niemand mehr richtig zu beantworten. Bedenklich stimme auch, dass Worte nicht mehr verwendet werden dürfen, die zum alltäglichen Sprachgebrauch gehören und weder rassistisch noch anderweitig anrüchig sind. Solche Sprachregelungen habe es in der DDR ebenfalls gegeben, so Barth und stellt dabei fest, dass Sprach-Verbote immer dann verhängt werden, wenn Mächtige die Hoheit über Gedanken erobern wollen. Denn wer die Sprache beherrscht, so der AfD-Politiker, der beherrsche auch die Menschen.

Tausende mit „unbekanntem Aufenthaltsort“

Das nicht nur in Sachsen Immigranten „verloren“ gehen, scheint ein momentaner Trend im immer chaotischer werdenden Asylspektakel zu sein. Wie die Welt berichtet, tauchen täglich Immigranten unter. So berichtet die Leitung der Brandenburger Erstaufnahmestelle, das sich Immigranten zunehmend „auf eigene Faust“ auf den Weg machten und so seit Anfang September mehrere hundert Menschen verschwunden seien.

Allein am Mittwoch seien mehr als 600 Menschen aus Erstaufnahmezentren abgereist, so eine stellvertretende Ministeriumssprecherin und beziffert die „eigenständig Reisenden“ auf 7.000, die seit September einen „unbekannten Aufenthaltsort“ haben. (BS)