Der Landesverband Bayern der AfD wählt am kommenden Wochenende einen neuen Landesvorsitzenden. metropolico sprach mit dem Kandidat Petr Bystron. Dem Kritiker des früheren Landesvorstandes gelang es, Veranstaltungen mit ausländischen Diplomaten und Gästen zu organisieren. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern seit über 25 Jahren in München.

Sieht die AfD gestärkt aus der Sommerpause kommen: Petr Bystron (Bild: privat)
Sieht die AfD gestärkt aus der Sommerpause kommen: Petr Bystron (Bild: privat)

metropolico: Herr Bystron, Sie haben sich um das Amt des Landesvorsitzenden der AfD in Bayern beworben. Warum? Was treibt Sie an, Politik zu machen?

Politik bestimmt unser Leben – die Erziehung unserer Kinder, die Höhe unserer Renten, unser tägliches Miteinander. Spätestens seit der Regierung Merkel wird klar: Die herrschende Polit-Klasse entfernt sich immer mehr von uns, dem Volk. Ich bin in der Politik, um dem Volk wieder eine Stimme zu verleihen.

Was soll denn unter Ihrer Führung anders werden als es bisher war?

Wir werden viel aktiver agieren. Wir werden den politischen Gegner auf allen Ebenen angreifen: In den Kommunen, im Bezirk und auf Landesebene.

Nachdem sich Frauke Petry und Alexander Gauland gegen Bernd Lucke durchgesetzt hatten, machte die AfD nach all den internen Auseinandersetzungen einen eher abgekämpften und erschöpften Eindruck. Kommt nun wieder Schwung in die AfD?

Natürlich haben die monatelangen internen Spannungen enorm viel Kraft gekostet. Aber wir kommen nun nach der Sommerpause erholt zurück. Die Partei hat die Weggänge gut verkraftet. Ich spüre bei den Mitgliedern in allen bayerischen Kreisen viel Tatendrang und Energie. Es herrscht eine Aufbruchsstimmung wie zuletzt im Frühjahr 2013.

In Bayern findet die AfD eine Sondersituation vor. Dort regiert die CSU mit absoluter Mehrheit und macht angesichts der Flüchtlingskrise bei Konservativen mit ihrem Anti-Merkel-Kurs wieder Boden gut. Wie sollte sich die AfD Ihrer Meinung nach durchsetzen?

Sie haben Recht, die CSU läuft den konservativen Wählern hinterher. Dabei kopiert sie jedoch beinahe alles von der AfD. Ilse Eigner schrieb kürzlich einen Gastkommentar im Handelsblatt. Die Überschrift lautete: „Mut zur Wahrheit!“ Wir sollten der Frau einen Aufnahmeantrag schicken.

Die linksextreme Szene wird in Bayern, insbesondere in München auf kommunaler aber auch auf staatlicher Ebene gefördert. Was will die AfD gegen diese und ähnliche staatlich finanzierte Politpropaganda unternehmen?

Die Verflechtung der ultralinken Gruppen mit den 68sechzigern, die bereits den Marsch durch die Institutionen erfolgreich beendet haben, ist eine akute Bedrohung unserer Freiheit. Hier werden mit öffentlichen Geldern extremistische Gruppierungen wie die Antifa am Leben erhalten. Erschreckendes Beispiel sind die über 104.000 Euro, welche der rot-grün dominierte Stadtrat in München jährlich für die Tarneinrichtung FIRM an den Antifa-Verein AIDA durchreicht. Wir werden gegen diesen Missstand kompromisslos vorgehen.

Demnächst findet in den Münchner Kammerspielen, dem Theater der Stadt, ein Internationale Schlepper- und Schleuser Tagung statt, die von der Stadt München, dem Goethe-Institut, der Europäischen Union und vor allem der Deutschen Kulturstiftung finanziert wird. Ist es also nicht nur die Antifa?

Das ist ein gutes Beispiel. Hier betreiben linke Lobbygruppen unter dem Tarnmantel der Kunst unverhohlen ihre Propaganda und lassen sich das auch noch von öffentlichen Mitteln finanzieren. Die AfD prangert diesen Missbrauch an. Der neue Bezirksvorstand unter Florian Jäger ist hier aktiv. Unsere Kritik zeigt Wirkung. Das Goethe Institut hat sich bereits als Unterstützer der Aktion zurückgezogen, viele Abonnenten der Kammerspiele sind empört und kündigen ihre Abos.

Die AfD ist regelmäßig Ziel von Linksextremen, der sogenannten Antifa. Wie will oder wie sollte sich die AfD dagegen wehren, dass die etablierten Parteien die Antifa mit Steuergeldern finanzieren und versuchen, sich so politische Konkurrenz vom Hals zu halten?

Die Antifa ist die SA der Sozialisten, egal ob sie nun rot oder grün sind. Die verdeckte Finanzierung dieser Gruppen ist ein Fall für den Staatsanwalt, deren Treiben eines für den Verfassungsschutz.

Die Asylkrise ist das alles beherrschende Thema. Sie halten hierzu fast täglich Vorträge in ganz Bayern. Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung?

Das Asylchaos ist die Bankrotterklärung der Regierung Merkel. Sie sollte sofort zurücktreten. Diese Regierung hat über die Köpfe der eigenen Bevölkerung eine Katastrophe herbeigeführt, deren Folgen wir noch in Jahrzehnten spüren werden. Die Menschen sind im höchsten Maße verärgert. Gleichzeitig haben sie Angst, ihre Meinung frei zu äußern, denn jeder, der nicht am Bahnhof mitklatscht und die Lobeshymnen auf Multi-Kulti mitsingt, wird schon als Nazi abgestempelt.

Was ist Ihr Lösungsansatz?

Unsere Politik hat die Migranten völlig unverantwortlich mit falschen Versprechen angelockt. Jetzt muss sie den Fehler eingestehen und für deren Rückkehr sorgen. All die Migranten aus Balkanländern müssen als erste zurück in ihre Heimatländer, denn sie haben offensichtlich kein Anrecht auf politisches Asyl. Zumal wenn ihre Heimatländer den Beitritt zur EU beantragt haben. Und natürlich müssen sofort die EU-Außengrenzen gesichert werden, damit der weitere Zustrom gestoppt wird. Ungarn tut das Richtige. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit von Merkel und Co., auf Viktor Orban draufzuhauen. An dem Mann sollten sie sich lieber ein Beispiel nehmen!

Aber was soll mit den weiteren Flüchtlingen, vor allem aus dem Nahen Osten passieren?

Wer um sein Leben fürchtet, der soll Schutz finden. Aber warum soll er deswegen eine Reise antreten, die viele Tausend Kilometer durch mehrere Länder führt? Den Menschen soll in unmittelbarer Nachbarschaft geholfen werden. Wir müssen die reichen arabischen Länder mit Nachdruck ermuntern, die im Koran propagierte Liebe zu ihren Glaubensbrüdern und –Schwestern auch in die Tat umzusetzen, und die Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, anstatt den Bau von Moscheen in Deutschland zu finanzieren.

Herr Bystron, vielen Dank für das Gespräch.