Das Nachrichtenmagazin Israel heute beschuldigt tagesschau.de bei der Berichterstattung wichtige Fakten nicht zu erwähnen und dadurch ein einseitiges anti-israelisches Bild wiederzugeben. Israel heute spricht konkret von Manipulation.

tempelberg
Manipulative Berichterstattung bei Israelthema durch die Tagesschau? (Bild: Klagemauer und Tempelberg von Jürgen, QUELLE: flickr, Rechte: CC BY-NC-ND-2.0-Lizenz; siehe Link)

tagesschau.de ist das zentrale Nachrichtenwebportal des öffentlich-rechtlichen Senders ARD. Die Seite liefere nach Eigendarstellung rund um die Uhr einen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage und ergänze durch ausführliche Hintergrundinformationen.

Das Magazin Israel heute widerspricht hier und wirft dem öffentlich-rechtlichen Format willentliche Manipulation vor.

Keinerlei Erwähnung der tatsächlichen Aggressoren

Eine häufig geäußerte Kritik: internationale Medien berichten zunehmend einseitig über Israel und ergreifen in unreflektierter Weise Partei für die Palästinenser. Ein krasses Beispiel, wie Nachrichten durch das Weglassen wichtiger Fakten manipuliert werden, lieferte am Montag nach Ansicht des Magazins Israel heute das Format tagesschau.de. Die Sendung befasste sich in seinem halbminütigen Beitrag mit den Unruhen auf dem Jerusalemer Tempelberg.

Darin hieß es: „Nach neuerlichen Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem hat die israelische Polizei die Al-Aksa-Moschee geschlossen.“ Nicht erwähnt wurde, so der Vorwurf, von wem diese Unruhen ausgingen. Im Vergleich hierzu meldete die dpa – die Deutsche Presseagentur, die alle wichtigen Medien in Deutschland mit Nachrichten versorgt: „Mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen haben Dutzende maskierter Jugendlicher auf dem Tempelberg in Jerusalem israelische Polizisten attackiert. Die Beamten begleiteten jüdische Pilger, die das umstrittene Heiligtum zum Auftakt des Laubhüttenfestes besuchten.“

Israel heute mutmaßt, dass „randalierende Palästinenser offenbar nicht in das Weltbild der Tagesschau-Redakteure“ passen und deshalb die wichtige Information über den Aggressor einfach unterschlugen.

Endgültig den Boden der Objektivität verlassen

Weiter heißt es in dem tagesschau.de Beitrag: „Damit wolle man Juden, die das Laubhüttenfest begehen wollten, ungehinderten Zugang zum Tempelberg verschaffen, erklärte die Polizei.“ Die Tagesschau verschweige hier wiederum, dass die israelische Polizei vier Tage vorher die gesamte Tempelberganlage für Juden gesperrt hatte, damit die Muslime ihr dreitägiges Opferfest ungestört feiern konnten.

Den Boden der Objektivität verlasse die Tagesschau dann endgültig durch folgende Passage, so Israel heute: „Grundlage des Konflikts ist, dass Muslime die Anhöhe des Tempelbergs als den Ort verehren, von dem aus der Prophet Mohammed zum Himmel aufgefahren sein soll. Juden hingegen halten den Tempelberg für den Standort des ersten jüdischen Tempels und fordern dessen Neuerrichtung.“

Es sei unumstritten, dass nicht nur die Juden den Tempelberg für den Standort des historischen jüdischen Tempels halten. Auch nahezu alle seriösen, nichtmuslimischen Geschichtswissenschaftler gehen hier konform. Dass jedoch die Juden die Neuerrichtung des Tempels fordern, sei eine antisemitische Diffamierung, da nur eine kleine Minderheit dafür eintrete. Jüdische Tempelberg-Aktivisten wie Rabbi Yehuda Glick haben unterstrichen, der heilige Ort solle Menschen aus allen Religionen offen stehen.

Gegen Religionsfreiheit auf dem Tempelberg würde sich hingegen nur eine Religionsgruppe wehren. So fordert die muslimische Waqf-Verwaltung, die „fromme Stiftung des islamischen Rechts“, dass für Nicht-Muslime der Zugang zum Tempelberg beschränkt werde und Nicht-Muslimen das Beten dort verboten werden soll. Dies – so abschließend – sei jedoch für die Tagesschau nicht berichtenswert gewesen. (BS)