Schlaglicht: Merkel ist schon im Ursprung eine Mogelpackung. Ähnlich wie Raider jetzt Twixx heißt, war Kasner auf einmal Merkel. Wo kam das her? Jenes Markenzeichen, das uns gefühlte Jahrtausende muttihaft belehrte. Es ist zur Redewendung geworden. „Sie sehen ja heute ausgemerkelt aus.“ Heißt, „Was ist Ihnen denn in die Mundwinkel gefahren?  

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Was ist Merkel? (Bild: metropolico.org)

Merkel, was ist das? Es ist etwas, was Kanzler schafft. Hat etwas Dauerhaftes wie Stein. Wir suchen und finden phonetisch Verwandtes. Er entsteht, wenn feines Material, etwa Ton oder Schluff, ablagert und gleichzeitig Kalk ausgefällt. So sagt`s zumindest Wikipedia. Kalk also. In den Gehirnzellen. Ob es einem gefällt oder nicht. Man kann sich kaum noch daran erinnern. Muss was mit Merkel zu tun haben. Denn egal, was sie tut, ob Abwrackauto-, Griechen-, Banken- oder Weltflüchtlings-Rettung, spätestens morgen haben wir das alles vergessen.  

Merkel klingt spielerisch einfach. Ein Spielzeughersteller aus dem schwäbischen Göppingen. Aha! Spuren führen also doch zur viel gepriesenen schwäbischen Hausfrau und einer Eisenbahn. Und da enden sie auch schon. Seehofer spielt im Keller damit. Jetzt wird klar: Er ist von ihr abhängig.  

Googeln wir weiter: Von der Merkel Klemmmontage, Bücher über ein angeblich früheres Leben, einer Zitruspresse für 8,99 bei Amazon bis hin zum Anti-Merkel-Aufkleber für einen Euro, ob Sicherheitshelm X-Lite X-802 R Merkel – S (55/56), Immitationskomödien, oder Drei-Knopf-Anzug in bunt, alles führt zurück auf dieses Wesen, das irgendwie unsere Welt beherrscht, Vorname: Engel.  

Ein Vierteljahrhundert feiert sie nun mit uns Vereinigung. Nur was genau? Wir wissen ja immer noch nicht, wer oder was Merkel wirklich bedeutet. Deutsche Einheit verkauft die gebürtige Westdeutsche, die im Osten zur Miss-Agitation und Propaganda ausgebildete Physikerin mit dem Namen des anderen so geschickt, dass wir schon alle weiteren Nach-Wende-Kanzler verdrängt haben. Selbst der Macho Schröder versinkt angesichts des Mutti-Wesens aus Kohls Waschmaschine, dem Kanzleramt, in wohl renaturierte Bedeutungslosigkeit.  

Engel Mutti, Angela Murkel, die Thalbach in der Satire, ist in Wirklichkeit das Spiegelbild der Nation. Ein wenig traurige Satire, bestimmend im Ton. Sie hat die Hosen an, den Hosenanzug. Eines Tages wird der bestimmt im Museum ausgestellt. Der Anzug eines armen, ostdeutschen Flüchtlings, der es bis an die Spitze des Nachbarlandes brachte. Dann werden wir uns zahn-, billionen- und rentenlos fragen: Was feierten wir da eigentlich?