Düsseldorf/Ratingen: Die für den 1. Oktober unter dem Motto „Ja zu Asyl! Nein zu Missbrauch und Rechtsbruch!“ in einem Ratinger Hotel geplante AfD-Veranstaltung mit Beatrix von Storch kann stattfinden. Das Hotel-Management erteilte linken Forderungen, der AfD keine Räumlichkeiten zu vermieten, eine klare Absage.

Beatrix von Storch (AfD) (Bild: metropolico.org)
Beatrix von Storch (Bild: metropolico.org)

Wie bereits berichtet, fordern Düsseldorfer Linke die Absage einer für den 1. Oktober unter dem Motto „Ja zu Asyl! Nein zu Missbrauch und Rechtsbruch!“ geplanten AfD-Veranstaltung. Zu der Veranstaltung wurde die stellvertretende AfD-Vorsitzende und EU-Abgeordnete Beatrix von Storch eingeladen. Stattfinden soll sie im Holiday Inn-Hotel im nahe gelegenen Ratingen.

Am Donnerstag wurde auf der Facebook-Seite „Düsseldorf stellt sich quer“ ein offener Brief an die Geschäftsführung des Hotels veröffentlicht, in dem von Storch als „ultrakonservative, rechtsoffene stellvertretende AfD-Vorsitzende“ und „nationaltümelnde Abtreibungsgegnerin“ bezeichnet und appelliert wird, der AfD keine Räumlichkeiten zu vermieten. Unterzeichnet ist der Brief von Torsten Nagel, dem Düsseldorfer Geschäftsführer der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ sowie Oliver Ongaro, dem Vorstandsvorsitzenden der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative „Stay“. Am Freitag schloss sich auch die Ratinger Piraten-Partei der Forderung nach einer Absage der Veranstaltung an: „Das Engagement der Bürger in unserer Stadt ist phänomenal und darf durch solche rechten Aktionen nicht in Frage gestellt werden. In diesem Sinne sehen wir es als notwendig an, dass diese Veranstaltung abgesagt wird.“

Aber noch am selben Tag erteilte das Management des Holiday Inn-Hotels diesen Forderungen eine klare Absage: „Im Holiday Inn Düsseldorf Airport-Ratingen finden jedes Jahr Hunderte von Veranstaltungen und Meetings statt. Unsere Meeting- und Konferenzräume können von allen rechtmäßigen Organisationen gebucht werden und wir bieten unseren Service allen Gästen in gleicher Weise an. Indem Holiday Inn Buchungen akzeptiert, unterstützt es keine Organisationen, Ansichten, Meinungen oder Individuen“, so Alarik Graf Wachtmeister, Cluster General Manager des Hotels, gegenüber der Neuen Düsseldorfer Online-Zeitung. Auf den einschlägigen linken Internet-Seiten der Stadt rief diese Entscheidung einen Sturm der Entrüstung hervor. Dabei unterstellen die Linken unverändert, an der AfD-Veranstaltung könnten auch „militante Neo-Nazis“ teilnehmen, um dort Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte zu planen. Belege, warum dies so sein sollte, werden jedoch nirgends aufgeführt. Stattdessen wird dem Holiday-Inn jetzt vorgeworfen, „mit geistigen Brandstiftern zu kooperieren“.

Bei der „Bürger-Talkshow“ hatten die Linken Erfolg

In einem anderen Fall hatten die Düsseldorfer Linken jedoch Erfolg mit ihrem Druck: Am letzten Donnerstag war in der Düsseldorfer Innenstadt eine Diskussions-Veranstaltung des Vereins „Bürger-Talkshow“ zur Flüchtlingskrise geplant. Organisiert wurde die Veranstaltung von Alexander Heumann, der erst im Juli in das Bundesschiedsgericht der AfD gewählt wurde. Geplant war unter anderem ein Vortrag des renommierten Historikers Michael Hesemann zur Christenverfolgung in der arabischen Welt. Um eine ausgewogene Runde zu gewährleisten, wurden auch stadtbekannte Flüchtlings-Befürworter wie etwa die Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch (Grüne) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) eingeladen.

Beide sagten jedoch ab. Und nur kurz vor der geplanten Veranstaltung bekam der Vermieter drei Anrufe; einer davon soll von Torsten Nagel von den „Falken“ gekommen sein, in einem anderen Anruf warnte ein angeblicher Mitarbeiter des Verfassungsschutzes vor einer „Gegendemo von 200 oder 300 Leuten“. Der eingeschüchterte Vermieter wandte sich aber nicht an die Polizei, sondern gab dem Druck nach und kündigte Heumann die Räumlichkeiten. Damit konnte die „Bürger-Talkshow“ nicht mehr stattfinden. (PH)

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