Düsseldorf/Ratingen: Am 1. Oktober will Beatrix von Storch auf einer AfD-Veranstaltung darüber sprechen, wie die Asylpolitik „wirklich Verfolgte schützt, aber Missbrauch verhindert“. Aber seit Mittwoch versuchen Linke den Vermieter unter Druck zu setzen, die Veranstaltung wieder abzusagen.

Beatrix von Storch (Bild: metropolico.org)
Beatrix von Storch (Bild: metropolico.org)

Am Montag kündigte der Düsseldorfer AfD-Stadtverband für den 1. Oktober eine Veranstaltung unter dem Motto „Ja zu Asyl! Nein zu Missbrauch und Rechtsbruch!“ an. Dazu eingeladen wurde die stellvertretende AfD-Vorsitzende und EU-Abgeordnete Beatrix von Storch. Stattfinden soll die Veranstaltung in einem Hotel im nahe gelegenen Ratingen.

Die linke Szene der Stadt versucht jedoch schon jetzt, die Veranstaltung zu verhindern. Am Donnerstag wurde auf der Facebook-Seite „Düsseldorf stellt sich quer“ ein offener Brief an die Geschäftsführung des Hotels veröffentlicht, in dem von Storch als „ultrakonservative, rechtsoffene stellvertretende AfD-Vorsitzende“ und „nationaltümelnde Abtreibungsgegnerin“ bezeichnet wird.

„Militante Neo-Nazis“ auf AfD-Veranstaltung?

In dem Brief mit Datum vom Mittwoch heißt es wörtlich: „In Düsseldorf engagieren sich unzählige Bürger und Bürgerinnen ehrenamtlich für Flüchtlinge und es gibt eine hohe Spendenbereitschaft. Es gibt in unserer Stadt eine von sehr vielen Menschen gelebte Willkommenskultur. Die Veranstaltung, die in Ihrem Haus stattfindet, bereitet den Boden für Sozialneid, für rassistische und ausländerfeindliche Stimmung, die jederzeit in Hetze und Gewalt umschlagen kann. Allein 2015 wurden bislang 61 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Es steht zu befürchten, dass auch militante Neo-Nazis an der Veranstaltung im … teilnehmen werden – in Ihrem Hause würden dann geistige und tatsächliche Brandstifter vereint sitzen und planen können. In unseren breiten Netzwerken, die Flüchtlinge unterstützen, herrscht ein großes Unverständnis, dass eine solche Veranstaltung gerade in einem Hotel mit internationalem Renommee stattfinden kann. Wir möchten Sie daher bitten, die Veranstaltung in Ihren Räumlichkeiten abzusagen. Sie passt nicht in den weltoffenen Großraum Düsseldorf, der Toleranz und Aufgeschlossenheit als Motto gewählt hat – und auch nicht in Ihr Hotel. Wir hoffen, Sie haben Verständnis für unser Anliegen.“ Unterzeichnet ist der Brief von Torsten Nagel, dem Düsseldorfer Geschäftsführer der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ sowie Oliver Ongaro, dem Vorstandsvorsitzenden der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative „Stay“.

Der Druck der Linken geht jedoch noch weiter: In einem Kommentar unter dem Brief veröffentlichte Frank Laubenburg, stadtbekanntes Mitglied der „Linkspartei“, die Telefon- sowie die Fax-Nummer des betreffenden Hotels. Auch ließ die „Interventionistische Linke“ auf Facebook bereits durchblicken, die Veranstaltung stören zu wollen: „Oops, da werden wir wohl einen Ausflug zum … Hotel machen müssen, wenn sich dort die extreme Rechte treffen darf.“

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt versuchen linke Gruppierungen immer wieder, ihnen missliebige Veranstaltungen zu verhindern. Erst im August versuchten Homosexuellen-Gruppen das Schulamt unter Druck zu setzen, um eine CDU-Veranstaltung in einem Urdenbacher Gymnasium mit der Gender Mainstreaming-Kritikerin Birgit Kelle zu verhindern. Aber nachdem sich die Gastgeberin, die Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel, kämpferisch zeigte und gegenüber dem Schulamt an der Veranstaltung festhielt, konnte diese durchgeführt werden. (PH)

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