Düsseldorf: Ungebremst treffen weitere Sonderzüge aus Salzburg mit Asylbewerbern in der Landeshauptstadt ein. Nachdem in der letzten Woche bei einem Asylsuchenden aus Algerien Tuberkulose festgestellt wurde, richtet die Stadt ab Freitag im Stadtteil Benrath eine Krankenstation für Asylbewerber ein, um der Verbreitung von Krankheiten entgegenzuwirken.

Im Hauptgebäude des Flughafen-Fernbahnhofs befindet sich das Auffanglager für ankommende Asylbewerber. Journalisten wird der Zutritt zu diesem Raum verwehrt, weswegen metropolico das Gebäude leider nur von außen zeigen kann. (Bild: metropolico.org)
Das Hauptgebäude des Flughafen-Fernbahnhofs (Bild: metropolico.org)

Gegenwärtig ist Düsseldorf im täglichen Wechsel mit Köln Anlaufstelle für Asylbewerber, die mit Sonderzügen aus Salzburg nach Nordrhein-Westfalen kommen. Am Mittwoch etwa kamen 539 Asylsuchende in Düsseldorf an, zu deren Zusammensetzung keine Angaben gemacht wurden. Am Montag waren es 439, davon 115 Kinder und Jugendliche. Die Betreuung von jugendlichen Asylbewerbern gilt als besonders kostenintensiv.

Empfangen werden die Asylsuchenden am Flughafen-Fernbahnhof, in dessen Hauptgebäude ein provisorisches Auffanglager eingerichtet wurde. Journalisten wird der Zutritt zu diesem Teil des Gebäudes verwehrt. Auch in einer Halle der nahe gelegenen Messe werden Asylbewerber provisorisch untergebracht. Von dort aus erfolgt die Weiterverteilung auf die von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesenen Unterkünfte in anderen Kommunen im Land.

Stadt will Verbreitung von Krankheiten entgegenwirken

Um einer möglichen Verbreitung von Krankheiten in den Unterkünften der in Düsseldorf bleibenden Asylbewerbern entgegenzuwirken, werden Asylsuchende, die unter Krankheiten wie beispielsweise Masern, Windpocken, Grippe oder ähnlichen Infektionen leiden und keiner medizinischen Behandlung bedürfen, ab Freitag bis zu ihrer Genesung auf dem Gelände eines alten Krankenhauses im Stadtteil Benrath untergebracht. In einem Pavillon können dort zunächst bis zu zehn Asylbewerber untergebracht werden. Eine Aufstockung um bis zu 60 Betten kann bei Bedarf in den nächsten Wochen auf den oberen Etagen des ehemaligen Krankenhauses erfolgen.

In der letzten Woche wurde bei einem im Innenstadtbereich untergebrachten 30-jährigen Asylbewerber aus Algerien Tuberkulose festgestellt. Bereits Wochen vorher wurden bei einem ebenfalls im Innenstadtbereich untergebrachten Kind Windpocken festgestellt. Gegenwärtig müssen rund 5.730 Asylbewerber in Düsseldorf untergebracht und versorgt werden. (PH)

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