Düsseldorf: Rund 1.200 linke Gegendemonstranten sorgten am Freitagabend mit Sitzblockaden und dem Durchbrechen von Absperrungen dafür, dass die Dügida-Kundgebung nur kurz nach ihrem Start am Hauptbahnhof wieder umkehren musste. Auch Polizisten wurden von den linken Gewalttätern angegriffen.

Bereits auf dem Konrad-Adenauer-Platz musste die Polizei die Linken wieder hinter die Absperrung zurückdrängen (Bild: metropolico.org)
Bereits auf dem Konrad-Adenauer-Platz musste die Polizei die Linken wieder hinter die Absperrung zurückdrängen (Bild: metropolico.org)

Bereits gegen 18 Uhr 30, eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung der Gruppierung Düsseldorf gegen die Islamisierung des Abendlandes (Dügida), durchbrachen linke Gegendemonstranten, bei denen Flaggen der Antifa, Bündnis 90/Die Grünen, verschiedenen K-Gruppen sowie der „Linkspartei“ zu sehen waren, eine Absperrung am Konrad-Adenauer-Platz, um auf den Dügida-Kundgebungsplatz gegenüber des Düsseldorfer Hauptbahnhofs vorzudringen. Eine größere Anzahl von Polizisten war nötig, um die linken Randalierer wieder zurückzudrängen. Kurz darauf ertönte auf Seiten der Linken die Anweisung „Geht auf die Route der Nazis“.

Gegen 20 Uhr konnte sich der Dügida-Demonstrationszug nur mit großer Verspätung in Bewegung setzen, weil rund 40 Linke auf der Friedrich-Ebert-Straße eine Sitzblockade veranstalteten. Dabei riefen die Blockierer Parolen wie „Deutschland ist scheiße, ihr seid die Beweise“, „Say it loud, say it clear, Refugees are welcome hier“, „Nie wieder Deutschland“ und „Wir sind die Mauer, das Volk muss weg“. Erst nach längeren Verhandlungen entschied die Polizei, die laut Veranstalter 250 Dügida-Anhänger seitlich daran vorbeizuführen.

600 Linke blockieren den Demonstrationsweg

Wegen einer Sitzblockade auf der Friedrich-Ebert-Straße konnte die Dügida-Kundgebung nur mit großer Verspätung starten (Bild: metropolico.org)
Wegen einer Sitzblockade auf der Friedrich-Ebert-Straße konnte die Dügida-Kundgebung nur mit großer Verspätung starten (Bild: metropolico.org)

Zu diesem Zeitpunkt hatten aber bereits über 600 Linke die Graf-Adolf-Straße blockiert, eine Teilstrecke des Dügida-Aufzugsweges. Laut Polizei wurden der Dügida-Kundgebung deswegen alternative Streckenführungen angeboten, um den geplanten Weg wieder zu erreichen. Die Versammlungsleiterin, bei der es sich nach Darstellung der örtlichen Presse um eine Vertreterin der NPD gehandelt haben soll, lehnte die Vorschläge jedoch ab. Sie entschied nach Erreichen des Stresemannplatzes, umzukehren und wieder zum Hauptbahnhof zu ziehen. Melanie Dittmer, die bei früheren Dügida-Kundgebungen als Versammlungsleiterin fungiert hat, erklärte jedoch später, die Polizei hätte den Dügida-Vertretern gesagt, es seien nicht genügend Einsatzkräfte vorhanden, um deren Kundgebung zu schützen. Für die Pressevertreter war in dem fraglichen Augenblick aber nur zu erkennen, dass der Dügida-Demonstrationszug unvermittelt und auffällig diszipliniert wieder kehrtmachte. Maßnahmen der Polizei, die Dügida-Anhänger am Weiterziehen zu hindern, waren nicht zu erblicken.

Insgesamt waren am Freitagabend rund 800 Polizisten im Einsatz. An den Gegendemonstrationen sowie weiteren nicht angemeldeten Aktionen nahmen jedoch etwa 1.200 Linke teil. Viele liefen über Gleise, um die Dügida-Anhänger zu erreichen. Aufgrund der daraus resultierenden Gefährdung musste der Straßenbahnverkehr in Richtung Hauptbahnhof zeitweise eingestellt werden. Mehrere Dutzend Linke versuchten mit massiver Gewalt eine Absperrung in Höhe der Karlstraße zu durchbrechen, um an die Dügida-Demonstranten heranzukommen. Dabei wurden auch die dort eingesetzten Beamten angegriffen. Nur durch den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock konnten die Polizisten den Angriff auf die Dügida-Anhänger verhindern. (PH)