Düsseldorf/Dortmund: Offenbar haben nach Nordrhein-Westfalen gekommene Asylbewerber einen großen Bedarf an Taschen und Rucksäcken. In Dortmund hat die Polizei am Sonntag mit Stofftaschen ausgeholfen. In Düsseldorf wird die Übergabe von Rucksäcken für Asylbewerber zum Medienereignis.

Die ehemalige Kartause-Hain-Schule im Stadtteil Unterrath dient jetzt als Flüchtlingsunterkunft (Bild: metropolico.org)
Die ehemalige Kartause-Hain-Schule im Stadtteil Unterrath dient jetzt als Asylbewerberunterkunft (Bild: metropolico.org)

Seit dem Wochenende fahren immer mehr Züge mit aus Ungarn anreisenden Asylbewerbern die Hauptbahnhöfe in Düsseldorf und Dortmund an. Am Dortmunder Hauptbahnhof wurden Asylsuchende am Sonntag vom nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) begrüßt. In der Landeshauptstadt wies die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch (Grüne) am Montag darauf hin, dass „in den nächsten Tagen mindestens weitere 1.200 Flüchtlinge alleine im Regierungsbezirk Düsseldorf ankommen werden“. Seit Sonntag tagt der städtische Krisenstab, um weitere Unterbringungsmöglichkeiten für die Asylbewerber zu finden. Aber auch in anderen Städten herrscht Ratlosigkeit vor; so musste etwa Mönchengladbach trotz erschöpfter Kapazitäten am Montagabend kurzfristig 200 aus Ungarn kommende Asylbewerber unterbringen.

Rund 100 Asylbewerber, die mit dem Nachtzug aus Wien gekommen sind, sind am Sonntag im Düsseldorfer Hauptbahnhof noch vor ihrer Weiterfahrt nach Dortmund mit Frühstück und Spielzeug versorgt worden. In Dortmund angekommen, wussten die Asylsuchenden offenbar nicht mehr, wie sie alles tragen sollen: Das Dietrich-Keuning-Haus, eine sogenannte stadtteilorientierte Begegnungsstätte in der Dortmunder Nordstadt, bat über die sozialen Netzwerke um Taschen aus Stoff. Diese würden „dringend benötigt, um den Flüchtlingen den Transport von dringend benötigten Gegenständen zu ermöglichen“. Polizeipräsident Gregor Lange (SPD) organisierte sofort mehrere Dutzend Stofftaschen der Polizei, um diese dem Organisationsteam im Dietrich-Keuning-Haus zu übergeben. „Wir werden helfen, wo wir können und zeigen den Menschen, die hier ankommen, dass sie willkommen sind“, so Lange in der hierzu verfassten Polizeimeldung.

Flughafen spendet Rucksäcke

Ebenfalls großzügig zeigt sich das Nachbarschaftsbüro des Düsseldorfer Flughafens, das 200 Rucksäcke für die Asylbewerber spenden wird, die in der nahe des Flughafens gelegenen ehemaligen Kartause-Hain-Schule im Stadtteil Unterrath untergebracht sind. Die Übergabe der Rucksäcke erfolgt am Mittwoch im Beisein von Miriam Koch, Bezirksbürgermeister Ralf Thomas (SPD) sowie den Medien.

In einem in unmittelbarer Nähe der Kartause-Hain-Schule gelegenen Supermarkt wurden erst im Juli binnen weniger Tage 20 Hausverbote wegen Ladendiebstahls ausgesprochen. Kurz darauf befragte metropolico den Filialleiter des Marktes unter anderem dazu, ob die Darstellung von Anwohnerinnen, dass Personen beim Verlassen des Supermarktes mit Rucksäcken voller unbezahlter Waren erwischt wurden, der Wahrheit entsprechen würde. Die Antwort des Filialleiters war jedoch nur kurz: „Geklaut wird überall.“ Zu weiteren Auskünften war er nicht bereit. (PH)

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