Bochum: Die am Samstag stattfindende AfD-Wahlkampfveranstaltung wird durch den unerwarteten Tod von Sandra Hunnewinkel überschattet. Jetzt hoffen ihre Parteifreunde darauf, dass die Antifa die Trauer um die Bielefelder Vorsitzende respektieren wird. Die Linksextremisten hetzen jedoch mit Flugblättern und Sprüchen wie „AfD? Frauke Petry? Siktir git!“ weiter gegen die Veranstaltung.

Dieses Flugblatt wurde in vielen Bochumer Briefkästen gefunden (Bild: AfD Bochum)
Dieses Flugblatt wurde in vielen Bochumer Briefkästen gefunden (Bild: AfD Bochum)

Wie bereits berichtet, findet am heutigen Samstag von 10 bis 13 Uhr auf dem Bochumer Husemannplatz eine Wahlkampfveranstaltung der AfD unter dem Motto „Zwei Milliarden Schulden und kein Ende in Sicht“ statt. Damit will die Bochumer AfD auf die desaströse finanzielle Situation der Ruhrstadt anspielen. Erwartet werden Wolf-Dieter Liese, der Oberbürgermeister-Kandidat der AfD, Frauke Petry, Erste Bundessprecherin der Partei sowie die AfD-Landessprecher Marcus Pretzell und Martin Renner. Um zu verdeutlichen, um welche Summe es sich bei zwei Milliarden handelt, soll dieser Betrag in Form „nicht wirklich echter Euro-Scheine“ öffentlich geschreddert werden. Hintergrund der Veranstaltung ist die Bochumer Oberbürgermeister-Wahl am 13. September. Das sogenannte Bündnis gegen Rechts sowie die linksextreme Antifa haben bereits Gegendemonstrationen angekündigt.

Überschattet wird die Veranstaltung vom plötzlichen und unerwarteten Tod der Bielefelder AfD-Vorsitzenden Sandra Hunnewinkel. Die Polizei fand die 40-Jährige am Donnerstagabend tot in ihrer eigenen Wohnung. Ihre Parteifreunde hatten die Polizei alarmiert, weil sie nicht ans Telefon ging und auch nicht zum AfD-Stammtisch erschienen war. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt. Hunnewinkel war erst vor zwei Wochen zur neuen AfD-Vorsitzenden in Bielefeld gewählt worden. Sie war ledig und hatte keine Kinder.

AfD hofft auf Respekt für Schweigeminute

Ihre Parteifreunde möchten jetzt auf der Veranstaltung am Samstag eine Gedenkminute für Sandra Hunnewinkel abhalten. „Wir hoffen, dass die Antifa und die unbedarften Mitmacher der Gegendemo unsere Trauer respektieren“, so AfD-Ratsherr Sebastian Marquardt. Ob die AfD-Mitglieder aber tatsächlich ungestört um ihre Parteifreundin trauern können, dürfte fraglich sein: Nur kurz vor der Veranstaltung wurden in vielen Bochumer Briefkästen Flugblätter der Antifa gefunden, in denen dazu aufgefordert wird, „das Rassistenpack aus unserer Stadt zu vertreiben“.

Die Überschrift des Flugblattes lautet „AfD? Frauke Petry? Siktir git (Verpiss dich)!“ Darin heißt es unter anderem: „Gerade in Zeiten von brennenden Flüchtlingsunterkünften und rassistischen Übergriffen ist es wichtig, sich gegen Rassismus gerade zu machen und die geistigen Brandstifter*innen zu benennen und bekämpfen!“ Auch wird der Bochumer AfD in dem Antifa-Flugblatt vorgeworfen, dass deren ehemaliger stellvertretender Vorsitzender Johannes Paul „einen AfD-Kritiker mit einer Schusswaffe bedrohte“. Im Vorfeld der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl im Mai 2014 musste sich Paul mit einer Schreckschusspistole verteidigen, weil er von zwei männlichen Personen, die AfD-Wahlkampfplakate abgerissen hatten, angespuckt und bedroht wurde. Nachdem der Vorfall in der örtlichen Presse für Schlagzeilen gesorgt hatte, trat Paul von allen Parteiämtern zurück. (PH)