Erst wurde die Sendung der Talkshow „Hart aber fair“ zum Thema „Gender Mainstreaming“ durch Betreiben der selbigen Lobby aus der Mediathek des WDR gelöscht. Nun räumt der öffentlich-rechtliche Sender ein, das diese ein Fehler gewesen sei. WDR-Chef Jörg Schönenborn hält Zensur-Vorwurf für absolut unangemessen.

Jörg Schönenborn, Chefredakteur des WDR (Bild: flickr; Foto: JUN 4 1 4, Rechte: CC BY ND 2.0 Lizenz)
Jörg Schönenborn, Chefredakteur des WDR (Bild: flickr; Foto: Holger Rings, Rechte: CC BY ND NC 2.0 Lizenz)

Frauenverbände und Gleichstellungsbeauftragte legten gegen die Talkshow „Hart aber fair“ vom 2. März Programmbeschwerde wegen Lächerlichmachen des Gender-Themas und Sexismus ein. Frank Plasberg, Moderator der ARD-Talkshow „Hart aber fair“, und seine Redaktion hätten die Grenze des Zumutbaren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen überschritten.

Die betreffende Sendung  „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ wurde auf Empfehlung des Rundfunkrates, wie metropolico berichtete, aus der Mediathek entfernt.

Vorwurf der Zensur oder Selbstzensur absolut unangemessen

Nach heftigen Protesten räumt WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn nun ein, dass die Entscheidung, die Sendung zu entfernen, ein Fehler gewesen sei. In mittlerweile häufig gebrauchter Manier führt der Fernsehdirektor des öffentlich-rechtlichen Senders aus, dass die „Unabhängigkeit unserer Arbeit für uns das höchste Gut ist. Auch wenn der Vorwurf der Zensur oder Selbstzensur absolut unangemessen ist: Schon wenn der Anschein entsteht, diese Unabhängigkeit sei beeinträchtigt, belastet das unsere Arbeit. Deshalb habe ich entschieden, dass die Sendung wieder in die Mediathek und auf die Homepage der Sendung gestellt wird“, “ so Schönenborn laut der FAZ.

Die WDR-Chefredakteurin Fernsehen, Sonia Mikich, erklärte, dass ihr das „Gender-Thema“ persönlich wichtig sei, sie aber die öffentliche Reaktion „auf den Fehler, die Sendung aus der Mediathek herauszunehmen» sie betroffen mache. Frank Plasberg soll in der kommenden Woche die Sendung zum Thema abermals abspulen – mit annähernd der selben Besetzung. (BS)