Opfert Schweden den Rest seiner Pressefreiheit? Auch in Schweden steigt der Unmut gegenüber gleichgerichteten Medien, die sich gerade beim Thema „Immigration“ dem Vorwurf der „Lügenpresse“ gegenüber sehen. Nutznießer der „Lügen-Presse-Kampagne“ gegen die schwedische Presse seien die Schwedendemokraten, so der Vorwurf aus dem Mainstream.

Dagens Nyheter  (Bild: flickr; Foto: jonsson, Rechte: CC BY 2.0)
Dagens Nyheter (Bild: flickr; Foto:
jonsson, Rechte: CC BY 2.0 Lizenz)

Eine der größten Zeitung Schwedens versucht gerade die Frage zu klären, die laut dem linksliberalen österreichischen Standard bislang dem „einschlägigen“ Internet vorbehalten“ war, ob Schwedens Medien die Wahrheit „frisieren“. Zunehmend sehen sich auch die Leitmedien in Schweden dem öffentlich immer häufiger kommunizierten Vorwurf gegenübergestellt, gleichgeschaltet und politisch korrekt die Wahrheit zu beugen und bekommen immer häufiger das Prädikat „Lügenpresse“ angehaftet.

Schweden vertrauen alternativen Medien

Anlass für die Fragestellung der führenden Zeitung war der Mord an zwei Kunden einer IKEA-Filiale im mittelschwedischen Västerås vor zwei Wochen. Der mutmaßliche Täter soll ein abgelehnter Asylbewerber aus Eritrea sein, was die schwedischen Medien, nachdem die Polizei dieses unter dem Druck der Öffentlichkeit früh bekanntgegeben hatte, auch erwähnt hatte. Unerwähnt blieb jedoch die Tatsache, dass die Ermordung der beiden willkürlich ausgewählten Opfer auf einen islamistischen Hintergrund hindeutet. Der Umstand, dass der afrikanische Immigrant die beiden Opfer geköpft haben soll, floss jedoch nicht in die Berichterstattung der Mainstreammedien ein.

Wie der Standard berichtet, seien viele Schweden bereits auf „Hetzplattformen“ ausgewichen, um weitergehende Informationen zu erhalten. Der Zuspruch zu diesen alternativen Medien habe mittlerweile laut dem Medienmagazin Resumé insgesamt eine größere Reichweite erreicht als das „Zweiergespann der Internetseiten von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Fernsehen, SR und SVT“.

Führende schwedisch Journalisten zeigen sich nun tief erschüttert, dass die Schweden mehr und mehr zu der Überzeugung gelangen, dass Schwedens traditionelle Medien „als Handlanger des Etablissements“ fungierten. Diese Meinung sei bereits so weit verbreitet, dass dies nicht mehr als „Hirngespinst eines Häufleins Verwirrter“ abgetan werden kann, so ein schwedischer Kommunikationsexperte.

Pressefreiheit künftig weiter einschränken?

Angesichts des wachsenden Zuspruchs für Medien, die sich um Presseethik nicht scherten, sei eine Einschränkung der Pressefreiheit künftig nicht auszuschließen, so die Ankündigung des Chefredakteurs der auflagenstärksten Tageszeitung Schwedens, der Dagens Nyheter. Die sich als liberal bezeichnende Zeitung wiederum gehört zum schwedischen Medienimperium der Familie Bonnier, die etwa die Hälfte der schwedischen Medien beherrscht.

Ola Sigvardsson, ein schwedische Presse-Ombudsmann, bestätigt den Willen zur Einschränkung der Pressefreiheit indem er warnt: „Verantwortungsbewusstsein ist Voraussetzung für Meinungs- und Pressefreiheit. Werden diese Freiheiten missbraucht, können sie beschnitten werden.“

Als Nutznießer der „Lügen-Presse-Kampagne“ gegen die schwedische Presse würden sich die Schwedendemokraten erweisen. Wie metropolico berichtete, erzielte laut einer aktuellen Wählerumfrage die einwanderungs- und islamkritische Partei ein neues Rekordergebnis. Derzeit liegen die Schwedendemokraten mit 25,2 Prozent vor den regierenden Sozialdemokraten (23,4 Prozent) und den oppositionellen Konservativen (21 Prozent). (BS)