Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat Deutschland aufgefordert, seine finanziellen Leistungen für Asylbewerber aus dem Westbalkan zu reduzieren. „Dann wird sich das Problem mit den Migranten vom Westbalkan sehr schnell lösen“.

Aleksandar Vucic   (Bild: flickr; Foto: Franz Johann Morgenbesser, Rechte: CC BY 2.0)
Aleksandar Vucic (Bild: flickr; Foto:
Franz Johann Morgenbesser, Rechte: CC BY SA 2.0-Lizenz)

Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic appelliert an Deutschland, seine finanziellen Anreize und Leistungen für Asylbewerber aus dem Westbalkan zu senken. Weniger Geld würde Immigranten aus dem Westbalkan auch weniger dazu ermutigen, nach Deutschland zu kommen, so die FAZ laut dem Handelblatt.

Griechenlands Politik ist unfassbar

Serbien sei eines der am stärksten betroffenen Länder auf der Balkanroute, da 45 Prozent der Immigranten im ersten Halbjahr über diesen Weg nach Mittel- und Nordeuropa gekommen sind.

Griechenlands Politik, die Immigranten einfach passieren zu lassen, sei unglaublich, da Griechenland anscheinend keinerlei Verpflichtung verspüre, die Immigranten zu registrieren. Viele würden ohne irgendwelche Papiere von Griechenland über Mazedonien nach Serbien kommen.

Montenegro und Kosovo fordern Deutschland ebenfalls auf, Anreize zu stoppen

Bereits Anfang August hatten, wie metropolico berichte, die Regierungschefs der Balkanländer Montenegro und Kosovo durch ein Schreiben an den Balkan-Beauftragten des Europäischen Parlaments, David McAllister (CDU), Deutschland aufgefordert, ihre demokratisch regierten Länder als sichere Herkunftsstaaten auszuweisen, um die Abwanderung der Bürger zu stoppen. Im Kosovo gebe es weder eine politische Verfolgung noch Folter, so dass die Bürger weiter im Land bleiben sollten. Milo Dukanovic, Ministerpräsident Montenegros, zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass sein Land alle Kriterien erfülle, um als sicherer Herkunftsstaat im Sinne des deutschen Rechts klassifiziert zu werden. Aus seiner Sicht gebe es keine politischen Gründe, weshalb ein Bürger Asyl in einem europäischen oder anderen Staat suchen müsse.

Aktuell prognostiziert die Bundesregierung für dieses Jahr 800.000 Immigranten für Deutschland. Über 250.000 unerledigte Asylanträge seien bereits aufgelaufen, meldet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). In den letzen Tagen haben laut dem Handelsblatt Tausende Immigranten die mazedonische Grenze nach Serbien durchbrochen, um auf diesem Weg in den Norden Europas zu gelangen und hier insbesondere nach Deutschland oder Österreich. Allein am vergangenen Wochenende überschritten so über 10.000 Immigranten die Grenze. (BS)